JuBi-Tagung 2005

In Reaktion auf die neoliberale Umdeutung des Bildungsbegriffes ist es das Ziel der Tagung, eine Position im gegenwärtigen Bildungsdiskurs suchen und formulieren, Bildungsansätze kritisch zu reflektieren und Strategien für den Erhalt einer emanzipatorischen linken Bildung entwickeln. Die Arbeitstagung richtet sich an Anbieter linker Jugendbildung.

Warum diese Tagung?

Im Zuge der sich in nahezu allen gesellschaftlichen Bereichen durchsetzenden neoliberalen Ideologie kommt es im bildungspolitischen Diskurs zunehmend zu Umdeutungen klassischer Begriffe von Bildung und Lernen. Auch die politische Bildung wird in der Fachöffentlichkeit inzwischen weitgehend unter Nützlichkeits- und Verwertbarkeitsaspekten diskutiert. Die Rede ist sogar von einem „betriebswirtschaftlichen Paradigmenwechsel“ (Sander) oder einer „neuen Epoche“ (Rudolf), in der „Kundenorientierung“ die oberste Priorität einnehmen soll. In diesem Verständnis fungiert politische Bildung als bloßes Anhängsel einer beruflichen Qualifizierung. Durch diese Entwicklungen geraten insbesondere solche Träger unter (Legitimitäts)Druck, die sich in ihrer außerschulischen politischen Jugendbildung einen linken, gesellschaftskritischen Bildungsansatz immer noch leisten. Neben Mittelkürzungen sind sie vor allem mit engen Förderkriterien, der Einforderung eines Qualitätsmanagements sowie der Tendenz zu zertifizierten und standardisierten Bildungsangeboten konfrontiert.
>>> Tagungslyer (pdf 1 MB)

Auswertung / Dokumentation

Ronald Höhner, RLS:>>> Es kommt darauf an, sie auch verändern zu wollen >>> Tagungsdokumentation (pdf, 280 KB)

 

Ablauf-Dokumentation

Die im Folgenden verlinkten Beiträgen beruhen auf einer kollaborativen Dokumentation der Tagung in einem WIKI und sind deshalb weitgehend redaktionell unbearbeitet.

Samstag

10:00  Begrüßung / Vorstellung des Jugendbildungsnetzwerks 10:30  Inputbeitrag von Dr. Dieter Schlönvoigt, RLS            >>>   Powerpoint-Folien zum Inputrefererat "Einblicke in ..." (ppt, 92 KB)            >>>   "Einblicke in die Modernisierungseuphorie politischer Bildung" 11:00  Kleingruppenreflexion mit Raum für Nachfragen, Begriffsklärungen,           Meinungsaustausch 13:30  Plenumsdebatte 17:00  Inputreferate und Workshops zu den Themen              [a] The revolution will be open source or not?              [b] Hurra, Hurra die Schule brennt ...                   Linke Bildner in der Schule -                    Billiglehrer oder Robin Hood der Unterschichtenschüler?                   >>>  Thesenpapier: Jugendhilfe und Schule              [c] Qualitätsmanagement in der politischen Bildung 20:15  Zusammenführung im Plenum/Erstellung eines kurzen            Positionspapiers

Sonntag

10:00  Vorstellung der Ergebnisse der drei Abend-Workshops 10:30  Input-Referat           Anknüpfung an bisherige Diskussionen im Jugendbildungsnetzwerk 11:45  Workshops zu den Themen
[d] Global vernetzt – Lokal verwurzelt[e] Facts and Fictions – Zukunft und Selbstverständnis linker Gedenkarbeit[f] Differenzen verschränkt denken (Thesenpapier) Dieser Workshop hat nicht stattgefunden. Die vorbereiteten Thesen gingen in die Diskussionen der anderen Workshops ein.[g] Auswahl und Generierung emanzipatorischer Methoden[h] Macht durch Bildung. Bildung von Macht.

Texte

- Ronald Höhner (RLS) Es kommt darauf an, sie auch verändern zu wollen - Steinkopf, Knut-Sören (Bildungsoffensive)Zur Diskussion über das Verhältnis Schule und außerschulischer Jugendbildung  (pdf 40 KB) - Schlönvoigt, Dieter (RLS)Einblicke in die Modernisierungseuphorie politischer Bildung- Schlönvoigt, Dieter (RLS)Powerpoint-Folien zum Inputrefererat "Einblicke in ..." (ppt, 92 KB)

 

Veranstalter

Die Tagung wurde veranstaltet vom Jugendbildungsnetzwerk bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Kooperation mit der Jugendbildungsstätte "Kurt Löwenstein" in Werftpfuhl.