Arbeitskreise

Gemeinsam mit anderen Stipendiat_innen aus ganz unterschiedlichen Fachrichtungen und Regionen über interessante Themen kritisch diskutieren, Politiker_innen oder Fachleute einladen und so einen Blick über den Tellerrand der Uni hinaus in Politik und Gesellschaft werfen – dazu dienen die stipendiatischen Arbeitskreise der RLS.

Sie sind nach zwei Prinzipien organisiert :

Selbstorganisation und interdisziplinäre Vernetzung außerhalb der Uni
Die Stipendiaten der Rosa Luxemburg Stiftung haben die Möglichkeit, sich in Arbeitskreisen selbst zu organisieren. Über Themen und Schwerpunkte entscheiden die Stipendiat_innen selbst. Auch Neugründungen von Arbeitskreisen sind möglich. Die Mitglieder der Arbeitskreise treffen sich in der Regel mehrmals jährlich, planen und organisieren gemeinsam interne Diskussionsveranstaltungen, zu denen auch externe Referent_innen geladen werden können. Alle Arbeitskreise beteiligen sich an der einmal jährlich stattfindenden Ferienakademie mit einem inhaltlichen Beitrag. Eine Auswahl der aktuellen Arbeitskreise findet sich weiter unten.

Selbstverwaltung von Budgets
Für die Arbeitskreise steht jährlich ein bestimmtes Budget zur Verfügung. Über die Verteilung des Budgets auf die einzelnen Arbeitskreise entscheiden der Sprecher_innenrat (die gewählte Vertretung der Stipendiat_innen) und das Studienwerk gemeinsam. Grundlage für die Entscheidung sind die Anträge der Arbeitskreise, die jedes Jahr neu eingereicht werden.

AK Antisemitismus - Analyse und Kritik

Im Rahmen des Arbeitskreises setzen wir uns auf theoretischer Ebene mit dem Begriff und der Genese des Antisemitismus auseinander, diskutieren und organisieren Veranstaltungen. Neben der theoretischen Auseinandersetzung reflektieren wir auch praktische Fragen der Bekämpfung von Antisemitismus und diskutieren über entsprechende pädagogische Konzepte.

AK Feministische Gesellschaftskritik

Der AK Feministische Gesellschaftskritik, hervorgegangen aus dem AK Gender und Identitäten, beschäftigt sich mit Fragen der geschlechtlichen Strukturierung gesellschaftlicher Herrschafts- und Machtverhältnisse. Im Moment diskutieren wir über verschiedene Ansätze feministischer Theorie(n). Hierbei setzen wir uns besonders mit Erkenntnistheorie, Psychoanalyse, feministischer Frauen- und Geschlechterforschung/ Gender Studies auseinander.

Einige von uns sind organisiert in den akademischen Organisationen wie dem AK Politik und Geschlecht  der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft oder der Sektion Frauen- und Geschlechterforschung der Deutschen Gesellschaft für Soziologie. Einige andere sind aktiv in außer-akademischen feministischen Zusammenhängen. Uns eint die Frage nach den Problemen feministischer Gesellschaftskritik die nicht eine bloße Ergänzungswissenschaft zu anderen Disziplinen sein will, sondern vielmehr die gesellschaftlichen Verhältnisse, als u.a. wesentlich geschlechtlich strukturierte, mit all ihren Implikationen in den Blick nimmt.

AK Kritische Theorie

Die ältere Kritische Theorie um das Frankfurter Institut für Sozialforschung ist eine insbesondere von Kant, Hegel, Marx, Nietzsche und Freud inspirierte Gesellschaftstheorie, die durch die Arbeiten von Max Horkheimer, Theodor W. Adorno und Herbert Marcuse bekannt geworden ist. Sie zeichnet sich durch ihren interdisziplinären Zugang zu sozialwissenschaftlichen Fragestellungen aus, über den sie ihre eigene Theoriebildung reflektiert. Anhand ihrer Gegenstände, etwa dem Verhältnis von Individuum und Gesellschaft, Subjekt und Objekt, Besonderem und Allgemeinem, entfaltet sie die Dialektik von Herrschaft und Befreiung als emanzipatorisches Denken. Zu der Auseinandersetzung mit kritischer Theorie gehört darüber hinaus ihre fortlaufende Aktualisierung.

