Planung und Planwirtschaft

NEUE LITERATUR (ERSCHIENEN AB 2007)

Boyer, Christoph (2007) (Hrsg): Zur Physiognomie sozialistischer Wirtschaftsreformen. Die Sowjetunion, Polen, die Tschechoslowakei, Ungarn, die DDR und Jugoslawien im Vergleich (= Studien zur Europäischen Rechtsgeschichte (Band 14)). Frankfurt am Main: Vittorio Klostermann Dieterich, Heinz/ Modrow Hans/ Steinitz, Klaus (2007): Sozialismus im 21. Jahrundert. Erfahrungen aus Vergangenem und Gegenwärtigem – Vorstellungen für die Zukunft. Kai Homilius Verlag. Beiträge der RLS-Konferenz „Der Sozialismus im 21. Jahrhundert“ vom Januar 2006 in Berlin. Erfahrungen und Probleme der Planung und wirtschaftlichen Entwicklung in der DDR  Schlussfolgerungen für die Zukunft, Beiträge zu einem Workshop am 10. November 2006, Helle Panke/rls, rls papers 2007 Link für Dateidownload folgtweiter (pdf-Datei) FORUM WISSENSCHAFT 4/2007, »Ja mach nur einen Plan ...« - Gesellschaftliche Planung: neue Diskussionsanläufe Giessler, Hannes (2007): Umgebessert, eingetaktet. Eine kurze Geschichtsstunde über das Privateigentum, die Verstaatlichung und den Wert. In: Jungle World 47, 22.11.2007 Gabriele Herbert (2007): Die "unsichtbare Hand" in der Selbstverwaltung, in: Elmar Altvater / Nicola Sekler (Hrsg.), Solidarische Ökonomie. Reader des Wissenschaftlichen Beirats von Attac, VSA-Verlag Linden van der, Marcel (2007): Was war die Sowjetunion? Kritische Texte zum real existierenden Sozialismus. ProMedia Verlag
  • In der Einleitung skizziert van der Linden überblicksartig die historisch verschiedenen Versuche, die Sowjetunion theoretisch zu fassen. Im Band werden diese Versuche dann mit einem exemplarischen Text je vorgestellt: Die Theorie des Staatskapitalismus (vertreten von Tony Cliff), die Theorie bürokratischen Kollektivismus (vertreten von Antonio Carlo), die ursprüngliche Theorie des degenerierten Arbeiterstaates (vertreten von Leo Trotzki), revidierte Theorie des degenerierten Arbeiterstaates (vertreten von Ernest Mandel), die Theorie der neuen Gesellschaftsform ohne herrschende Klasse (vertreten von Hillel Ticktin)
Neubert, Harald (2007), Was wurde aus der Oktoberrevolution  oder: Hat der Sozialismus eine Perspektive?, Berlin (Verlag am Park) Panajotis, Aleku (2007): Sozialismus. Vergangenheit und Zukunft einer sozialen Utopie. Schkeuditzer Buchverlag. Steinitz, Klaus (2007): Worin müsste sich ein demokratischer Sozialismus im 21.Jahrhundert vom gescheiterten Realsozialismus unterscheiden,?, Pankower Vorträge Heft 100, Helle Panke Steinitz, Klaus (2007): Das Scheitern des Realsozialismus. Schlussfolgerungen für die Linke im 21. Jahrhundert. VSA-Verlag Hamburg Sützle, Ingo (2007): Dem Wert auf der Spur: Von der Unmöglichkeit den Wert zu messen, ohne sich einen abzubrechen. Eine Kritik der Äquivalenzökonomie und ihrer Kritiker. In: Z, Zeitschrift Marxistische Erneuerung, Heft 71, September 2007, 18. Jhrg.

LITERATUR ZWISCHEN 1990 UND 2007

Albert, Michael (2006): Parecon. Leben nach dem Kapitalismus, Trotzdem Verlag Arbeitsgruppe Wirtschaftsreform beim Ministerrat der DDR (1990): Regierungskonzept zur Wirtschaftsreform in der DDR, Berlin 1990
  • Dieses unter Modrow erarbeitete Konzept markiert den wirtschaftspolitischen Bruch mit früheren Diskussionen – man könnte es auch als „Flucht nach vorn“ bezeichnen. Es ist Reflex der bereits ablaufenden Desintegration der Gesellschaft und kann, auch wenn vom Runden Tisch als Diskussionsgrundlage akzeptiert, keine Wirkung mehr entfalten. Es bietet auch keinerlei Ansatzpunkte mehr, um eine öffentliche Debatte anzuregen und verzichtet auf jede Aufnahme durchaus innovativer Aspekte, die in den Debatten 1989 noch präsent sind – insbesondere bezüglich einer tatsächlichen Demokratisierung von Entscheidungsprozessen.
