„Solidarische Ökonomie in Ostdeutschland, Ost- und Mitteleuropa“ während des 2. Sozialforums in Deutschland


Die Ergebnisse bestätigen das Konzept der Veranstalter/innen: Mitglieder des mitteldeutschen Raiffeisen-Genossenschaftsverbandes nahmen zum ersten Mal an einem Sozialforum teil. Die Gäste aus Rumänien erfuhren erstmalig sowohl voneinander als auch von Sozialforumsprozessen in einzelnen europäischen Ländern. Es wurden eine Reihe neuer Kontakte geknüpft und Absprachen für die weitere Zusammenarbeit getroffen. Insbesondere ostdeutsche Teilnehmer/innen am Sozialforum verfolgten mit großem Interesse die Veranstaltungen. Mehrere im Vorbereitungskreis Mitwirkende bezeichneten das Projekt als „bestes Beispiel für eine sozialforumsgemäße Veranstaltungsreihe“.
Für die weitere Bearbeitung des Themas „Solidarische Ökonomie“ konnten zumindest drei Schlussfolgerungen gezogen werden: 1) Solidarische Ökonomie sollte stärker als Motiv für autonome soziale und ökonomische Handlungsmöglichkeiten diskutiert werden. Dabei erwies sich die Zusammenarbeit mit Kommunalpolitiker/innen und kommunalen Verwaltungen als ein Konfliktpunkt. Ein weiterer Konfliktpunkt betrifft das politische Eintreten für gesetzliche Regelungen zur Selbsthilfe. Inwiefern und unter welchen Bedingungen kann es in der Gesellschaft de-mokratisierende und solidarisierende Prozesse befördern? 2) Es wäre näher zu untersuchen, inwiefern das Engagement von Akteuren der solidarischen Ökonomie Sozialforumsprozesse befördert. 3) Künftig müssen wesentlich intensiver als bisher solidarische Kooperationen unter KMU wie z. B. Arbeitgeberzusammenschlüsse als Potenzen Solidarischer Ökonomie analysiert und behandelt werden. Am Ende der Veranstaltungsreihe wurde (nochmals) herausgearbeitet, dass Akteure, die der Genossenschaftsidee anhängen, dann Gesellschaft positiv verändern helfen, wenn sie gezielt an der Schaffung neuer gesellschaftspolitischer Allianzen mitwirken. Aufgrund ihrer regionalen Verankerung können sie insbesondere helfen, Räume und Ressourcen zu erschließen, um von der Region aus Einfluss auf den Gang der Globalisierung zu nehmen, ihn zu verändern. Sie können demokratischer Globalisierungskritik und globaler Solidarität eine zusätzliche ökonomische Kraft verleihen. Dafür ist die bewusste Verbindung von Selbsthilfe, solidarischem Miteinander in der Genossenschaft/Gruppe/Organisation und das politische Eintreten für Solidarität mit den Schwächsten und Schwächeren in der Gesellschaft die Grundbedingung. Diese Verbindung und die entsprechenden Akteursbündnisse können und sollen durch Sozialforen befördert werden.
Die Akteure der Solidarischen Ökonomie und die Akteure der Sozialforumspro-zesse gehören zusammen bzw. die Akteure der Solidarischen Ökonomie sind zugleich Akteure der Sozialforumsprozesse bzw. sollten es werden. interner Link folgtweiter zum ausführlichen Bericht