Antirassismus - und Klimacamp 2008 in Hamburg

Unter dem Titel „für ein ganz anderes Klima…“ fand in Hamburg vom 15.-24. August das Antirassismus- und Klima-Camp statt. Auf dem Campgelände im Stadtteil Lurup trafen sich zahlreiche linkspolitische Gruppen und Aktivist/innen, um sich im Rahmen von Workshops auszutauschen, zu vernetzen und strategische Debatten zur Klimaproblematik und Rassismus zu führen. Darüber hinaus wurde mit vielen gemeinsamen Aktionen in die Öffentlichkeit interveniert, um dort Themen strategisch zu platzieren, sowie Zusammenhänge und Ursachen von sozialen Missständen aufzuzeigen.  Im Folgenden werden auf dieser Seite einige Eindrücke aus dem Camp gegeben…
Die offiziellen Homepages des Camps finden sich unter http://www.klimacamp08.net/ und
http://camp08.antira.info/index.html Am Samstag, den 16. August startete das Camp offiziell mit einer Auftaktkundgebung in Hamburgs Stadtmitte. Mit über tausend Menschen wurde die anschließende Begrüßungsdemo zu einer bunten Aktion.  Fotos unter:
http://asb.nadir.org/fotoarchiv/serien/showroll.php?dirpara=080816%20camps%20auftaktdemo Presseberichte:
http://www.taz.de/1/zukunft/umwelt/artikel/1/widerstand-mit-veganem-essen/http://www.taz.de/regional/nord/hamburg/artikel/?dig=2008%2F08%2F18%2Fa0196&cHash=3088592790http://www.welt.de/hamburg/arti2339800/Aktivisten_bereiten_Belagerung_von_Moorburg_vor.html Interview mit Tadzio Müller (Pressesprecher) zum Camp
http://www.neues-deutschland.de/artikel/133833.klimawandel-bedeutet-gesellschaftskrise.html Interview mit Ines Koburger (Pressesprecherin) zum Camp:
www.freitag.de/2008/33/08330202.php Interview mit Conny Gunßer (Flüchtlingsrat Hamburg)
http://www.jungewelt.de/2008/08-25/044.php
Ein Vertreter der Gruppe “Avanti – Projekt undogmatische Linke“ (Die Gruppe Avanti bereitete insbesondere die symbolische Besetzungsaktion “Gegenstrom08“ der Baustelle für das Kohlekraftwerk in Moorburg vor: http://www.gegenstrom08.net/) erklärt, wieso er und seine Gruppe sich mit dem Klima beschäftigen, erzählt über die Vorbereitungsarbeiten des Camps und spricht darüber, welche politischen Fragen sich unter anderen für die Aktivist/innen im Hinblick auf das Klima stellen. Für ihn gehört zum Beispiel die Frage nach sozialen Grundrechten und Eigentumsverhältnissen unbedingt mit dazu:
Audiodatei (Länge ca. 10 Minuten) wird demnächst eingestellt

Workshop Globale soziale Rechte

Am 17. August fand in einem Veranstaltungszelt des Camps ein Workshop zum Thema „Globale soziale Rechte statt“. Die Veranstaltung war besonders gut besucht. Hier ein Mitschnitt des Redebeitrags von Lisa vom Europäischen Bürgerinnen Forum: http://www.freie-radios.net/portal/content.php?id=23758 (Länge 11:50 Minuten) Einen Überblick über die Aktivitäten des Camps findet sich im Programm externer Link in neuem Fenster folgtweiter  
 

Zu einzelnen Aktionen

”Reclaim your Market“

Unter dem Motto "externer Link in neuem Fenster folgtReclaim your Market - globale soziale Rechte aneignen" sind am Montag die Aktionen des Klima- und Antira-Camps in Hamburg fortgesetzt worden. Mit einem Happening vor einer Aldi-Filiale stellten rund 250 Menschen die rabiate Geschäftspolitik von Supermarktketten an den Pranger. "Luxus für alle!", wurde gefordert, "Bio für alle!" und schließlich: "Papiere für alle!"…“ siehe taz:
http://www.taz.de/regional/nord/nord-aktuell/artikel/?dig=2008%2F08%2F19%2Fa0028&cHash=91f0a0ee30 Hier ein Interview (auf deutsch und französisch) mit Victor Nzusi von Via Campesina und jemandem aus dem Bündnis Reclaim your Market anlässlich der Kampagne und der Supermarktaktion am 18.08.08 im Stadtteil Ottensen: Beitrag von Freier Sender Kombinat, Hamburg (FSK) 93,0 MHz http://www.freie-radios.net/portal/content.php?id=23756 (Länge 25:36 Minuten)

