Sachbericht zum Workshop »Feindbild Islam« - »Feindbild Westen«?

Sachbericht zum Workshop »Feindbild Islam« - »Feindbild Westen«? Eine kritische Reflexion gegenseitiger Wahrnehmungen und der gleichnamigen Podiumsdiskussion am 06.07.2007 in der Rosa-Luxemburg-Stiftung

Marwa Al-Radwany
Netzwerk ORIENTation
Juli 2007 Eine kritische Reflexion gegenseitiger Wahrnehmungen und der gleichnamigen Podiumsdiskussion am 06.07.2007 in der Rosa-Luxemburg-Stiftung Mit Unterstützung der Rosa-Luxemburg-Stiftung hat das Netzwerk ORIENTation am 06.07.2007 einen Workshop zum Themenkomplex „Feindbild Islam“ - „Feindbild Westen“? Eine kritische Reflexion gegenseitiger Wahrnehmungen sowie eine gleichnamige öffentliche Podiumsdiskussion veranstaltet. WorkshopDurchführung:
Die TeilnehmerInnen des Workshops wurden dem partizipativen Ansatz des Workshops entsprechend ca. zwei Wochen vor Veranstaltungsbeginn dazu aufgefordert, ein einseitiges Thesenpapier zu einem der folgenden Themenkomplexe zu liefern:
  • Feindbilder allgemein: Begriffsbestimmung, historische Entwicklung, gesellschaftspolitische Funktion
  • Feindbild Westen: Kulturkritik am „Westen“ im Alltagsverstand der arabisch-muslimisch geprägten Gesellschaften, historische und politische Hintergründe des „Feindbilds Westen“ in der arabisch-islamischen Welt aus nationalistischer Perspektive, Medienberichterstattung über den Westen
  • Feindbild Islam: Islamophobie und antimuslimischer Rassismus in Deutschland, islamkritische und islamfeindliche Populärliteratur, Medienberichterstattung über den Islam
Die jeweiligen Panels wurden von je zwei KoordinatorInnen des Netzwerks ORIENTation geleitet und moderiert. Der Workshop fand am 6. Juni 2007 in den Räumen der Rosa-Luxemburg-Stiftung von 11.00 bis 18.00 Uhr statt. Zielsetzungund Ablaufdes Workshops:
Ziel des Workshops war es, die jeweiligen Feindbilder aufzuzeigen und eine kritische Analyse ihrer Konstruktion, Produktion und möglichen Auswirkungen zu leisten. Durch eine thematische Annäherung an die jeweiligen Bilder und die diversen Zusammenhänge von Feindbildern sollte so eine Auseinandersetzung mit dem heterogenen Thema stattfinden, die diese konstruierten Feindbilder nicht bloß pauschal zurückweist, sondern auch nach den Gründen für ihre Plausibilität und Popularität fragt. Anhand von Einzelreferaten der interdisziplinären TeilnehmerInnen wurden so die Argumentationsstruktur, Tragweite und Plausibilität von Feindbildern auf beiden Seiten der cultural dividezwischen „Islam“ und „Westen“ untersucht.
Zu dem Workshop erschienen ca. 25 TeilnehmerInnen, die größtenteils über das universitäre Umfeld via Mailinglisten, aber auch durch die Tagespresse von der Veranstaltung erfahren hatten. Der Großteil der Teilnehmer kam aus Berlin; es reisten jedoch auch TeilnehmerInnen aus Hamburg und Leipzig an. Der erste Themenkomplex (11.00- 12.00h), der sich mit Feindbildern im Allgemeinen befasste, eröffnete die Veranstaltung und führte von einerBegriffsbestimmung hin zu einer Diskussion der gesellschaftspolitischen Funktion von Feindbildern. Redebeiträge zu grundlegenden Konzeptionen von Feind- bzw. Fremdbildern und deren Auswirkungen erfolgten durch Björn Hinrichs, Netzwerk ORIENTation, sowie durch Frau Prof. Christine Kulke der TU Berlin, die Widersprüche in Deutungsansätzen zu Fremd-/Feindbildernkritischbeleuchtete.
