Promotionsstipendium

Um ein Promotionsstipendium können sich in- und ausländische Promovierende aller Fachrichtungen (Ausnahme: medizinische Fachrichtungen) bewerben.

Voraussetzung für ein Promotionsstipendium ist ein hervorragender Studienabschluss sowie der Nachweis eines ausgeprägten gesellschaftlichen Engagements im Sinne der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Es existieren für DoktorandInnen unterschiedliche Stipendienformen, die sich in den Voraussetzungen unterscheiden. Sie können sich nur für eines der Stipendien bewerben!

Bitte planen Sie den Zeitpunkt Ihrer Bewerbung gut. Eine Verschiebung des Stipendienbeginns ist nur in besonders begründeten Ausnahmefällen und um max. 4 Monate möglich. Können Sie Ihr Stipendium bis dahin nicht antreten, verfällt es.


Für das Promotionsstipendium können sich zum einen deutsche Doktorand*innen bewerben, die an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule in Deutschland, in einem EU Land (außer Großbritannien) und der Schweiz zur Promotion zugelassen sind. Zum anderen können sich ausländische Doktorand*innen bewerben, die an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule in Deutschland zur Promotion zugelassen sind.

Für dieses Stipendium sollten sich auch Ausländer*innen bewerben, die während ihrer Promotion einen längeren Forschungsaufenthalt außerhalb Deutschlands planen.

Promotionsstipendium

Dieses Stipendium wird im Rahmen der Richtlinien des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) vergeben. Die Regelförderdauer beträgt 2 Jahre, sie kann im Einzelfall um bis zu zweimal für je ein halbes Jahr verlängert werden. Eventuelle andere in- oder ausländische Förderungen der Promotion werden auf die Förderdauer angerechnet.

Promotionsabschlussstipendien werden nicht vergeben. Die Förderung einer Promotion neben einer Erwerbstätigkeit ist nicht möglich.

Das Promotionsstipendium ist weitgehend einkommensunabhängig und beträgt z. Z. 1350,-€ im Monat. Dazu können eine monatliche Forschungskostenpauschale in Höhe von derzeit 100,-€ und ggf. Zuschläge zur Krankenkasse gewährt werden. Für Stipendiat*nnen können auch Auslandsaufenthalte (Forschungsaufenthalte, Konferenzbesuche etc.) gefördert werden.

Eine Doppelfinanzierung (z.B. gleichzeitiger Bezug weiterer Stipendien aus öffentlichen Mitteln oder Bezug von Arbeitslosengeld und Stipendium) ist prinzipiell ausgeschlossen.


Erneute Ausschreibung: Thematische Promotion

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung vergibt zum 1. April 2021 für die Dauer von zwei Jahren (mit 2x 6 Monaten Verlängerungsmöglichkeiten) ein Promotionsstipendium zum Thema "Von der SED zur PDS: Die Transformation der DDR-Staatspartei in der Demokratie"

Von der SED zur PDS: Die Transformation der DDR-Staatspartei in der Demokratie

Von der SED zur PDS: Die Transformation der DDR-Staatspartei in der Demokratie

Die SED schien 1989 gemeinsam mit dem von ihr geführten Herrschaftssystem der DDR zu zerbrechen. Doch trotz der massiven Verluste an Mitgliedern und Machtressourcen gelang es ihr, sich durch Umbenennung in PDS und den Aufstieg einer jüngeren Funktionärsgeneration zu retten. Die PDS konsolidierte sich als Interessenvertretung der ehemaligen DDR-Eliten und als erfolgreiche ostdeutsche Regionalpartei, die bis in den Westen ausstrahlte. Damit wurde sie mittelfristig zu einem dauerhaften Faktor in der politischen Landschaft der Vereinigungsgesellschaft als teils linkssozialdemokratische, teils antikapitalistische Kraft.

