Demographischer Wandel

Die heutige politische Landschaft greift die demographische Entwicklung in ihrer Bedeutung für die allgemeine gesellschaftliche Entwicklung etwa eine Generation / 30 Jahre zu spät auf – der wissenschaftliche Vorlauf, der zwar nicht in jedem Fall die heutige Erkenntnis hatte, wäre aber schon vor Jahrzehnten in der Lage gewesen, das „Stellen von Weichen" zu erleichtern. Dabei geht es sowohl um die weiterhin steigende Lebenserwartung als auch um die radikalen Veränderungen im reproduktiven / generativen Verhalten. Mit der freien Zugänglichkeit von relativ sicheren Maßnahmen, Methoden und Mitteln der Familienplanung, insbesondere der Vorbeuge unerwünschter Schwangerschaften sank die demographische Reproduktion auf ein Niveau, das etwa ein Drittel unter der einfachen Reproduktion liegt, d.h. jeder Generation folgen nur zwei Drittel des eigenen Bestandes. Das ist in der Tat eine qualitativ neue Situation in der demographischen Entwicklung. Die Politik reagiert darauf allerdings wie vor über 200 Jahren - stereotyp im Sinne von Malthus: Es gibt immer nur zu viele Menschen, oder zu wenig oder die „falschen". Heute folgt darum der Ruf nach Bevölkerungspolitik und mehr Geburten! Der „Ausweg", die Defizite über eine gezielte Einwanderung zu kompensieren, wird aus nationalistischen Erwägungen abgelehnt. Zugleich wird eine neue „Front" aufgebaut: Transferleistungen von Eltern und deren Kindern an zeitlebens Kinderlose werden über Durchschnittswerte hochgerechnet. Im Duktus von Prof. Adrian, Mainz, werden dann zeitlebens Kinderlose als die „neuen Feudalherren" und deren Lebensstil pauschal als Ausbeutung bezeichnet. >>>> weiter
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