Der Frage der Aktualisierung widmet sich der AK. Als konstant arbeitender, selbstorganisierter Zusammenschluss treffen wir uns mehrmals im Jahr in Frankfurt am Main oder Berlin, um anhand eigener Vorträge aktuelle Fragen oder laufende Forschungsprojekte zu diskutieren. Unsere Arbeitstreffen dienen dem Austausch sowie der Selbstverständigung über den Stand Kritischer Theorie und sind grundsätzlich für alle Interessierten offen, haben aber keinen einführenden Charakter. Interessierte sollten deshalb mit der älteren Kritischen Theorie grundsätzlich vertraut und bereit sein, sich mit Vorträgen zu ihren eigenen Themen in den AK einzubringen.

Kunst- und Kulturpolitik

Der AK Kunst und Kulturpolitik (kurz AK KUNST) sucht eine politisch – kunstwissenschaftliche Auseinandersetzung – sowohl durch eine theoretische Reflexion, wie durch eine politisch-künstlerische Praxis– mit dem Thema Kunst. Dazu sind alle Leute eingeladen, die in die Bereiche der Kunst und Kultur (egal ob auf 'theoretischer' oder auf 'praktischer' Basis) involviert sind und alle, die an diesen großen Feld Interesse haben. Der inhaltliche Schwerpunkt liegt derzeit auf dem Themenkomplex Identität/Heimat/Migration und deren Repräsentation. Die aktuell Aktiven sind Bildende Künstler_innen, Videokünstler_innen, Medienkünstler_innen, Fotograf_innen und Kunstwissenschaftler_innen.

Insbesondere die Zusammenhänge zwischen dem politischen und künstlerischen Feld, sowie die kritische Reflexion einer politisch-künstlerischen Praxis werden diskutiert. Uns interessieren folgende Fragen: Was ist politische Kunst? Welche Aufgaben, Funktionen und Grenzen hat die künstlerische Praxis heute? Wann ist eine Arbeit politisch? Wie wurde Kunst von den Meilensteinen der politischen Theorie gesehen/ betrachtet/ kritisiert? Gibt es demokratische Kunst und wenn ja, was kann und muss Kunst bewegen können? Intention und Geschäft: Ist ein Kunstwerk 'apolitisch', wenn es sich gut verkauft? Wie kann eine Aus-/ Inland Kulturpolitik ohne 'Kultur-Kolonialismus' aussehen? Nicht zuletzt wären auch Begriffe wie 'Engagierte Kunst' und 'Politik durch Kunst' zu hinterfragen.

Wir treffen uns ca. ein Mal vierteljährlich, meist gekoppelt an eine Veranstaltung. Wir geben Workshops, stellen künstlerische Arbeiten vor, anhand derer wir die oben genannten Fragen erörtern, machen Exkursionen zu aktuellen Ausstellungen wie der Berlin Biennale und der Documenta. Außerdem bietet der AK KUNST eine Plattform, mit anderen kritisch denkenden Kunst- und Kulturschaffenden in Austausch zu treten.

AK Lateinamerika

Die Mitglieder des 2010 neu gegründeten AK Lateinamerika arbeiten überwiegend selbst zur Region. Die derzeit im AK vertretenen Länder- und Themenschwerpunkte sind vielfältig. Die Arbeit des AK wird letztlich durch die Interessen und Arbeitsschwerpunkte seiner Mitglieder bestimmt. Dabei ist der AK offen für eine breite Palette an Inhalten und Veranstaltungsoptionen, insbesondere besteht Interesse an aktuellen gesellschaftspolitischen Themen in der Region.

AK Rechtspolitik und Menschenrechte

Der AK Rechtspolitik und Menschenrechte wurde bereits im Jahre 2004 als „AK Jura“ ins Leben gerufen, um Interessierten eine Plattform zu geben, sich mit anderen im Rahmen des Arbeitskreises auszutauschen und kritisch mit sehr brisanten menschenrechtlichen sowie rechtspolitischen Themen auseinanderzusetzen. Besonders interessant werden die Diskussionen und Beiträge stets dadurch, dass alle aktuellen Mitglieder und Interessierten aus unterschiedlichen Fachrichtungen stammen, womit viele verschiedene Blickwinkel eingenommen und debattiert werden können. Demzufolge sind in unserem Arbeitskreis auch Nichtjurist_innen herzlich willkommen.