Diese Transformation zur postkommunistischen Partei wurde Ende der 1990er Jahre von verschiedenen sozialwissenschaftlichen Studien beschrieben. Der nunmehr mögliche Zugang zu internen Akten und der zeitliche Abstand erlauben eine zeithistorische Neuanalyse anhand interner Dokumente und neuer Perspektivierungen. Das ausgeschriebene Dissertationsprojekt soll untersuchen, wie sich die PDS seit dem Herbst 1989 personell, organisatorisch und programmatisch transformierte und in den 1990er Jahren entwickelte. Dies soll sowohl auf der Leitungsebene als auch anhand ausgewählter Fallstudien zu Landesverbänden geschehen. Dabei wird über eine Akteursanalyse hinaus eine gesellschaftsgeschichtliche Einbettung angestrebt, die unter anderem folgende Aspekte behandeln sollte:

  • Organisatorische, finanzielle und personelle Entwicklung des Parteiapparates
  • Programmatische Rolle in der Vereinigungsgesellschaft
  • biografische Kontexte maßgeblicher Akteure auf zentraler und regionaler Ebene
  • Entwicklung und Selbstverständnis im Kontext parlamentarisch-demokratischer Systeme
  • gesellschaftliche Verankerungen und Interaktionen

Die wissenschaftliche Anbindung und Betreuung der Dissertation erfolgt am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam durch Prof. Dr. Frank Bösch und Dr. Jens Gieseke, die Promotion an der Universität Potsdam. Die Rosa-Luxemburg-Stiftung unterstützt die/den  Bearbeiter*in durch Zugang zu den Archivunterlagen der 1990er Jahre und bei der Erschließung neuer Bestände, die die Grundlage für diese Forschungsarbeit bilden sollen. Das Projekt steht dabei in einem Forschungszusammenhang mit weiteren Promotionen, die unter Koordination der „Kommission für Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien“ die Entwicklung anderer Parteien in Ostdeutschland seit 1990 untersuchen.

Die Ausschreibung richtet sich primär an Absolvent*innen geschichtswissenschaftlicher Studiengänge, die bereits Erfahrungen in der jüngeren Zeitgeschichte gesammelt haben. Absolvent*innen sozialwissenschaftlicher Studiengänge sollten Erfahrungen in relevanten historischen Feldern aufweisen.

Die Bewerbung erfolgt online über ein Bewerbungsportal, welches ca. Mitte Februar geöffnet wird. Weitere Informationen sind hier zu finden: https://www.rosalux.de/stiftung/studienwerk/bewerbung/

Bewerbungsschluss ist der 1.4.2021

Bitte informieren Sie sich auf unserer Website über notwendig einzureichende Unterlagen.

Bitte berücksichtigen Sie, dass nur vollständige Bewerbungen (Ausnahme: Promotionszulassung – hier laden Sie bitte ein Blatt hoch auf dem steht, dass Sie sich für das ausgeschriebene Stipendium zum Thema SED/PDS bewerben) berücksichtigt werden können.

Bei inhaltlichen Rückfragen wenden Sie sich bitte an Frank Bösch und Jens Gieseke (boesch@zzf-potsdam.de; gieseke@zzf-potsdam.de). Bei organisatorischen Rückfragen bitte an Uwe Sonnenberg (uwe.sonnenberg@rosalux.org).

Die Förderung beginnt am 1.10.2021


Ausschreibung eines Graduiertenkollegs der Rosa Luxemburg Stiftung zum Thema Krise und sozial-ökologische Transformation

Graduiertenkolleg "Krise und sozial-ökologische Transformation"

Ausschreibung eines Graduiertenkollegs der Rosa Luxemburg Stiftung zum Thema Krise und sozial-ökologische Transformation

Die Gegenwartsgesellschaften sind weltweit von starken und widersprüchlichen sozial-ökologischen Dynamiken gekennzeichnet, die im Globalen Norden bzw. im Globalen Süden unterschiedliche, z.T. gegensätzliche Formen annehmen. Erstens spitzt sich die ökologische Krise dramatisch zu. Mit dem Klimawandel häufen sich Krisen und Katastrophenphänomenen, die – zum Schaden vor allem der Subalternen – sozioökonomische Prozesse immer wieder unterbrechen und die Funktionsfähigkeit wichtiger Infrastruktursysteme bedrohen. Der Biodiversitätsverlust zeitigt schwerwiegende Konsequenzen für die menschliche Ernährung und Gesundheit. Im Globalen Süden und Norden trifft die ökologische auf eine zunehmende soziale Ungleichheit, die sie gleichzeitig zu verschärfen droht.

