Finanzmarkt

Als Finanzmärkte bezeichnet man diejenigen Märkte, auf denen „Finanzprodukte“ gehandelt werden. Der Begriff kam erst in den 1970ern auf und umfasst meist den Kapitalmarkt (für Wertpapiere wie Aktien und Anleihen), den Geldmarkt (kurzfristige Geldgeschäfte zwischen Banken und mit der Zentralbank) und den Devisenmarkt für Währungsgeschäfte. Hinzugezählt wird auch der Derivatemarkt, auf dem „abgeleitete“ Wertpapiere gehandelt werden. „Abgeleitet“ deswegen, weil mit Derivaten auf die Wertentwicklung von anderen Wertpapieren wie Aktien, Anleihen, Zinsen oder Rohstoffe gewettet werden kann. Akteure an den Finanzmärkten sind vor allem Banken, Investmentfonds, Pensionsfonds, (Lebens-)Versicherungen und vermögende Einzelanleger. Umgangssprachlich wird der Finanzmarkt häufig gleichgesetzt mit seinen Akteuren, zum Beispiel wenn es heißt „Finanzmärkte verlieren das Vertrauen in Griechenland“.

aus: Kaufmann, S./Stützle, I.: Ist die ganze Welt bald pleite? Staatsverschuldung: Was sie ist und wie sie funktioniert. luxemburg argumente, RLS Berlin, Oktober 2011