Angesichts des Umstandes, dass wir uns mit einer Vielzahl an Themen befassen, ist in der Regel für jede und jeden Interessierte/n etwas dabei. Einige der Themen, mit denen wir uns im Verlauf unseres Bestehens als AK beschäftigt haben, lauten wie folgt:

  • Asylpolitik in Deutschland und EU
  • Diskriminierung von Migrantenkindern und -jugendlichen im deutschen Schulsystem
  • Umgang staatlicher Stellen mit der „NSU“
  • Isolationshaft in der Türkei
  • Kriegsdienstverweigerung Türkei und Israel
  • Abschiebeknast Berlin-Schönefeld
  • Überwachung, Datenspeicherung auf Demonstrationen
  • Kritische Auseinandersetzung mit §§ 129a, 129b StGB (Bildung terroristischer Vereinigungen/Kriminelle und terroristische Vereinigungen im Ausland)

Aufgrund der Größe unseres Arbeitskreises und der geografischen Entfernung unserer Mitglieder werden Kleingruppen gebildet, in denen sich die einzelnen Mitglieder lokal mit anderen Interessierten mit spezifischen Themen auseinandersetzen. Die Ergebnisse der Kleingruppen werden später im Rahmen einer Diskussion und eines Vortrags dem gesamten Arbeitskreis präsentiert; zum Teil werden auch Veranstaltungen mit einem externen Referenten, mit einer Filmvorführung oder in Form eines gemeinsamen Besuchs einer externen Veranstaltung, auf denen alle Mitglieder des AKs und die Stipendiaten der RLS eingeladen sind, organisiert. Hierdurch ist es allen Mitgliedern des AKs möglich, sich insgesamt fünf- bis sechsmal im Jahr persönlich zu treffen, was in der Regel in Berlin geschieht. Wenn es die Organisation zulässt, treffen wir uns aber ebenso gerne an anderen Orten.

Die nachstehend genannten Themen werden vom AK im Jahr 2015 bearbeitet:

  1. Hintergründe zum Themenkomplex "Verfassungsschutz und NSU": Vortrag von einem Experten (angedacht ist derzeit Wolf Welzel)
  2. Menschenrechte in der Türkei (Theorie und Realität im Land)
  3. Kritische Auseinandersetzung mit §§ 129, 129a, 129b StGB (Bildung terroristischer Vereinigungen/Kriminelle und terroristische Vereinigungen im Ausland): Präsentation im Rahmen des Stammtischs
  4. Asylpolitik in der EU und Deutschland: Vertiefung aktueller Entwicklungen und Änderungen im Asylrecht in der EU und Deutschland
  5. Rassismus in Deutschland: Zur Rechtslage und aktuellen politischen Entwicklung in Deutschland
  6. Deutsches Sozialrecht und Menschenwürdiges Existenzminimum: Vortrag von Referenten (angedacht sind derzeit Wolfgang Neskovic und ein von Hartz IV Betroffener)

Die obige Themenauswahl stellt noch nicht das endgültige Ergebnis dar. Sollte Interesse (auch von neuen Mitgliedern) an anderen Themen bestehen, so können diese gleichermaßen noch mit aufgenommen werden. Interessierte können sich jederzeit gerne an unsere/n Ansprechpartner_innen wenden, bekommen dann umgehend mitgeteilt, wann das nächste geplante Treffen des Arbeitskreises stattfindet, um hierbei einfach einmal vorbeizuschauen.

AK Debattieren

Beim AK Debattieren geht es darum, sich im Format der Offenen Parlamentarischen Debatte (OPD), welches in Deutschland beim Hochschuldebattieren verwendet wird, zentrale Themen der politischen Linken diskursiv zu erarbeiten. Jede Debatte wird zunächst fachlich eingeleitet und nach ihrer Durchführung argumentativ und rhetorisch ausgewertet. Daraus resultiert dann sowohl inhaltliche politische Bildung als auch eigener diskursiver und rhetorischer Kompetenzgewinn.

Der Arbeitskreis will Debatten der politischen Linken versachlichen und inhaltlich qualifizieren und somit einen, wenn auch beschiedenen, Beitrag zu linker Diskurshegemonie leisten.

AK Eurovision – Für ein vereinigtes Europa

Gründungserklärung

Wir sind die erste Generation, die nach dem Fall des Eisernen Vorhangs aufgewachsen ist. Wir sind die erste Generation, die auf dem ganzen Kontinent bis dahin ungekannte Freiheiten nutzen kann. Wir haben in ganz Europa Bekannte und Freunde – weil wir hier studieren, leben und uns verlieben. Es gibt das Europa von unten – und es wird Zeit, dieses Europa auch politisch zu gestalten!