Diskussionsbeiträge bezogen sich auf die Frage nach der Schichtabhängigkeit von Feindbildern. Hier verwiesen Teilnehmer auf die Heitmeyer-Studie der Universität Bielefeld, die Stereotype quer durch alle Bildungsschichten konstatiert, jedoch in ihrer Forschungsmethodik kritisch zu betrachten sei. Andererseits wurde konstatiert, dass die Frage nach der gesellschaftlichen Verwurzelung von Feind- und Fremdbildern verbunden sei mit dem jeweiligen historischen Kontext und den Erfahrungen in der jeweiligen Gesellschaft mit Migration sowie Machtverhältnissen.
Weiterhin wurde die Problematisierung von Feindbildern per se in Frage gestellt, da z.B. Vorurteile als Vorläufer von Feindbildern allein aus kognitionspsychologischer Sicht unvermeidbar seien, so eine Annahme, wohingegen eine andere Theorie („Normalnullhypothese“ Adornos) besage, dass Menschen als tabula rasa ohne automatische Stereotypenbildung auf die Welt kämen. Im zweiten Teil (12.00 - 13.30h), der sich mit dem Feindbild Westen befasste, wurden zwei Beiträge vorgetragen. Zum einen von Sebastian Elsässer, der sich mit Bildern des Westens in islamistischen Darstellungen und deren Deutungs- und Erklärungsansätzen befasste, sowie von Stephan Lanzinger zum Feindbild Westen in den Publikationen der Jama’a Islamiya.
Dabei vermerkte Herr Elsässer bezüglich seinen Beobachtungen zum islamistischen Diskurs, dass ‚der‘ Westen durchaus nicht in seiner Gänze abgelehnt werde, sondern sich eine Bandbreite von der scharfen Verdammung westlicher Haltungen über eine grundsätzlich positive Zustimmung zu westlichen Werten oder Regierungsformen wie der Demokratie bis zu deren Vereinnahmung in einem islamischen Kontext vorfinde. Dabei berief er sich unter anderem auf eine jüngere Umfrage in der arabischen Welt, bei der die Befragten ‚Demokratie‘ als eine erwünschte Regierungsform werteten, jedoch auch die Scharia als Rechtssystem bevorzugten. Stephan Lanzinger sprach über die kritische Auseinandersetzung der Führer der Jama’a Islamiya mit dem Terrorismus der al-Qaida. Diese versuchen zwar, ein differenziertes Bild der Politik der USA und anderer westlicher Staaten zu zeichnen, halten aber dennoch in anderen Zusammenhängen am Feindbild „Westen“ fest.
Es wurde unter anderem kontrovers diskutiert, inwieweit man bei „globalen“ oder historischen Einheiten wie ‚Demokratie‘ überhaupt von „westlichen Werten“ sprechen könne; auch die Aussagekraft von Umfragen, die Zustimmung zu bestimmten Schlagworten abfragen, wurde in Zweifel gezogen, da z.B. „Scharia“ mit einer umfassenden Bandbreite von Vorstellungen verbunden sei.
Zum zweiten Vortrag wurde diskutiert, wer überhaupt die Zielgruppe solcher Schriften wie die der Jama’at Islamya sei und inwieweit man davon ausgehen müsse, dass mit den Publikationen auch im Wissen um westliche Rezipienten versucht werde, den Islam positiv darzustellen und im Hinblick auf Handelsbeziehungen oder politische Anerkennung Vertrauenswürdigkeit gewonnen werden sollte. Weiterhin wurde auf verschiedenen Ebenen (linguistisch, diskursiv) die Trennschärfe der Begriffe „islamisch“ vs. „islamistisch“ beleuchtet, die im Arabischen so nicht gegeben sei und teilweise bereits von vorneherein eine westliche Konstruktion darstelle. Der dritte Themenkomplex (14.30-17.00h) zum Feindbild Islam umfasste diverse Beiträge aus politischer (a) wie aus soziokultureller (b) Perspektive. Die Einführung zum Themenkomplex wurde von Larissa Schmid, Ilka Eickhof und Marwa Al-Radwany gegeben. Frau Schmid gab einen inhaltlichen Input zur Darstellung des Islam in den Medien und zeigte einige Filmausschnitt eines Jugendmedienprojektes, bei dem Menschen zu ihren Einstellungen zum Islam befragt wurden. Frau Eickhof erläuterte in einem kurzen Abriss die im deutschen akademischen Feld relativ junge Disziplin des Kritischen Okzidentalismus, die sich theoretisch an die in den USA etablierten Critical Whiteness Studies anlehnt und versucht, den islamophoben Rassismus speziell in Deutschland zu ergründen. Frau Al-Radwany stellte einige Definitionen des Begriffs Islamophobie im deutschen Kontext vor und stellte die Begriffsauseinandersetzungen im Vergleich zu ‚Feindbild Islam‘ und ‚antimuslimischen Rassismus‘ zur Debatte. Dabei wurde die Frage aufgeworfen, inwieweit man den Begriff der Islamophobie auf wissenschaftlicher Ebene debattieren müsse oder ihn als Schlagwort für eine gesellschaftliche Intervention benötige.
