Themenschwerpunkte

In allen vier  Programmländern werden die gleichen Themenschwerpunkte bearbeitet.

Soziale Gerechtigkeit

Vietnam hat es in den letzten drei Jahrzehnten von einem der ärmsten Länder der Welt zu einem Land mit mittlerem Einkommen geschafft. Die wirtschaftlichen Erfolge beruhen weitgehend auf Exporten und ausländischen Direktinvestitionen. Das Sozial- und Gesundheitssystem bleibt aber ungenügend ausgestattet. Regulierungen zur Gleichstellung der Frau sind unvollständig umgesetzte und ethnische Minderheiten sind überproportional von Armut betroffen.

Laos, Kambodscha und Myanmar sind noch immer von der Landwirtschaft dominiert. Wirtschaftliches Wachstum ist auf wenige exportorientierte Sektoren beschränkt (Textil, Tourismus). Die Sozialsysteme sind marginal. Tiefer Armut stehen Bereicherung kleiner Gruppen und Korruption gegenüber. In allen Ländern sind ethische Minderheiten und besonders Frauen weiterhin stark diskriminiert und ausgebeutet (Mehrfachbelastung, Mädchenhandel, sexuelle Ausbeutung/Gewalt). In der Folge nehmen politische Polarisierung und ethnische Auseinandersetzungen zu.

Sozial-ökonomische und ökologische Transformation

Vietnam ist eines der am meisten von Klimawandel bedrohten Länder weltweit. Verbesserungen im Bereich Umweltschutz und menschlicher Entwicklung kommen jedoch nur langsam voran. Beispiele dafür sind gestiegene Luftverschmutzung, Wasserverschmutzung und unzureichende Nahrungsmittelqualität. Einsetzende öffentliche Diskussionen schaffen ein Potential, in größeren Kreisen über Alternativen nachzudenken.

In Laos, Kambodscha und Myanmar sind neben Elektrizität, Holzerzeugnisse und Produkte aus Sonderwirtschaftszonen wichtigste Exportgüter. Kritiker befürchten verheerende Folgen für die Lebensgrundlage tausender Menschen sowie für die Ökosysteme in den betroffenen Regionen. Investoren profitieren von steuerlichen Vorteilen und häufig von Befreiungen von bzgl. Arbeitsschutz- und Umweltschutzbestimmungen. Am Thema «Landrechte» und «Landraub» entzünden sich soziale und ethnische Konflikte. Die zunehmende Entrechtung von Arbeiter*innen in den Industriezonen führte zu zunehmenden Protesten.

Regionaler und Internationaler Dialog

Im Vergleich mit NGOs aus den Schwellenländern Südostasiens fehlt es den Zivilgesellschaften in den Partnerländern häufig an Wissen aus internationalen Foren und regionalen Zusammenkünften wie beispielsweise denen der Vereinten Nationen und ASEAN. Daher können sie ihre Kompetenzen für eine Arbeit in ihren jeweiligen Kontexten vergleichsweise schlecht voranbringen.

Der Ausbau der zivilgesellschaftlichen Arbeit auf die regionale Ebene stellt eine logische Erweiterung und komplementäre Herangehensweise zum zivilgesellschaftlichen Engagement auf nationaler und kommunaler Ebene dar. Regionale und internationale Netzwerke haben eine Rückkoppelungsfunktion, die zivilgesellschaftliche Organisationen dabei unterstützt, zum sozialen und ökologischen Wandel in den Partnerländern beizutragen.