Die Finanz-, Staatsschulden-, Euro- und EU-Krisen machen deutlich, dass die europäische Integration alles andere als selbstverständlich ist. Die nationalen Regierungen versuchen zunehmend, den Staat als Bollwerk gegen die Europäische Union zu definieren, obwohl sie selbst unmittelbar durch eine gemeinsame Währung miteinander verwoben sind. Souveränität ist nur die andere Seite des Kapitalverhältnisses. Gefangen in diesem Widerspruch werden die Krisenerscheinungen zunehmend kulturalisiert – in Katalonier gegen Spanier, Deutsche gegen Griechen, Europäer gegen Fremde.

Eine gemeinsame Währung setzt jedoch ein gemeinsames Recht, also einen Souverän, voraus – oder die Kapitalverwertung droht in Vernichtung eingetauscht zu werden, die immer gelingt, wenn die Verwertung stockt. Die Rückbesinnung auf Nation, Region, Heimat und Volk findet bereits ihre offensichtlichsten und schockierendsten Beispiele in den Angriffen auf Asylsuchende in Griechenland oder auf Sinti und Roma in Ungarn.

Das Fehlen eines europäischen Souveräns führt in der Krise zur Herausbildung eines deutschen Hegemons: Die Schuldnerländer sind von Deutschland als stärkstes Gläubigerland abhängig. Sie müssen die Spardiktate umsetzen, die maßgeblich in Berlin geschrieben werden. Durch die ökonomische Stärke Deutschlands transformiert sich so die Europäische Union – gewollt oder ungewollt – in eine deutsche EU. Keine Entscheidung kann in Brüssel ohne Zustimmung Berlins gefällt werden. Das unterminiert die Demokratie in den übrigen EU-Mitgliedsstaaten.

Wir wollen weder eine konföderierte noch eine deutsche EU. Unsere notwendige Antwort auf die Krisen ist nicht weniger, sondern mehr Europa. Wir fordern die Vollendung der europäischen Integration: Die Vereinigten Staaten von Europa!

Linke Politik muss die europäische Dimension mitdenken und eigenen Vorschläge für eine andere Europäische Union diskutieren, anstatt sie pauschal abzulehnen. Unser Arbeitskreis sieht hier dringenden Handlungsbedarf: Allzu oft verfallen auch Linke – gerade in Zeiten der Krise – zurück in nationalstaatliches Denken. Wir sehen in der Europäischen Union eine große Chance, politische Prozesse zu gestalten. Sie ist wichtige politische Handlungsebene für linke Politik. Es gibt viel an der Europäischen Union zu kritisieren, doch ihr Potenzial muss ausgeschöpft werden. Schwarz-Weiß-Malerei wird keinesfalls einer emanzipatorischen Kritik gerecht.

Es gibt eine Vielzahl proeuropäischer Anknüpfungspunkte in der linken Geschichte. Unsere Vorstellung von einem vereinten Europa beruht auf den Überlegungen sozialistischer und kommunistischer Widerstandskämpfer gegen das nationalsozialistische Deutschland, zu denen Personen wie Altiero Spinelli gehörten. Für sie war der Europäische Bundesstaat mit dem Ziel der Überwindung des Nationalismus, der Friedenssicherung auf dem Kontinent und der Bändigung Deutschlands verbunden.

Zugleich sind uns die Warnungen Hannah Arendts vor einem Europäismus – als eine Art pan-europäischen Nationalismus – bewusst. Daher darf sich die von uns angestrebte Europäische Union nicht negativ durch das Feindbild Amerika oder das Feindbild Islam konstituieren, sondern positiv durch universelle Werte wie Freiheit, Gleichheit und Solidarität.

In diesem Sinne sucht unser Arbeitskreis für eine kritische Auseinandersetzung über Europa und die Europäische Union die Zusammenarbeit mit dem Büro der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Brüssel und deren Bildungsangebot europa-links.eu sowie dem europäischen Stiftungsnetzwerk  transform!europe. Wir wollen das Wissen dafür schaffen, die Entwicklungen in der Europäischen Union und ihren Mitgliedsstaaten begreifbar zu machen, um Kritik als Kritik zu üben – und nicht als bloße Meinung oder Ressentiment.

