Gesprächskreis Kritische Pädagogik

Der Arbeitskreis „Kritische Pädagogik“ der Rosa-Luxemburg-Stiftung wurde im Januar 2010 gegründet.

Dem Bedürfnis und Wunsch kritischer Wissenschaftler, Pädagogen, Psychologen, Soziologen, Gewerkschafter, Bildungspolitiker und praktisch tätiger Pädagogen folgend, verfolgt der Arbeitskreis das Ziel,  den Diskurs zur Entwicklung emanzipatorischer, linker Bildungspolitik und kritischer Erziehungswissenschaft voranzutreiben und mit den Teilnehmern Erkenntnisse und Erfahrungen zu relevanten pädagogischen, erziehungswissenschaftlichen und bildungspolitischen Fragestellungen auszutauschen.

Dabei geht es sowohl um the­oretische Reflexion, um theoretische Fundierung und Positionsbestimmung als auch um einen Beitrag zur Durchsetzung praktischer linker Bildungspolitik.

Der Arbeitskreis wird von Stefan Kalmring koordiniert. Leiter ist Doz. Dr. sc. Horst Adam.

Jahresberichte und bisherige Tagungen

Selbstverständnis des Arbeitskreises

Der Arbeitskreis „Kritische Pädagogik“ der Rosa-Luxemburg-Stiftung wurde im Januar 2010 gegründet.

Dem Bedürfnis und Wunsch kritischer Wissenschaftler, Pädagogen, Psychologen, Soziologen, Gewerkschafter, Bildungspolitiker und praktisch tätiger Pädagogen folgend, verfolgt der Arbeitskreis das Ziel,  den Diskurs zur Entwicklung emanzipatorischer, linker Bildungspolitik und kritischer Erziehungswissenschaft voranzutreiben und mit den Teilnehmern Erkenntnisse und Erfahrungen zu relevanten pädagogischen, erziehungswissenschaftlichen und bildungspolitischen Fragestellungen auszutauschen.

Dabei geht es sowohl um the­oretische Reflexion, um theoretische Fundierung und Positionsbestimmung als auch um einen Beitrag zur Durchsetzung praktischer linker Bildungspolitik.

Im Einzelnen verfolgen wir folgende Schwerpunkte:

Erstens:

Aufdecken der theoretisch-ideologischen Hintergründe der laufenden Bildungsreformen der neoliberalen und konservativen Kräfte.

Das betrifft

  • die Kritik von und Auseinandersetzung mit  neoliberalen Gesellschafts- und Bildungsauffassungen, z.B. zu Fragen der Eliten, zu Begabungen und ihrem Niederschlag in zergliederten Bildungssystemen, 
  • die Auseinandersetzung mit historischen und aktuellen Fragestellungen der Bildungsfrage als Machtfrage,
  • die Kritik und Auseinandersetzung mit der Reduzierung von Bildung als Humankapital, auf ihre einseitige ökonomische Verwertbarkeit,
  • die Demokratisierung statt Kommerzialisierung von Bildung als Grundlage einer demokratischen Bildungsreform,
  • die Positionierung zur Staatlichkeit und Privatisierung von Bildung. 

Zweitens:

Begleitung der bildungspolitischen Aktivitäten der Partei Die Linke, insbesondere bei der Ausformung des Modells einer Schule für alle.

Das betrifft

  • die Argumentation und Durchsetzung von Chancengleichheit und Chancengerechtigkeit,
  • die Beseitigung des gegenwärtigen dreigliedrigen Bildungssystems, das mit bildungsmäßigen und sozialen Ausgrenzungen , mit der Produktion von Kinderarmut verbunden ist.

Drittens:

Mitarbeit bei der wissenschaftlichen Fundierung, bei der Schaffung theoretischer Grundlagen linker (emanzipatorischer) Bildungspolitik.

Das betrifft

  • die Analyse kritischer Gesellschafts- und Bildungstheorien im Hinblick auf  ihre Bedeutung für linke Bildungspolitik als Teil des emanzipatorischen Prozesses,
  • die Mitarbeit an und Nutzung von wissenschaftlich fundierten Analysen und Sekundäranalysen der Gesellschaftstheorie, Pädagogik, Psychologie und anderer relevanter Wissenschaftsdisziplinen,
  • die Analyse bildungstheoretischer und politischer Dokumente von Parteien, Gewerkschaften, privater und staatlicher Institutionen. 

Viertens:

Entwicklung und Diskussion konzeptioneller emanzipatorischer Gedanken unter systematisch-historischem Aspekt im Hinblick auf das Ableiten und Begründen von Grundsätzen aktueller und zukünftiger linker Bildungspolitik.