W. Paul Cockshott/Allin Cottrell (2006): Alternativen aus dem Rechner. Für sozialistische Planung und direkte Demokratie. Übersetzt und herausgegeben von Helmut Dunkhase. Papy Rossa Verlag Creydt, Meinhard: Partizipatorische Planung und Sozialisierung des Marktes. Aktuelle Modelle sozialistischer Wirtschaftsgestaltung aus der angelsächsischen Diskussion. In: Widerspruch (Zürich) Bd. 40, 2001. Creydt, Meinhard: Zur Kritik des Marktsozialismus, in: Z - Zeitschrift Marxistische Erneuerung Juni 2001, Nr. 46, Jg. 12.
  • Implikationen einer verallgemeinerten Warenproduktion und Warenzirkulation. Schwierigkeiten von Konzepten, die den Markt sozial einbetten wollen. In der Zeitschrift weitere Beiträge zum Thema Werttheorie, Warenproduktion und Marktgeschehen, Staat im entwickelten Kapitalismus sowie Marktreform im Sozialismus.
Gehrke, Bernd/Hürtgen, Renate (Hrsg.): Der Betriebliche Aufbruch im Herbst 1989: Die unbekannte Seite der DDR-Revolution, Berlin 2001
  • Es wird nicht nur eine unbekannte Seite der Entwicklung der DDR 1989/90 behandelt, sondern auch eine Seite, die für die weitere Entwicklung kaum Bedeutung erlangen konnte. Die Vorstellungen waren stark von rätedemokratischen bzw. westdeutschen Mitbestimmungsmodellen geprägt, ohne dass unbedingt eine Kopie des westdeutschen Modells beabsichtigt war. Dieser Weg wurde vor allem durch die im ersten Halbjahr 1990 schnell einsetzende Intervention des DGB und seiner Gewerkschaften durchsetzbar. Obwohl sich der Band nicht vordergründig auf Forderungen zu Veränderungen hinsichtlich der Planung bezieht, verweisen vor allem die dokumentierten Forderungspapiere, Konzepte zur Gewerkschafts- und Betriebsratsarbeit auf bestimmte Vorstellungen auch bezüglich eines künftigen Planungssystems.
Jossa, Bruno (2005): Marx, Marxism and the cooperative movement, in: Cambridge Journal of Economics 2005, 29, S. 3-18 Kohlmey, G. (2001): Sozialismus als Alternative. Texte von 1947 bis 1993, Berlin 2001 Link für Dateidownload folgtweiter (pdf-Datei) Krätke, Michael (2006): Jenseits des Kapitalismus – oder wo die kapitalistische Entwicklung über sich hinausweist. In: Marcus Hawel und Gregor Kritidis (Hrsg.), Aufschrei der Utopie. Möglichkeiten einer anderen Welt. Offizin Verlag, Hannover 2006. Krätke, Michael (2003): Wirtschaftsdemokratie und Marktsozialismus. in: Kritische Interventionen, Offizin Verlag Krause, Günter: Wirtschaftstheorien in der DDR, Marburg 1998
  • Ein komplexer Überblick über die Entwicklung der theoretischen Auffassungen in der DDR, in ihrer zeitlichen Entwicklung dargestellt. Mit einem umfangreichen Literaturverzeichnis. In dieser Art eine wahrscheinlich einzigartige Publikation.
Linden van der, Marcel (1989): Von der Oktoberrevolution zur Perestroika. Der westliche Marxismus und die Sowjetunion, Frankfurt/M Elson, Diane (1988): Market Socialism or Socialisation of the Market?, in: New Left Review, 172, 3 - 44 (deutsch in: Prokla Nr. 78, 1990) Elson, Diane (2000): Socializing Markets, not Market Socialism, in: Socialist Register 2000, S. 67 - 85
  • Der Beitrag macht das Problem deutlich, das die Diskussion bis heute prägt – sind Markt und Plan bloße Instrumente sozialer Akteure, die nach Opportunitätsewägungen einzusetzen sind, oder erwachsen sie aus bestimmten Gegebenheiten; es steht also nicht im Belieben der Menschen, das eine oder andere zu nutzen?
Pirker, Theo/M. Rainer Lepsius u.a. (1995): Der Plan als Befehl und Fiktion. Wirtschaftsführung in der DDR. Opladen 1995 Roesler, Jörg (1990): Zwischen Plan und Markt. Die Wirtschaftsreform 1963 - 1970 in der DDR, Freiburg/Br. 1990, 192 S.