2014 erschien eine Publikation des Arbeitskreises als Standpunkte-Papier
«Vereinigte Staaten von Europa. Zur Begründung eines europäischen Souveräns»

AK Elternforum

Studieren und promovieren mit Kind/ern stellt eine besondere Herausforderung dar. Die Betreuung der Kinder, knappe zeitliche Ressourcen und die Unwägbarkeiten des Alltags mit Kind/ern erschweren die kontinuierliche wissenschaftliche Arbeit und begrenzen die Möglichkeiten eines gesellschaftlichen Engagements. Die Konzentration auf die eigene Situation führt häufig zu Vereinzelung, obwohl der Bedarf an gegenseitigem Austausch und Netzwerken gerade unter ElterN sehr groß ist.

Der AK ElterNforum setzt sich das Ziel, diesen Schwierigkeiten zu begegnen und Studium und Promotion für Stipendiat_innen mit Kind/ern zu erleichtern. Seine Aufgabe soll es sein, Unterstützung innerhalb der Stipendiat_innenschaft und beim Studienwerk zu erreichen, eine bessere Kommunikation zwischen den ElterN zu ermöglichen und Informationen transparent zu machen.

Der AK versteht sich jedoch nicht nur als Interessenvertretung für Stipendiat_innen mit Kind/ern, sondern soll auch als gesellschaftspolitisches Diskussionsforum zu Themen wie z.B. Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Erziehung und Gender fungieren.

AK Nachhaltigkeit

Der Arbeitskreis Nachhaltigkeit beschäftigt sich mit der zukunftsfähigen Gestaltung unserer Gesellschaft - es geht um Nachhaltigkeit aus sozialer, ökonomischer und ökologischer Sicht. Ein besonderes Interesse besteht an den Themen regenerative Energien, schonende Ressourcennutzung, entschleunigtes Wirtschaften und Ökologie.

In Wochenendseminaren setzen wir uns mit verschiedenen Teilaspekten des Themas "Nachhaltigkeit" auseinander, so zum Beispiel mit "Kritischem Konsum" und "Nachhaltiger Wirtschaft".
Der Arbeitskreis ist offen für Mitglieder aus allen Studienrichtungen.

AK NS Verbrechen

Im AK NS-Verbrechen finden sich Stipendiat_innen zusammen, die vor allem im Themenspektrum der NS-Verbrechen aber auch zu anderen Gewaltthemen, oder in der Genozidforschung arbeiten. Unsere Arbeitstreffen haben Werkstattcharakter:  Die Teilnehmer_innen, welche Texte, Kapitel, Veröffentlichungen etc. besprechen und hierauf ein Feedback der Gruppe wünschen, verfassen im Vorfeld 5 bis 10 seitige Papers, die an alle Teilnehmenden verschickt werden. Während des Treffens wird das jeweilige Thema der Promotion oder der Master, bzw. Bachelorarbeit skizzenhaft vorgestellt. Anschließend werden die aufgeworfenen Fragen diskutiert, dabei wird besonders Wert auf einen hierarchiefreien und fairen Umgang miteinander gelegt. Den Vorstellenden wird es so möglich, Fragen und Probleme anzugehen, deren Besprechung in einem anderen akademischen Rahmen, so in Kolloquien oder in Treffen mit den Betreuer_innen der Arbeit  manchmal nicht möglich sind.

Ein weiterer Schwerpunkt des Arbeitskreises ist die so genannte Psycho-Hygiene. Der Umgang, die alltägliche Arbeit mit Gewaltthemen ist oft problematisch und belastend. Es gilt, das Erforschte zu begreifen und zu verarbeiten, ohne Freund_innenkreis, WG, Beziehungen zu sehr damit zu strapazieren. Dem Wunsch, sich darüber auszutauschen soll in unserem AK Raum gegeben werden. Um eine professionellen Umgang damit zu erlernen, fand bisher einmal eine Supervision mit einer hierfür spezialisierten Supervisorin statt. Der Austausch und die Vernetzung sind selbstverständlich weitere Anliegen des Arbeitskreises. Vorträge von externen Referent_innen zu uns interessierenden Themen haben wir bereits durchgeführt und wollen dies auch weiterhin als zusätzlichen Input und Diskussionsgrundlage forcieren.