Zweitens werden diese und andere Krisenphänomene zunehmend wirksam politisiert. Im Globalen Süden haben sich schon seit den 1970er Jahren Gegenbewegungen gebildet, die Umweltgerechtigkeit einklagen und sich gegen Ressourcenextraktion wenden. Im Globalen Norden haben die Schüler*innen- und Studierendenbewegung Fridays for Future, Initiativen gegen den Kohle-Bergbau wie Ende Gelände oder die unüberhörbar zunehmende Kritik an den sozial-ökologischen Konsequenzen der Automobilität die ökologische Frage (zurück) auf die gesellschaftliche und politische Tagesordnung befördert. Auch in der Arbeiter*innenbewegung und den Gewerkschaften wird die ökologische Frage immer stärker zum Thema. In Programmen wie dem European Green Deal oder dem Klimapaket der Bundesregierung zeigen sich die staatlich-politischen Spuren, die die gesellschaftlichen Debatten und die neue Klimabewegung bereits hinterlassen haben. Gleichzeitig manifestieren sich in ihnen bzw. in der Tatsache, dass diese Programme in keiner Weise problemadäquat und in ihren Details, wie der heftig diskutierten Autokaufprämie in Deutschland, umstritten sind, die Beharrungskräfte, die einer sozial-ökologischen Transformation entgegenstehen.

Eine weitere Zuspitzung erfährt diese Konstellation – drittens – dadurch, dass vielerorts die gesellschaftlichen Beharrungskräfte die Gestalt rechter autoritärer Bewegungen, Parteien und Regierungen annehmen. Deren Attraktivität gründet nicht zuletzt darin, dass sie die ökologische Krise leugnen bzw. nationalistisch und rassistisch codieren und damit suggerieren, eine sozial-ökologisch zerstörerische Produktions- und Lebensweise mitsamt deren exklusiven Vorteilen auf Dauer stellen zu können. Dabei nehmen sie eine Intensivierung geopolitischer und -ökonomischer Spannungen in Kauf, die sich auch in gewaltsamen Auseinandersetzungen um Ressourcen und Senken zu entladen drohen.

Insofern ist die gegenwärtige innergesellschaftliche wie globale Konstellation von widerstreitenden Entwicklungen geprägt, die – viertens – durch die Corona-Krise noch dynamisiert, d.h. in die eine oder andere Richtung beschleunigt werden könnten. In der Bundesrepublik Deutschland deutet der hohe Zuspruch für die konservative politische „Mitte“ auf einen weit verbreiteten Wunsch nach Rückkehr zur „Normalität“ hin. Gleichzeitig machen viele Menschen in der Krise die Erfahrung, dass gerade die Normalität das Problem ist: Unter dem Druck der Austeritätspolitik kaputtgesparte Sozialstaaten in den südeuropäischen Ländern, nicht existente bzw. von einem Klassen- und rassistischen Bias durchzogene Gesundheitssysteme in Ländern wie den USA oder Brasilien sowie Flüchtlingslager an den Außengrenzen der EU, in denen jegliche Infrastrukturversorgung fehlt, offenbaren schonungslos die systematischen Defizite kapitalistischer Gesellschaften. Umgekehrt hat der politisch veranlasste und wissenschaftlicher Expertise folgende Corona-Lockdown eine Konzentration gesellschaftlicher Ressourcen auf reproduktionsnotwendige Bereiche wie das Gesundheitssystem bewirkt; Alltagssolidarität und Entschleunigung wurden zu einer prägenden Erfahrung vieler Menschen. Darin könnte eine wichtige Voraussetzung dafür liegen, in der Krise Ökonomie und Gesellschaft neu zu denken und zu reorganisieren, nämlich gebrauchswertorientiert und ausgehend von der Sorgearbeit und den gesellschaftlichen Infrastrukturen. Dies wäre gleichzeitig ein wichtiger Schritt in Richtung einer sozial-ökologischen Transformation.