  • Kommentar von der Bundeszentrale für Politische Bildung zu diesem von ihnen herausgegebenen Buch: „Diese Untersuchung stammt von einem der besten Experten für die Wirtschaftsgeschichte der DDR. Er vertritt die These, daß das Neue ökonomische System in der DDR vor allem aus politischen Gründen gescheitert sei; die Staats- und Parteiführung sahen durch die größere Selbständigkeit der Betriebe und Kombinate ihr Machtmonopol gefährdet.“
Roesler, Jörg: Brigadebewegung in der DDR. in: Beiträge zur Geschichte der Arbeiterbewegung 3/96, S. 3-26
  • Das Problem der Planwirtschaft verstehen erfordert, die Akteure dieser Wirtschaft zu verstehen. Dieser Beitrag von Roesler gibt einen guten Überblick über Verständnis und Selbstverständnis der Rolle der Beschäftigten im Planungsprozess.
Roesler, Jörg (1999): Wirtschaftspolitische Grundsatzentscheidungen in beiden deutschen Staaten von 1946-1970, in: Utopie Kreativ Heft 103-104 Mai/Juni 1999 Link für Dateidownload folgtweiter (pdf-Datei) Saage, Richard (2000): Planwirtschaft und Konsumgesellschaft. Edward Bellamys utopischer »Rückblick aus dem Jahr 2000 auf 1887«, in: Utopie Kreativ - 111 von Prof. Dr. Richard Saage 2000/01 Link für Dateidownload folgtweiter (pdf-Datei) Singer, Paul (1981): Was heute Sozialismus ist: Lateinamerika. Analysen und Berichte V. Perspektiven und Probleme der Linken (Broschiert) von Veronika Bennholdt-Thomsen (Autor), Tilman Evers (Autor), Klaus. Meschkat (Autor), Olle & Wolter, Berlin, S. 15-40 Spoo, Eckart/ Butenschön, Rainer (2000): Der Mensch und der Plan. Eine Jahrhundertbilanz des Kommunismus. VSA-Verlag, Hamburg Steiner, A. (2001): Die DDR- Wirtschaftsreform der sechziger Jahre. Konflikt zwischen Effizienz- und Machtkalkül, Berlin 2001
  • Der Wert dieses umfangreichen Buches liegt in seiner Materialfülle – die über Gebühr ideologisierenden Wertungen lassen zum großen Teil seinen Charakter als Auftragswerk unangenehm deutlich werden.
Urban, Michael E., 1985: Conceptualizing Political Power in the USSR: Patterns of Binding and Bonding. Studies in Comparative Communism 18 (4), 207-226(X- K) Wolf, Herbert: Hatte die DDR je eine Chance? Sozialismus extra, VSA-Verlag, Hamburg 1991
  • Herbert Wolf gehörte zu den Exponenten des „Neuen Ökonomischen Systems des Sozialismus“. Nach dem Abbruch der Reform lehrte er in Berlin an der Hochschule für Ökonomie.
Zimmermann, Brigitte/Schütt, Hans-Dieter: ohnMacht. DDR-Funktionäre sagen aus, Berlin 1992

LITERATUR VOR 1990

Autorenkollektiv (1969): Politische Ökonomie des Sozialismus und ihre Anwendung in der DDR, Berlin 1969
  • Der Band gibt konzentriert die Philosophie der Wirtschaftsreformen Ende der sechziger Jahre wider. Um die Intentionen dieser Reformen zu verstehen, ist die Lektüre dieses Buches unabdingbar. Bereits 1967 erschien unter dem Titel „Politische Ökonomie des Sozialismus – ihre Anwendung in der DDR“ ein Manuskriptdruck, in dem bestimmte Probleme und Lösungsrichtungen schärfer formuliert wurden.
Beiträge zur Geschichte der Politischen Ökonomie der Sozialismus (Ausgewählt, herausgegeben und eingeleitet von H. Meißner und G. Wittenburg), Berlin 1978 zu drei ausgewählten Beiträgen Link für Dateidownload folgtweiter (pdf-Datei)
  • Zusammengestellt sind Arbeiten sowjetischer ÖkonomInnen, die durchweg in der einen oder anderen Art und Weise Grundfragen der Planung berühren. Schwerpunkte bilden dabei die Rolle von Ware-Geld-Beziehungen sowie die Ursachen für die Existenz dieser Beziehungen in der sozialistischen Gesellschaft.