Im Panelteil a der politischen Perspektive auf das Feindbild Islam referierte der Menschenrechtsanwalt Eberhard Schulze zur Prägung des deutschen Rechtsstaates durch das „Feindbild Islam“ und beleuchtete unter anderem kritisch den in der öffentlichen Politik vorgenommenen Rekurs auf das Grundgesetz als Wertekatalog, das jedoch im Gegenteil Freiheitsrechte zur Abwehr eines staatlichen Eingriffs darstelle. Daniel von Frombergreferierte aus seinem Dissertationsprojekt zum „Feindbild“ als „ideologischer Motivator“? und den Perspektiven auf die deutsche Außenpolitik. Dabei analysierte er unter anderem das Konzept des „war on terror“ als einem zeitlich wie räumlich unbegrenzten globalen Krieg und stellte historische Vergleiche zu anderen Feindbildern auf.
In der Diskussion angemerkt wurde, dass die Konstruktion gewisser Feindbilder, die auf die Kontinuität der Geschichte hinweisen, oft nicht relevant in anderen ‚kulturellen‘ Kontexten bzw. Verortungen seien, sondern an einem bestimmten (hegemonialen) Ort konstruiert würden. Ebenso wurde der Begriff des Kollektivsymbols diskutiert, da auf kollektive Symbole je nach Zeit und Kontext zurückgegriffen werde und diese in veränderter Form wieder in neuen Diskursen „mächtig“ würden.
Abschließend referierte Sybille Reinke de Buitrago, die am Institut für Friedens- und Konfliktforschung in Hamburg promoviert, über Enemy images of Islam in German security policy. Für ihre Untersuchung hatte sie qualitative vergleichende Interviews mit verschiedenen VertreterInnen von Politikressorts in Deutschland und den USA geführt. In den folgenden Äußerungen wurde zunächst die Untersuchungsmethode kritisch debattiert, da es fragwürdig sei, inwieweit man politische Äußerungen öffentlicher Sprecher auf ihre ‚wahre‘ Intention überprüfen könne angesichts der Diskrepanz zwischen politischen Statements und der politischen Praxis.
Anschließend wurde die Aufhebung der Trennung politischer Ressorts von Innen-, Außen- und Sicherheitspolitik in Deutschland sowie die soziale Tragweite eines Generalverdachts und der Aufhebung der Unschuldsvermutung für muslimisch oder südländisch aussehende Menschen in einem Rechtsstaat diskutiert. Die These wurde aufgestellt, dass die grundrechtliche Verfassung des Rechtsstaates aufgehoben werde, wenn Menschen wieder für „vogelfrei“ erklärt werden würden und eine justizielle Sonderbehandlung erführen. Im Teilpanel b zur soziokulturellen Perspektive analysierte Isabelle Maringer in einem Auszug einer ausführlichen und multiperspektivischen Arbeit die Diskurse um Kulturkreiszugehörigkeiten am Beispiel der Türkei. Nach einem historischen Abriss des gesellschaftlichen Bildes von ‚Kulturkreisen‘ deckte sie anhand ihrer Untersuchungen auf, inwieweit die Türkei in der Debatte um den EU-Eintritt als „Sonderfall“ unterschiedlichsten ahistorischen, kulturalistischen und widersprüchlichen Deutungsmustern unterzogen werde und wie anstelle der Bewertung anhand von Fakten bestimmte Argumente instrumentalisiert würden. Ghied Alhashmy ließ in ihrem Beitrag eigene Diskriminierungserfahrungen als Kopftuch tragende Frau in Deutschland einfließen, der eine prinzipielle Rückständigkeit unterstellt werde. Besonders interessant waren dabei die vergleichende Analyse der Situation/Emanzipation der Frau in einigen arabischen Ländern und Deutschland und die spezifische Sichtweise der muslimischen Frauen im Ausland auf das Feindbild Westen bzw. das Feindbild „Westliche Frauen“.