Das Graduiertenkolleg nimmt diese widersprüchlichen Entwicklungen und Konfliktdynamiken aus einer politisch-ökologischen Perspektive in den Blick: Es geht davon aus, dass die Ursachen für die ökologische Krise und für die ungleiche Verteilung ihrer Folgen in der strukturellen Gleichgültigkeit kapitalistischer Gesellschaften gegenüber ihren eigenen sozialen und ökologischen Reproduktionsbedingungen sowie in patriarchalen und rassistischen Macht- und Herrschaftsverhältnisse zu suchen sind. Eine wesentliche Voraussetzung für die Überwindung der Krise wird deshalb in einer gesellschaftlichen und politischen Demokratisierung sowie im Abbau von sozialer Ungleichheit gesehen. Das Kolleg zielt darauf, das empirische Wissen über diese Zusammenhänge zu mehren, sie theoretisch zu reflektieren, die Potenziale und Voraussetzungen für erfolgreiche Kämpfe um eine sozial-ökologische Transformation zu identifizieren und das Wissen zur Verfügung zu stellen, das diese Kämpfe zu orientieren hilft. Fünf Themenfelder sollen im Kolleg bearbeitet werden.

1. Konflikte um die Globalisierung nicht-nachhaltiger Produktions- und Konsummuster: Was sind die sozial-ökologischen Implikationen der ökonomischen Entwicklung von Ländern wie Indien, Brasilien und China? Wie und über welche innergesellschaftlichen und internationalen (Konkurrenz-)Mechanismen verallgemeinern sich hier nicht-nachhaltige Produktions- und Konsummuster? Inwieweit sind die zunehmenden internationalen Spannungen, vor allem zwischen den USA und China, auch auf die Konkurrenz um Ressourcen und Senken zurückzuführen, inwieweit handelt es sich also um öko-imperiale Konflikte? Welche sozial-ökologischen Widersprüche brechen in den aufsteigenden Ökonomien selbst auf und wie interagieren diese mit Klassen- und Geschlechterverhältnissen sowie mit rassistischer Diskriminierung? Welche Akteure (Ökologiebewegungen, Frauenbewegungen, Gewerkschaften…) politisieren die Widersprüche? Und welche Formen der politisch-staatlichen Widerspruchsbearbeitung bilden sich heraus?

2. Persistenz und Politisierung der ökologischen Krise im globalen Norden: Wie reproduzieren sich externalisierungsgesellschaftliche Praktiken und die imperiale Lebensweise in den Alltagsverhältnissen trotz eines zunehmenden Bewusstseins von der ökologischen Krise? Wie hängen ökologisch nicht-nachhaltige Praktiken mit sozialer Ungleichheit zusammen, d.h., inwieweit basieren sie auf vorherrschenden Klassen-, Geschlechter- und rassifizierten Verhältnissen, die sie umgekehrt verstärken? Inwieweit, warum und in welchen gesellschaftlichen Bereichen (Mobilität, Ernährung, Digitalisierung…) werden externalisierungsgesellschaftliche Praktiken und die imperiale Lebensweise brüchig? Unter welchen Voraussetzungen übersetzt sich das Brüchig-Werden in politisches Handeln? Wie lassen sich das Entstehen und der Erfolg der neuen Klimabewegung erklären, wo liegen ihre Grenzen? Wie werden darin die – positiven wie negativen – Erfahrungen früherer emanzipatorischer sozialer Bewegungen verarbeitet? Inwieweit konstituiert sich die Bewegung auch über die Forderung nach Demokratie und die Infragestellung der herrschenden Eigentumsverhältnisse? Welche (konkurrierenden) staatlichen Strategien und welche Veränderungen in der dominanten Krisenbearbeitung zeichnen sich ab (grüner Kapitalismus, grüne Ökonomie…)? Welche Politiken, mit denen kritische Infrastrukturen auf absehbare Bedrohungen und Verwerfungen eingestellt werden sollen, lassen sich beobachten, und wie sind sie aus einer sozial-ökologischen Perspektive zu bewerten? Welche Rolle spielt die ökologische Krise in der politischen Rechten? Wie und mit welchen Akzeptanzchancen werden ökologische Themen von der Rechten besetzt?