AK Staatstheorie

Der Arbeitskreis „Staatstheorie“ bemüht sich um eine inhaltliche Debatte im Bereich politökonomischer Staatsanalysen. Wesentliche Fragen und Problemstellungen, die uns inhaltlich zur Gründung eines AK bewegen, sind:

1. Der Relevanzverlust der Staatstheorie innerhalb des wissenschaftlichen Diskurses (u.a. zugunsten des Regime- und des Governance-Begriffs und dem Paradigma des „Verschwindens des Staates“ in der liberalen Theorie)

  • Der Relevanzverlust der Staatstheorie innerhalb linker Debatten
  • in diesem Sinne setzt ein bedeutender Teil der akademischen Linke (bspw. Negri und Hardt) auf eine Nicht-Thematisierung des (National-)Staates innerhalb emanzipatorischer Entwicklungsperspektiven
  • Hierfür kann es von Bedeutung sein, eine Lektüre der Tradition linker Staatsdebatten aufzunehmen, wie sie auch von der Associazione Delle Talpe unternommen wurde (Rosalux- Stiftung Bremen)

2. Der Strukturwandel des Staates auf verschiedenen Ebenen (vgl. Jessop 1997, S. 61ff) und seine unterschiedliche Analyse und Kritik:

  • Denationalisierung im Sinne der Delegierung ehemals staatlicher Aufgaben auf inter- und transnationale Ebnen und Institutionen (IWF, WTO, GATT etc.)
  • vermeintliche Entstaatlichung im Sinne der Privatisierung von Politik
  • Internationalisierung des Staates
  • Arbeitsmarktpolitische Thematisierung des Staates als Workfare-and-Prisonfare-State (Wacquant)
  • internationaler Wettbewerbsstaat (Hirsch)
  • autoritärer Etatismus (Poulantzas)
  • Das Verhältnis von Staat und Währungssystem in den letzten Jahrzehnten vor dem Hintergrund der Staatsschuldenkrise.

3. Die Unterthematisierung für uns wichtiger Themen innerhalb der Staatsdebatte:

  • Eine Bestimmung des Verhältnisses von Staat und Markt und dessen Theorien (bspw. Staatsbleitungsdebatte, Spätkapitalismusthese, Regulationstheorie) in einer langen (seit dem 19. Jahrhundert) und kurzen (seit den 1970er Jahren) Perspektive (Gerstenberger 2007))
  • Welche Transformationsprozesse betreffen die Geschlechterverhältnisse? Wie verändert sich die räumliche Struktur von Herrschaft? (Wissel und Wöhl 2008) Wie kann eine feministische Staatstheorie aussehen?
  • Wie sind die weltweiten Migrationsprozesse im Zuge einer linken Staatsdebatte thematisierbar? War die Kontrolle über das Territorium und die Bevölkerung bisher Kernelement der nationalstaatlichen Befugnisse, so lässt sich u.a. auf EU-Ebene eine verstärkte transnationale Zusammenarbeit beobachten.
  • Welche Auswirkungen haben die Transformationsprozesse des Staates auf Re- Nationalisierungen? Ist eine Verschärfung von nationalistischen und rassistischen Tendenzen zu erwarten? (Wissel und Wöhl 2008)

Die Wiederaneignung des Themenfeldes Staat soll innerhalb des AKs auf verschiedene Weisen erfolgen:

I.   Gemeinsames Lesen von Texten in Seminarform sowie angeschlossene Diskussionen. Hierbei sollen auch aktuelle Veröffentlichungen zum Thema sowie Arbeiten der AK-Teilnehmer_innen zur Debatte stehen und nicht nur eine Rekonstruktion der Theorietradition betrieben werden.
II.  Erarbeitung von Seminarmaterialien für die Politische Bildung
III. Veranstaltungsorganisation und eigene Seminarveranstaltung (z.B. im Rahmen der Ferienakademie, aber auch in außerstipendiatischem Umfeld)
IV. Partizipation in bestehenden Netzwerken linker Staatsdebatten wie z.B. der Assoziation für kritische Gesellschaftsforschung (AkG)

AK Qualitative Methoden

Der Arbeitskreis „Qualitative Methoden“ bietet einen kollegialen Austausch-Raum für Stipendiat_innen aus sozialwissenschaftlichen Disziplinen. Eingeladen sind sowohl Doktorand_innen als auch Studierende, die ihre Qualifikations- bzw. Abschlussarbeiten auf empirisch-qualitative Forschungsprozesse aufbauen.

