"Nein" ist der Anfang...

Protest und Widerstand gegen die Einschränkung sozialer Rechte und soziale Leistungen sind eine normale Sache. Jeder und Jede hat das Recht, erst einmal "NEIN" zu sagen, wenn Entscheidungen in Staat und Gesellschaft ihre/seine Möglichkeiten zur Teilnahme an Gesellschaft und zur eigenen Entwicklung geschmälert werden. Widerstand ist legitim und Teil der politischen Kultur. Die kapitalistische Gesellschaft ist täglich dadurch gekennzeichnet, dass sie ihre Entwicklungsfähigkeit aus der Sicherung elementarer demokratischer und auch sozialer Rechte schöpft, gleichzeitig aber immer eine Tendenz besteht, diese Rechte auszuhöhlen oder teilweise zu beseitigen. Ohne Aktionen der Gewerkschaften, sozialer Bewegungen, linken Parteien aber auch ohne spontane Proteste von Menschen, die sich keinen Organisationen zugehörig fühlen, wäre die Gesellschaft heute weniger demokratisch, autoritärer, brutaler - aber mit Sicherheit auch weniger dynamisch und innovativ. Und Widerstand ist oft der Anfang von etwas Neuem. Freilich dreht sich die Auseinandersetzung meist nicht darum, ob Widerstand legitim ist, sondern welche Formen des Widerstandes legitim sind. Eine andere Frage ist z.B. ob parlamentarische Arbeit widerständig sein kann... In diesem Abschnitt sollen Positionen zu und Formen von Protest und Widerstand vorgestellt und diskutiert werden. Es soll weiter dargestellt werden, welchen Beitrag Politische Bildung hier leisten kann.   

Berichte und Analysen zu Aktionen von Protest und Widerstand

Zu den Aktionen im Umfeld des G8-Gipfels 2007 externer Link folgtweiter

Das Beispiel Sozialticket

 

In vielen Gemeinden und Regionen gibt es inzwischen Initiativen für ein Sozialticket. Oft sind diese Initiativen auch erfolgreich. so jüngst in Leipzig. Hier stimmte nach einem mehrmonatigen Diskussionsprozess, der eben von der BürgerInneninitiative geprägt wurde, der Rat dem Antrag zu einem Sozialticket zu. Im Webangebot der Bürgerinitiative "Leipzig braucht ein Sozialticket" ist die Entwicklung der Aktion sorgfältig dokumentiert. Außerdem finden sich viele links zu anderen Aktionen zu diesem Thema. interner Link folgtzur Website der Bürgerinitiative Im Januar 2008 fand im Bundestag ein Erfahrungsaustausch statt, auf dem Initiativen aus verschiedenen Regionen der Bundesrepublik präsent waren. interner Link folgtweiter zum Protokoll des Treffens       Im Land Brandenburg startete am 28.4.08 ein interner Link folgtVolksbegehren zur Einführung eines Sozialtickets.

Eine Studie zur Rolle des SDS in den StudentInnenprotesten 1968 und dem geschichtlichen Hintergrund Link für Dateidownload folgtweiter (pdf-Datei)

Antirassismus- und Klimacamp in Hamburg 2008 interner Link folgtweiter

Protest und Widerstand lernen

siehe auch Abschnitt "Didaktik des sozialen Lernens" interner Link folgtweiter Ruth Frey, RLS: Welche politische Bildung, welche Inhalte und Formen braucht Bildung für die linke Bewegung? interner Link folgtweiter

Theoretisches und Konzeptionelles

  • Rilling, R. (Hrsg.): Eine Frage der Gewalt. Antworten von links, Berlin, 2008 externer Link in neuem Fenster folgtweiter
daraus: Ruth Frey, RLS: Ein Tabubruch interner Link folgtweiter

Aus der Arbeit des GK Politische Bildung der RLS (Tagung am 29.2.08):

  • Andreas Merkens: »Die Regierten von den Regierenden intellektuell unabhängig machen« Gegenhegemonie, politische Bildung und Pädagogik bei Antonio Gramsci
    Der Titel, ein Zitat Gramscis aus den Gefängnisheften, weist uns auf eine grundlegende Zielvorgabe emanzipatorischer Politik hin: Gegenhegemoniale Veränderung von Gesellschaft ist notwendig an einen pädagogischen Prozess kollektiver Selbstbildung gebunden, in dem die subalternen Klassen ihre geschichtliche Handlungsfähigkeit erringen. Die Formulierung »unabhängig machen« provoziert aber auch eine Reihe offener Fragen, appelliert sie doch an einen kollektiven ›Erzieher‹, sei es eine Gruppe von Intellektuellen oder eine sozialistische Partei, der die Regierten in die intellektuelle Unabhängigkeit führt. Aber wodurch ist ein solcher ›Erzieher‹ legitimiert. Und lässt sich Selbstbestimmung und intellektuelle Unabhängigkeit überhaupt realisieren, wo pädagogische Führungsverhältnisse bestehen? Kann nicht, wie Marx noch unmissverständlich formuliert hat, die Befreiung der Arbeiterklasse nur das Werk der Arbeiterklasse selbst sein? >>>> Link für Dateidownload folgtweiter
  • Christoph Leser, Frankfurt/Main: Politisches Lernen im und am Widerspruch
    Thema Ihres Gesprächskreises ist die Frage, ob politische Bildung eine Didaktik braucht und welcher Art eine solche Didaktik sein könnte. Aus pädagogischer Perspektive stellt sich so die Frage, wie die paradoxe Aufgabe einer Erziehung zur Mündigkeit und damit auch zu politischer Mündigkeit zu bewerkstelligen sei. Der Beantwortung der Frage, wie eine solche politische Didaktik zu bewerten sei, muss die Klärung vorangehen, was unter politischer Mündigkeit überhaupt zu verstehen ist. Welcher Art ist diese Mündigkeit, die wir in einer demokratisch verfassten Gesellschaft anstreben? >>>> Link für Dateidownload folgtweiter
Literatur zum Thema Links zum Thema