Das betrifft:

  • das Aufgreifen relevanter kritischer, emanzipatorischer bildungstheoretischer und bildungspolitischer Fragestellungen unter systematisch-historischem Aspekt sowie Entwicklung alternativer Vorstellungen bildungstheoretischen Denkens,
  • die Entwicklung von Arbeiten und Beiträgen zur Geschichte der Erziehung, vor allem zu humanistischen Bildungstraditionen des Bürgertums und der Arbeiterbewegung,

Fünftens:

Vergleichende Analysen zu nationalen und internationalen bildungspolitischen und pädagogischen Entwicklungen, zu aktuellen pädagogischen Forschungsergebnissen sowie Entwicklungen des Bildungswesens, insbesondere in den Ländern Europas .

Das betrifft

  • die Verfolgung von bildungspolitischen und pädagogischen Aktivitäten der UNO, der UNESCO und ihrer Spezialorganisationen unter dem Aspekt der kapitalistischen Globalisierung,
  • das Erfassen bildungspolitischer Entwicklungen in europäischen Ländern unter den Aspekten der Durchsetzung von Chancengleichheit und Chancengerechtigkeit in Bildungssystemen bezüglich ihrer theoretischen Grundlagen, ihrer Realisierung in Zielen, Inhalten und Strukturen,
  • das Verdeutlichen von Problemstellungen und die Ableitung von emanzipatorischen Ansätzen aus den internationalen Entwicklungen.

Sechstens:

Erarbeiten von Vorschlägen für demokratische Organisationen für eine humanistische Bildung aller Lernenden.

Das schließt ein

  • die Kooperation mit der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft und demokratischen Lehrer-, Eltern- und Jugendverbänden.

In Abstimmung und Zusammenarbeit mit dem  Gesprächskreis Politische Bildung der RLS wollen wir  einen spezifischen Beitrag im Rahmen der politischen Bildung leisten.

Dazu  streben wir an, viermal  jährlich eine thematische Veranstaltung durchzuführen.

Mit unserer Arbeit wollen wir  uns nicht selbst genügen, sondern uns mit unseren Möglichkeiten in die politische und gesellschaftliche Auseinandersetzung mit dem Ziel der Durchsetzung emanzipatorischer, demokratischer Bildungspolitik einmischen.

Das könnte durch Vorträge, Diskussionsrunden mit  der bildungspolitisch interessierten Öffentlichkeit und Vertretern verschiedener bildungspolitischer und erziehungstheoretischer Auffassungen geschehen.  

Seit Gründung des Arbeitskreises haben bisher vierzehn  Tagungen zu relevanten pädagogischen und bildungspolitischen Themen stattgefunden, die stets eine große Resonanz aufwiesen.

Auf der Grundlage von einführenden, anregenden Impulsreferaten wurden von den Teilnehmern wichtige Erfahrungen eingebracht, kritische Bestandsaufnahmen vorgenommen, Probleme aufgeworfen und versucht, Lösungsansätze anzubieten.

Dabei hat es sich als sehr produktiv erwiesen, dass Wissenschaftler, Bildungspolitiker und praktisch tätige Pädagogen und Psychologen aus den alten und neuen Bundesländern gemeinsam und gegenseitig ihre Erfahrungen austauschten und um konstruktive Lösungen stritten.

Planung der Tagungen 2017

28.01.2017: Kritischer Umgang mit Geschichte. Biografisch-historisches Lernen
(Dr. Cornelia  Domaschke , Referentin an der Rosa-Luxemburg-Stiftung)

06.05.2017: Kritische Friedenspädagogik. Auswertung von Forschungsergebnissen über den Hamburger Schulreformer und Antikriegsschriftsteller Wilhelm Lamszus
(Prof. Dr. Andreas Pehnke, Universität Greifswald)

01.07.2017:  Mündigkeit- Probleme eines Bezugspunkte kritischer Pädagogik
(Dr. Carsten Bünger, Goethe- Universität Frankfurt/a.M.)

21.10.2017: Kritische Demokratiebildung
(Dr. Bettina Lösch, Universität Köln)

Kontakt

Rolle Persondetails
Referent für Politische Weiterbildung Dr. Stefan Kalmring
E-Mail: stefan.kalmring@rosalux.org
Telefon: (030) 44310-147
Raum: 738.1
Leiter des Gesprächkreises Kritische Pädagogik Dr. sc. phil. Horst Adam