Im Arbeitskreis sollen aktuelle Fragen aus den Forschungsprojekten zur Diskussion gestellt werden:

  • Aufbau/ Forschungsdesign/ Exposé
  • Verhältnis von Erkenntnisinteresse, Erkenntnistheorie, Feld und Methode
  • Diskutieren von Literatur zu qualitativen Forschungsmethoden
  • Gemeinsame Interpretation von Daten (Interviews aller Art, Videoaufnahmen, Feldprotokolle etc.)
  • Austausch über fertige Kapitel einer Arbeit

Für das Erkunden einer bestimmten Methode laden wir im Einzelfall auch eine_n Referent_in ein.

Ziel ist es, im Forschungsprozess und im Austausch voneinander und miteinander zu lernen und den Blick für das eigene empirische Forschen zu schärfen.

Arbeitsweise:

  • 3-4 ganztägige Treffen im Jahr
  • bei jedem Treffen haben 3 Teilnehmer_innen in 2-stündigen Arbeitsphasen die Möglichkeit, ihre Frage mit den anderen zu diskutieren
  • vor dem Treffen werden ggf. Textausschnitte an alle Teilnehmer_innen geschickt zur Vorbereitung auf die gemeinsame Diskussion

AK Osteuropa

Der Arbeitskreis Osteuropa hat sich im Jahr 2015 reaktiviert. Da mehrere der Interessierten bereits einige Zeit in Osteuropa verbracht haben, sollen die Treffen des Arbeitskreises zum Einen den Austausch über die Erfahrungen während des Aufenthalts ermöglichen und zum Anderen den Raum für die Präsentation eigener Forschungsergebnisse bieten. Weiterhin haben wir uns als Zielsetzung nähere Vernetzung mit dem Gesprächskreis Osteuropa und dem Osteuropa Referat, sowie anderen möglichen Kooperationspartner_innen gesetzt. Es soll auch die Möglichkeit geboten werden Referent_innen einzuladen und Veranstaltungen, die thematisch an unsere Schwerpunktthemen anknüpfen, zu besuchen. In der Kommunikation mit den interessierten Stipendiat_innen hat sich ergeben, dass ein Interesse an den folgenden Themengebieten besteht: diversifizierende Lebensentwürfe, Rassismus und Nationalismus bzw. die Dekonstruktion des Nationalen, Selbstorganisation in Osteuropa, Entwicklung im Postsozialismus, ökonomische und gesellschaftliche Transformationsprozesse, Medienkritik und Medienpolitik, Möglichkeiten linker Politik bzw. emanzipatorischer Praxis, Migrationspolitik und Konstruktion von Grenzen, Beziehungen zwischen der EU und den Ländern des ehemaligen Ostblocks bzw. des ehemaligen Jugoslawiens, Beziehungen zwischen Russland und Kaukasus, Russlands Intervention in Syrien.

Wir treffen uns mindestens zwei bis maximal vier Mal im Jahr. Unsere Treffen sind für alle Interessierten offen und finden in der Regel in Berlin statt.

AK Rosa Queer

Im Arbeitskreis tauschen wir uns über unsere eigenen akademischen und aktivistischen Projekte aus und lesen gemeinsam (vorbereitete) Texte. Außerdem organisieren wir Workshops sowie Vorträge und möchten damit innerhalb queerfeministischer Bewegungen mitwirken. Uns ist die Verknüpfung von wissenschaftlicher und aktivistischer Arbeit wichtig.

Bei unseren dreimal im Jahr stattfindenden Treffen geht es in erster Linie um Folgendes:

  • Austausch, Reflexion und Diskussion der eigenen Forschungsfelder bzw. -projekte aus einer queerfeministischen Perspektive. Dabei geht es sowohl um Arbeiten im BA, MA, um Promotionen, Buchprojekte, Kunstprojekte oder politische Aktionen
  • Vernetzung und Diskussionen um aktuelle Fragestellungen queerfeministischer Wissenschaft und politischer Praxen
  • Austausch zu aktuellen und historischen queerfeministischen- und LGBTIQ-Bewegungen
  • Wir suchen Vernetzungen mit Personen und Initiativen verschiedener (queer)feministischer Kontexte oder Aktivist_innen, die in LGBTIQ-Kontexten arbeiten (Netzwerkbildung)

Studienstipendiat_innen wie auch Promotionsstipendiat_innen sind herzlich willkommen.

