Regionalbüro Nordafrika

Das Regionalbüro Tunis koordiniert die Projekt- und Partnerarbeit in Tunesien, Ägypten und Marokko.

Die Region ist im Umbruch. Im Zuge der Proteste von 2011 mussten sich politische Akteur*innen, die zuvor unter stark repressiven Bedingungen arbeiteten, bewähren. Vielerorts bildeten sich neue politische Initiativen, die die entstandenen politischen Freiräume nutzten. Für diese Gruppen und Bewegungen ist es eine große Aufgabe, sich in politischen Systemen, die sich noch im fragilen Konsolidierungsprozess befinden oder wieder auf blutige Repression zum Machterhalt stützen, zurechtzufinden.

Dabei sind die Herausforderungen an die Politik gewaltig: Anhaltende Arbeitslosigkeit und Verarmung, reformbedürftige Bildungssektoren und wenig souveräne Wirtschaftsentwicklungsmöglichkeiten bei anhaltender Auslandsverschuldung. Nach kurzem demokratischem Aufatmen fokussieren sich Regierungen zur kurzfristigen Mobilisierung finanzieller Ressourcen wieder auf die Eliten der Diktaturzeit, die vielfach noch fest im Sattel sitzen. So wird die Entwicklungsrichtung, die erst zu den Protesten von 2011 führte, wiederholt. Die Migration nach Europa beziehungsweise der Wunsch danach ist angesichts der Perspektivlosigkeit vor allem unter der jüngeren Bevölkerung verbreitet. Gleichzeitig wird das Thema, mit Ausnahme von Marokko, nicht von staatlichen Akteur*innen in den Regionalländern adressiert, auch nicht in Bezug auf das Schicksal der Transitmigrant*innen aus den südlichen Ländern, die entweder als billige Arbeitskräfte oder Sicherheitsrisiken gesehen werden.

Mitarbeiter*innen des RLS-Büros Nordafrika in Tunis
Foto: Belhassen Handous

Regionalbüro Tunis

Büroleitung: Ivesa Lübben

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