Aktion gegen FRONTEX


In Lübeck wurden am 19. August Aktionen gegen die Grenzschutzagentur FRONTEX (Europäische Agentur für die operative Zusammenarbeit an den Außengrenzen) durchgeführt. FRONTEX ist von der EU beauftragt, an den südlichen Küstenregionen der EU und Nordafrikas Flüchtlinge abzufangen, die sich Richtung Europa bewegen und sie nach Möglichkeit  zurückzuschieben. Erster Kundgebungsort der Aktivist/innen waren die Eingangstore der Lübecker Akademie der Bundespolizei. Deutsche Bundespolizist/innen, die für FRONTEX rekrutiert werden, durchlaufen in der Lübecker Akademie eine Schulung, in der sie als „Menschenjäger“ (so ein Redebeitrag auf der Zwischenkundgebung) ausgebildet werden. FRONTEX übernimmt die Aufgabe, von der Europäischen Union, nicht erwünschte Migration zu verhindern und bildet somit ein Regulierungsinstrument der EU, um Migration selektiv zu steuern. Denn ökonomisch „nützliche“ Arbeitskräfte werden über bestimmte Verfahren und Vertragsabkommen durchaus eingelassen. Diese Politik der Abschottung gegenüber Flüchtlingen stand an diesem Tag im Fokus der Kritik. Ein wesentliches Argument war, dass die EU die Flucht von Menschen verhindert, die aufgrund von Lebensumständen fliehen, die die reichen Industriestaaten durch ihre Wirtschaftspolitik selbst produziert haben. Betont wurde bei der anschließenden Demonstration besonders die Forderung nach einem Recht auf Bewegungsfreiheit – unabhängig von Pass und Zugehörigkeit. http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/mit-kantaten-gegen-frontex/http://www.neues-deutschland.de/artikel/134016.klimacamper-ruecken-frontex-auf-die-pelle.html

Antiracamp in Hamburg - Bericht vom Donnerstag, 21.8.08


Warum die Ausländerbehörde Hamburg, die Charterfluggesellschaft Hamburg International und die Lufthansa die besondere Aufmerksamkeit des Antira-Camps genossen, erklärt Conny vom Flüchtlingsrat Hamburg in folgendem Radiobeitrag. Beitrag von Radio Z, Nürnberg 95,8 MHz http://www.freie-radios.net/portal/content.php?id=23768 (Länge 6:22 Minuten)

Aktion am Flughafen Fuhlsbüttel

Am 22. August 2008 „fluteten“ Aktivist/innen in den Flughafen Fuhlsbüttel in Hamburg, um ihren Protest gegen Abschiebungen von Flüchtlingen Kund zu tun und für ein Recht auf Bewegungsfreiheit einzutreten. Berichte und Dokumentation der Aktion, siehe:
http://www.neues-deutschland.de/artikel/134314.flughafen-geflutet.htmlhttp://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/andrang-am-abschiebe-flughafen/
Fotoserie auch unter:
http://www.nadir.org/nadir/kampagnen/euromayday-hh/de/2008/08/776.shtml

Aktion an der Baustelle des Kohlekraftwerks Moorburg


Noch vor der geplanten Großaktion besetzten Aktivist/innen aus dem Klima-Camp in Hamburg bereits am 20. August symbolisch die Baustelle des Kohlekraftwerks Moorburg und brachten die Arbeiten dort zum Erliegen. Felix Pithan berichtet im Morgenradio von Radio Dreyeckland, Freiburg 102,3 MHz
http://www.freie-radios.net/portal/content.php?id=23763 (Länge 8:32 Minuten)


Großaktion „Gegenstrom08“

Die Besetzungsaktion „Gegenstrom08“ fand am letzten Tag des Camps statt. Mit der Aktion sollte auf die derzeitige Energiepolitik aufmerksam gemacht werden. Während die Bundesregierung mit Merkels pressewirksamen Grönlandreisen versucht, sich ein grünes Image zu verschaffen, ist in der Bundesrepublik zeitgleich die Entstehung von 24 Kohlekraftwerken geplant. So suchten sich Aktivist/innen die Baustelle des Kohlekraftwerks in Moorburg als Ort aus, um laut zu protestieren:
http://www.neues-deutschland.de/artikel/134360.mit-wasserwerfern-gegen-klima-aktivisten.html
http://www.taz.de/1/zukunft/umwelt/artikel/1/jagdszenen-in-moorburg/

Nebenschauplatz Moorburg


Während der Aktion „Gegenstrom08“ kam es zu Übergriffen von Seiten der Polizei.
So wird sich die Hamburger Bürgerschaft noch im Nachhinein mit der Gewaltfrage auseinandersetzen müssen – allerdings mit Gewalt von Staatsseite aus:
http://www.taz.de/regional/nord/nord-aktuell/artikel/1/pruegelpolizist-auf-frischer-tat-ertappt/ Fotos: Umbruch Bildarchiv http://www.umbruch-bildarchiv.de/bildarchiv/ereignis/antiracamp_hamburg08.html