AK Kapitalismuskritik, Klassenkampf und Organisation

Spätestens seit der Wirtschafts- und Finanzkrise von 2007ff haben kritische Analysen zur kapitalistischen Ökonomie wieder Auftrieb in öffentlichen Debatten. Es ist heute ungleich schwieriger zu behaupten als noch vor der Krise, dass Kapitalismus ein harmonisches und wohlfahrtssteigerndes System ohne Widersprüche sei. Schon vor Ausbruch der Krise konnte der sozialwissenschaftliche Klassenbegriff in der Weber’schen und Marx’schen Tradition angesichts wachsender Polarisierung zwischen Arm und Reich in den meisten industrie-kapitalistischen Ländern leichter wieder eingesetzt und wissenschaftlich verteidigt werden.

Allerdings ist zu bezweifeln, dass die neue Popularität kapitalismus- und klassentheoretischer Ansätze sich auch in angemessener Weise an den Hochschulstandorten niederschlägt. Noch immer sind kritische WissenschaftlerInnen an den Lehrstühlen, die die Marxsche Kritik der politischen Ökonomie, Klassenanalysen oder andere gesellschaftskritische Ansätze zum theoretischen Ausgangspunkt ihrer Arbeit machen, eine kleine Minderheit. Der Arbeitskreis Kapitalismuskritik, Klassenkampf und Organisation soll deswegen ein Forum bieten, in dem Studierende, Promovierende und andere Forschende und Lehrende mit Interesse an den o.g. Herangehensweisen sich austauschen, weiterbilden und gegenseitig unterstützen können.

AK Afrika

Bisher gibt es verschiedene geografisch aufgegliederte AKs wie z.B. den AK Lateinamerika. Wir, die Stipendiat_Innen des Arbeitskreises vermissten dabei den Kontinent Afrika und deshalb war es uns ein Anliegen diesen Arbeitskreis zu gründen. Wir studieren und arbeiten mit/von/für Afrika und möchten uns durch diese Treffen mit anderen Interessierten und Forschenden vernetzen, um einen Beitrag zu leisten Afrika für Europa präsenter zu machen. Wir hören immer nur "Katastrophenmeldungen" aus Afrika und beobachten hier in Europa, wenn über Afrika geredet oder geschrieben wird ,sehr oft den Mangel an reflektierter (also nicht ideologisch vorgeprägter und eurozentrischer) Arbeit mit diesem komplexen Kontinent. Dagegen möchten wir etwas tun, denn wir sind der Meinung das Afrika auch eine Bühne braucht, und Menschen, die sich für diesen Kontinent einsetzen.

Inhaltliche Ziele:

Grob möchten wir uns zunächst mit Afrika im europäischen Diskurs beschäftigen. Wie wird über Afrika berichtet? Wie wird der Kontinent und seine unterschiedlichen Ländern und Kulturen dargestellt? Sind die Wissenschaften, die sich mit Afrika beschäftigen neutral?

Wir wollen aus unseren eigenen Erfahrungen und Nichterfahrungen Konsequenzen ziehen für uns und unsere Arbeit und durch Papers etc. an die Öffentlichkeit gehen für ein neues Afrikabild. Dabei soll der Fokus auf Diskussion und Debatte liegen, sowie darauf, unser bisheriges Wissen zu vergrößern.

Planungen für 2015:

Das Überthema für das aktuelle Jahr lautet: "Afrika schafft Wissen!"

Oft wird Afrika aus eurozentristischer Sicht als geschichtsloser oder kulturloser Kontinent missverstanden. Gründe dafür können u.a. sein, dass einige afrikanische Sprachen nie verschriftlicht wurden. Das Afrika selbst aber viel an Wissenschaft und Kultur abseits von Voodoo und Zauber zu bieten hat, möchten wir mit unserer diesjährigen Arbeit zeigen.

Aus diesem Grund wird sich das erste Treffen im Jahr 2015, welches etwa im April statt finden wird, mit der Thematik "Afrikanische Literatur" beschäftigen. In der zweiten Jahreshälfte soll der Fokus auf Technologie und Kommunikation liegen. Als Abschluss der Jahresarbeit ist eine öffentliche Veranstaltung geplant, um die Öffentlichkeit an unserem erarbeiteten Wissen teilhaben zu lassen und zu zeigen, dass Afrika sehr wohl selbst auch Wissen schafft und nicht nur als kleinerer Partner an Wissen und Technologie von Europa teilhaben darf.

Eines der Produkte unserer Arbeit soll ein Tool für afrikanische Quellen nach Ländern auf einer interaktiven Karte werden. Dieses Tool soll Quellen verschiedenster Themenbereiche umfassen.