3. Politiken der Externalisierung:Welche Externalisierungspraktiken sind mit fossilen und postfossilen Produktionsweisen verbunden? In welchen Zusammenhang stehen die Krisenbearbeitung im globalen Norden und die Kostenexternalisierung in den globalen Süden (z.B. Agrartreibstoff-Politiken, Bioökonomie, der Schutz von Kohlenstoffsenken, großflächige Ökostromproduktion, der forcierte Übergang zur Elektro-Automobilität oder zur Wasserstoffwirtschaft)? Welche sozialen und ökologischen Folgen zeitigen die Externalisierungen in den Ländern des globalen Südens? Wie – durch welche sozialen Konflikte, Kompromisse und staatlichen Politiken – werden sie hier internalisiert? Welche Marginalisierungsprozesse und Externalisierungen auf zukünftige Generationen gehen damit einher? Was bedeutet – umgekehrt – eine mögliche, durch die Corona-Krise bedingte bzw. beschleunigte Re-Organisation der internationalen Arbeitsteilung für ArbeiterInnen im globalen Süden, deren Existenz von der Produktion für den Weltmarkt abhängt?

4. Akteure und Voraussetzungen einer globalen sozial-ökologischen Transformation: Wie wäre eine internationale Arbeitsteilung vorstellbar, die Externalisierungen vermeidet und gleichzeitig den durch bisherige Externalisierungen geschaffenen Abhängigkeiten Rechnung trägt? Worin liegen die Potenziale und Grenzen jüngerer Green-New-Deal-Strategien? Welche Erfahrungen werden mit einer sozial-ökologischen Organisation von Infrastruktursystemen (Energiedemokratie, Ernährungssouveränität, nachhaltige Mobilität in Städten und ländlichen Räumen…) gemacht, welche Konflikte werden darum geführt? Wie lassen sich kritische Infrastrukturen auf eine Weise organisieren, die der Zuspitzung sowohl der ökologischen als auch der sozialen Krise angemessen ist? Welche Rolle spielen dabei Eigentumsfragen, d.h. inwieweit setzen sozial gerechte Maßnahmen zur Bekämpfung der ökologischen Krise und zur Anpassung an ihre nicht mehr vermeidbaren Folgen eine Änderung von Eigentumsverhältnissen und eine Demokratisierung (der Wirtschaft) voraus? Wie wird die Transformationsdebatte in den Gewerkschaften geführt? Welche Rolle spielen Gewerkschaften als Akteure der Transformation? Was sind Hemmnisse und Ermöglichungsbedingungen von ökologischen und feministischen Klassenpolitiken, basierend auf neuen Allianzen zwischen umweltpolitischen Akteuren, feministischen Bewegungen und Gewerkschaften? Wo ergeben sich Ansatzpunkte für eine sozial-ökologische Transformation in den Betrieben? Was lässt sich aus früheren Erfahrungen mit einer sozial-ökologischen Konversion der industriellen Produktion für aktuelle Transformationskonflikte lernen? Wo liegen die ökologischen Potenziale von Arbeitszeitverkürzung und generell einer anderen gesellschaftlichen Organisation von Arbeit, die wesentlich auch die Definition von Arbeit erweitert und die geschlechtlich und rassifiziert ungleiche Verteilung von Sorge- und Lohnarbeit überwindet?

5. Neuere theoretische Zugänge zur ökologischen Krise: Welche Entwicklungslinien zeichnen sich in den theoretischen Debatten über die ökologische Krise ab? Inwieweit verbessern neuere Debatten über Materialität unser Verständnis der Stofflichkeit sozialer Prozesse? Wie lassen sich produktive Verbindungen zwischen unterschiedlichen theoretischen Traditionen einer – im weiten Sinne verstandenen – Politischen Ökologie herstellen (Marxismus, Feminismus, Poststrukturalismus, Dependenztheorie, Dekolonialität, Neuer Materialismus…)? Was tragen jüngere theoretische Debatten und Weiterentwicklungen zum Verständnis der ökologischen Krise und zur Orientierung progressiver Kämpfe bei?

Bewerben können sich Doktorand*innen bzw. Habilitand*innen aus den Fächern Soziologie, Politikwissenschaft und Geographie sowie anderen, verwandten Fachrichtungen (z.B. Ethnologie, Psychologie oder Entwicklungsforschung), sofern die jeweiligen Bewerber*innen eine Promotionsberechtigung auch in den drei explizit genannten Disziplinen haben. Interessierte benötigen für ihre Bewerbung keine bereits an einer Universität beantragte Promotionszulassung, bzw. eine wissenschaftliche Betreuung; die wissenschaftliche Betreuung wird aus dem Betreuer*innenpool des Graduiertenkollegs gestellt. Zu diesem gehören: Maria Backhouse (Friedrich-Schiller-Universität Jena), Sybille Bauriedl (Europa-Universität Flensburg), Ulrich Brand (Universität Wien), Kristina Dietz (Universität Kassel), Christoph Görg (Universität für Bodenkultur Wien), Melanie Jaeger-Erben (Technische Universität Berlin), Stephan Lessenich (Ludwig-Maximilians-Universität München) und Markus Wissen (Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin). Das Kolleg ist institutionell an die Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin angebunden.