Diskutiert wurde anschließend das Rollenverständnis von Frauen als eine Art Gradmesser der Zivilisation sowie die symbolische Bedeutungskraft des Kopftuchs.
Im letzten Beitrag deutete Annika Mildner Hendrik M. Broders „Hurra, wir kapitulieren!“ als Beispiel islamfendlicher Populärliteratur. Frau Mildner betonte, dass ungeachtet des ironischen Duktus Broders seine angeführten Thesen und Beispiele von der Mehrheit der Rezipienten durchaus ernst genommen werde und daher die politische Tragweite unabsehbar sei. Diskutiert wurde die Intention Broders im Rückblick auf frühere Werke und der Umgang mit vermeintlich ironisch gemeinten politischer Aussagen. Der Workshop stieß bei den TeilnehmerInnen, die sich vor allem aus den Geistes- und Sozialwissenschaften zusammensetzten, auf ein äußerst positives Echo. Es wurde vor allem die offene Diskussionskultur des Workshops als auch die Dringlichkeit des Themas betont. Kritik gab es von Seiten der TeilnehmerInnen an dem zu dichten Programm, das teilweise nicht ermöglichte, Diskussionen bis ins letzte Detail zu führen und interessante Redebeiträge mit mehr Ruhe und Zeit zuzulassen. Die Bedeutung einer Vernetzung dieser interdisziplinären Zusammenkunft von Studierenden, Promovierenden und Absolventen wurde jedoch betont, um so eine Basis für weitere Diskussionen und Treffen zu schaffen.
Unser Anliegen, sämtliche Referate sowie Literaturtipps zu sammeln und zu veröffentlichen stieß auf große Zustimmung, da der positive Nutzen für alle an der Debatte Beteiligten groß sei. Momentan sammeln wir sämtliche Beiträge um sie zunächst allen Workshopteilnehmern zugänglich zu machen. Eine Veröffentlichung in Form eines Sammelbandes mit Einführung und rotem Faden wäre sehr reizvoll, ist jedoch ohne finanzielle Mittel für personelle Kapazitäten zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich. Podiumsdiskussion Im Anschluss an den Workshop fand eine Podiumsdiskussion (19.00 bis 21.00 Uhr) statt, in der mit TeilnehmerInnen aus unterschiedlichen Praxisfeldern (Politik, Kultur, Medien, Wissenschaft) über die Thematik des Workshops diskutiert werden sollte.  Zusammensetzung und Ablauf der Podiumsdiskussion:
Die Moderation übernahm Christopher Hayes (Informationsprojekt Naher und Mittlerer Osten INAMO); geladene ReferentInnen waren:
  • Betül Yilmaz –  Initiatorin des Internetforums Muslimische-Stimmen.de
  • Volker Trusheim – Kulturmanager am Dialogpunkt des Goethe-Instituts in Assiut, Ägypten
  • Dr. Viola Shafik, Filmwissenschaftlerin und Filmemacherin / Filmbilder und kulturelle Identitäten
  • Sebastian Elsässer, Islam- und Politikwissenschaftler / Stereotypisierung des Westens in arabischen Diskursen
  • Claudia Haydt, Soziologin und Religionswissenschaftlerin/ Mediale Darstellung „des Islam“
Da letztere sich überraschend krank gemeldet hatte, sprang für sieMarwa Al-Radwany, die Initiatorin der Ausstellung Bilderwelten – Weltenbilder. Auseinandersetzungen mit Islamophobie, ein.
