Regionalbüro Ostafrika

Die Projektarbeit und die Eigenmaßnahmen der Stiftung in Tansania, Kenia, Uganda und Ruanda werden vom Regionalbüro in Daressalam koordiniert.

Politische Akteur*innen sehen sich gegenwärtig in den Ländern der Ostafrikanischen Gemeinschaft (East African Community, EAC) mit einer Vielzahl politischer Herausforderungen konfrontiert. Vonseiten der Regierenden werden zu Erhalt ihrer Machtpositionen zunehmend repressive Maßnahmen angewandt, die die politischen Grundrechte wie Meinungs- und Versammlungsfreiheit einschränken. Akteur*innen aus der Zivilgesellschaft, den Parteien wie auch der Wissenschaft nutzen verbliebene Aktionsräume zur Diskussion, Konsolidierung oder Netzwerkbildung. Alternative Diskurse und linke Visionen sind in einem derartigen Umfeld einschneidende Beschränkungen auferlegt.

Aktuelle Herausforderungen liegen in der strategischen Ausrichtung der Wirtschafts- und Entwicklungspolitik und dabei insbesondere im Umgang mit natürlichen Ressourcen. Aggressiver Extraktivismus, und Landkonflikte sowie die Auswirkungen des Klimawandels erfordern Alternativen zum gegenwärtigen Handeln. Die Landfrage steht im Zentrum eines notwendigen gesellschaftlichen Wandels. Aufgrund der Bevorzugung ausländischer Investoren gegenüber klein- und mittelständigen Unternehmen bleibt die Wirtschaftspolitik trotz positiver Prognosen internationaler Finanzinstitutionen sozial oftmals wirkungslos und führt zu steigender Ungleichheit. Auch erweist sich die regionale Integration nach einer gewissen Annäherungen in den vergangenen Jahren als ein schwieriger Prozess, der in jüngster Vergangenheit infolge nationaler Alleingänge und Koalitionsbildungen Rückschläge erlitten hat. Eine der Ursachen dafür liegt in den unterschiedlichen Positionen einzelner Staaten zu den von der EU propagierten Wirtschaftspartnerschaftsabkommen (Economic Partnership Agreements, EPA).

Die Partner*innen der Rosa-Luxemburg-Stiftung sind vorwiegend Organisationen und Akteur*innen, welche in den Bereichen partizipative Demokratie, insbesondere der Vertretung der Interessen von benachteiligten Gruppen, regionaler Integration, Handel und ländlicher Entwicklung aktiv sind. Die Vernetzung mit politischen Entscheidungsträger*innen, Medien sowie Forschungs- und Bildungseinrichtungen in der Region hat zentrale Bedeutung. Durch den Dialog zu Themen wie Handel oder Bergbau, soll die politische Interaktion von Akteuren aus Politik, Verwaltung, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft verbessert werden.

Die Ziele der Stiftungsarbeit in Ostafrika sind vor allem

  • Transparenz zu schaffen und die demokratische Beteiligung der Zivilgesellschaft an der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung der Region zu sichern und
  • den Zugang jeder und jedes einzelnen zu den Grundgütern eines selbstbestimmten Lebens im Sinne nachhaltiger Entwicklung (d.h. in der Einheit von sozialer Daseinsvorsorge und nachhaltigem Ressourcenmanagement), insbesondere im ländlichen Raum, zu sichern.
Team Regionalbüro Daressalam

Regionalbüro Daressalam

Büroleitung: Dorothee Braun

Rosa-Luxemburg-Stiftung
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Dar es Salaam, Tanzania

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