Promotionen können auch auf Englisch verfasst werden; Bewerber*innen müssen jedoch Deutschkenntnisse auf B2-Niveau nachweisen. Die Teilnahme an den Veranstaltungen im Rahmen des Kollegs ist verpflichtend.

Bewerbungsschluss ist der 1. April 2021; das Kolleg startet am 1. Oktober 2021. Weitere Informationen zu Bewerbungsunterlagen, erforderlichen Dokumenten und den Anforderungen an das Exposé entnehmen Sie bitte unserer Website: https://www.rosalux.de/stiftung/studienwerk/


Für das Stipendium für Promovierende aus dem Ausland können sich ausschließlich Ausländer*innen bewerben, die für ihre Promotion an einer deutschen Hochschule zugelassen sind (Promotionszulassung) oder die sich im Rahmen ihrer Promotion zu einem Forschungsaufenthalt in Deutschland befinden.

Stipendium für Promovierende aus dem Ausland

Die Rosa Luxemburg Stiftung vergibt mit Mitteln des Auswärtigen Amtes (AA) Stipendien an Ausländer*innen, die zur Promotion oder zu einem Forschungsaufenthalt im Rahmen ihrer Promotion nach Deutschland kommen.

Fördervoraussetzungen für ausländische Promovierende (alle Voraussetzungen müssen erfüllt sein):

  • Zulassung an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule in Deutschland oder im Ausland
  • Betreuung eineR HochschullehrerIn in Deutschland
  • sehr guter Studienabschluss
  • gesellschaftliches Engagement im Sinne der Rosa-Luxemburg-Stiftung
  • sehr gute Deutschkenntnisse (Nachweis des Spracherwerbs - Niveau B2) – wir fördern keine Deutsch-Sprachkurse!

Im Falle einer Promotion an einer deutschen Hochschule (Promotionszulassung in Deutschland erforderlich) beträgt die maximale Förderdauer zwei Jahre. Weitere Verlängerungen können beantragt werden - zwei Mal je sechs Monate, zusätzlich maximal ein Jahr bei Eltern, aus Krankheitsgründen oder bei anderweitiger schwerwiegender Beeinträchtigung.

Wer bereits von einer anderen Institution ein Stipendium/eine Förderung für seine Promotion erhalten hat, kann nur dann durch die RLS weiter gefördert werden, wenn diese Vorförderung weniger als zwei Jahre betrug. Jede Vorförderung wird zeitlich angerechnet, das heißt von unserer maximalen Förderzeit von zwei Jahren abgezogen.

In der Regel werden keine Promotionsabschlussstipendien vergeben. Die Förderung einer Promotion neben einer Erwerbstätigkeit ist nicht möglich.

Die Förderdauer für einen Forschungsaufenthalt in Deutschland im Rahmen einer Promotion an einer ausländischen Hochschule (Promotionszulassung der ausländischen Hochschule erforderlich) ist abhängig von den zeitlichen Erfordernissen des Forschungsaufenthalts; sie beträgt maximal zwei Jahre. Hinzu kommen Verlängerungsmöglichkeiten, wie sie weiter oben beschrieben wurden.

Private Auslandsaufenthalte im Herkunftsland oder in Drittländern können nicht gefördert werden.

Das monatliche Grundstipendium beträgt 1200,- €, hinzu kommen eine Mobilitätspauschale von 100 € und eine Pauschale (pauschalierte Nebenleistung) von 20,- €.

Eine Doppelförderung mit anderen öffentlichen Mitteln ist ausgeschlossen, unterschiedliche Stipendien werden miteinander verrechnet.

Anfragen und Information

Tel.: (030) 44310-223
Email: studienwerk@rosalux.org

Telefonische Sprechzeiten für BewerberInnen: 

Dienstag: 10:00-12:00 Uhr

Donnerstag: 14:00-16:00 Uhr