Anwesend waren ca. 50 ZuschauerInnen, darunter auch ein paar der WorkshopteilnehmerInnen.
Nach einer Abfrage über die Erfahrungen mit Feindbildern im jeweiligen Berufsfeld der Podiumsgäste stellte der Moderator verschiedene Fragen zur Debatte, darunter die Frage nach dem Nutzen von Feindbildern in verschiedenen Konstellationen. Diskutiert wurde z.B., ob das interpersonale Medium Internet als ein freier strukturiertes Medium eine Auflösung bestimmter Feindbilder ermöglichen könne oder ob nicht vielmehr durch die schnelle Verbreitung und anonyme Kommunikationsform bestimmte Feindbilder nur verstärkt würden. Auch die angebliche Dichotomie ‚des‘ Westens und ‚des‘ Islams wurde, angeregt durch Zuschauerbeiträge z.B. zur Frauenfrage im Islam, kritisch in Frage gestellt. Abschließend wurde die Frage aufgeworfen, inwieweit die Existenz von Feindbildern generell ein Problem sei bzw. wie dem aktiv entgegengewirkt werden könne. Während einige Diskussionsteilnehmer die Existenz von Feindbildern nicht beunruhigend fanden und z.B. die Tragweite des Feindbilds Westen in der arabischen Welt als überbewertet einstuften, äußerten andere die Hoffnung, durch Dialog, kritische Information und gemeinsame politische Aktion Feindbilder überwinden zu können, was von anderer Seite stark bezweifelt wurde.Kritische Evaluation der Podiumsdiskussion:
Das Ziel der Podiumsdiskussion, den theoretischen Ansatz des Workshops mit einer Diskussion über den Umgang der Podiumsgeäste mit Feindbildern in ihrem praktischen Feld zu verknüpfen, konnte leider nicht ausreichend erfüllt werden. Problematisch war hier die Zusammensetzung des Podiums, welches aus einem zu einheitlichen Meinungsbild heraus diskutierte. So konnte es dem Moderator kaum gelingen konnte, eine hitzige Diskussion zu entfachen. Es wäre besser gewesen, Gäste einzuladen, die eine bestimmte, klar konturierte Position in der Öffentlichkeit vertreten, oder auf Diskutanten zu setzen, die bewusst auch einmal den wissenschaftlichen Gestus, sich stets differenziert und objektiv zu äußern, hinter sich lassen, da erst dann eine kontroverse Debatte entstehen kann, die Raum zum Austausch von Argumenten bietet.
Das Publikum, welches aus WorkshopteilnehmerInnen und externen Gästen bestand, hatte zudem mit einem unterschiedlichen Vorwissen an der Veranstaltung teilgenommen, so dass eine grundlegende Einführung zu Feindbildern und eine klarere Formulierung, über welche Aspekte gesprochen wird, aufschlussreich gewesen wäre. Kritik wurde zudem daran geäußert, dass die Debatte zu stark auf den Diskurs konzentriert blieb und die realen politischen Phänomene und deren Zusammenhang mit der theoretischen Ebene wenig diskutiert wurden. Zu diskutieren gewesen wären hier z.B. die aktuelle Migrationspolitik oder die Debatte über Terrorismusbekämpfung.
Rückwirkend betrachtet war die Entscheidung, für Workshop und Podiumsdiskussion den gleichen Titel zu wählen, nicht unbedingt sinnvoll; für die Podiumsdiskussion hätte es wohl einer spezifischen Fragestellung bedurft. Resümee:
Insgesamt kann man rückblickend festhalten, dass die Organisation der Veranstaltung bei den Gästen auf großes Interesse gestoßen ist und wir hinsichtlich der Aktualität und der Auswirkungen der Feindbilder auf globalpolitischer wie interpersoneller und interkultureller Ebene das Bedürfnis, sich intensiver mit den Hintergründen auseinanderzusetzen, aufgegriffen haben. Vor allem im Hinblick auf den Workshop können wir sicher davon ausgehen, dass ein Erkenntniszuwachs und reflexive Denkprozesse in Gang gesetzt wurden.