Bettelheim, C. u.a. (1969): Die Planungsdebatte in Cuba. Probleme sozialistischer Politik 15, Frankfurt/Main 1969
  • Dieses Buch steht hier stellvertretend für eine westliche Diskussionslinie, die der Planung und insbesondere auch der Nutzung von Ware-Geld-Beziehungen kritisch gegenüberstand – hier entwickelt in einer Diskussion zwischen Charles Bettelheim und Ernest Mandel. Von Interesse ist dieser Band auch, weil hier Ernesto Che Guevara selbst zu Wort kommt.
Bettelheim, C. u.a.: Zur Kritik der Sowjetökonomie, Berlin (West) 1969
  • Die oben angedeutete Auseinandersetzung ist hier mit Positionen zahlreicher Autoren und weniger Autorinnen breit dokumentiert.
Koziolek, H./Reinhold, O. (1989): Aktuelle Probleme der politischen Ökonomie des Sozialismus, Berlin 1989; hier vor allem Kapitel 5 „Die sozialistische Planwirtschaft und die Vervollkommnung von Leitung, Planung und wirtschaftlicher Rechnungsführung“
  • Der Band fasst den Entwicklungsstand und die damit verbundenen Probleme der in den 80er Jahren abgelaufenen Veränderungen im Planungs- und Leitungssystem der Wirtschaft der DDR zusammen. Hier ging es um die Lösung der anwachsenden Widersprüche zwischen der durch Staat und Parteiführung geforderten und von relevanten Teilen der Bevölkerung erwarteten Stabilität des Grundgerüstes sozialer Sicherheit, der konstatierten Notwendigkeit höherer Eigenständigkeit der Unternehmen, der Schaffung neuer Räume für die Realisierung weitergehender Bedürfnisse der Bevölkerung – und dies vor dem Hintergrund von notwendigen Strukturveränderungen in Folge der wissenschaftlich-technischen Revolutionen sowie wachsender ökologischer Herausforderungen.
Kornai, Janos: Overcentralization in Economic Administration. Oxford University Press, Oxford [u.a.] 1959.
  • Kornai gehört zu den profiliertesten KritierInnen der Praxis  sozialistischer Planwirtschaft, die in einem der sozialistischen Staaten (Ungarn) selbst mit Einfluss wirkten. Ende der achtziger Jahre entwickelt er sich zu einem radikalen Gegner jeglicher Form von Planwirtschaft.
Ders: Mathematical Planning of Structural Decisions. North-Holland, Amsterdam 1967, deutsch als: Mathematische Methoden bei der Planung der ökonomischen Struktur. Verlag Die Wirtschaft, Berlin 1967. Ders: Anti-Equilibrium. On economic systems theory and the tasks of research. North-Holland, Amsterdam 1971, deutsch als: Anti-Äquilibrium. Über die Theorie der Wirtschaftssysteme und die damit verbundenen Forschungsaufgaben. Springer, Berlin [u.a.] 1975 Ders: Rush versus Harmonic Growth. North-Holland, Amsterdam 1972 Ders: Economics of Shortage. 2 Bände, North-Holland, Amsterdam 1980 Land, R./Kirschner, R. (Hrsg.): Studien zur Gesellschaftsstrategie, Berlin 1989
  • Die Publikation setzt an den Ergebnissen eines Projektes zur Zukunft des Sozialismus an der Humboldt-Universität an. Diese, wie auch das von Koziolek/Reinhold angeführte Buch, zeigen die gegenseitige Isolation ähnlicher Diskussionsrichtungen in der kleinen DDR. Das Interesse am direkten Austausch war auch selbst im Dezember 1989/Januar 1990 nur gering. Betrachtet man das Regierungskonzept Anfang 1990, die Publikationen von Koziolek/Reinhold und Land/Kirschner in ihrem sachlichen Zusammenhang, lässt sich als Schlussfolgerung formulieren: eine geplante Wirtschaft ist nur als öffentlicher, deliberativer Prozess möglich. Demokratisierung ist eine noch zu ungenaue Bezeichnung.
Roesler, Jörg (1978): Die Herausbildung der sozialistischen Planwirtschaft in der DDR, Berlin (Ost) 1978 Schließer, W. (Hrsg.): Wertgesetz und Wertkategorien in der sozialistischen Planwirtschaft. Eine politökonomische Studie. Berlin 1979 zu einigen Kernaussagen interner Link folgtweiter
  • Die Broschüre beschreibt die Ende der siebziger Jahre herausgearbeitete Lehrmeinung zum Thema Planung, Ware, Geld, Markt usw. im Sozialismus. Die hier entwickelten Positionen bestimmen auch die Herangehensweise an Reformvorschläge zur Planung und Leitung in den achtziger Jahren. Freilich gilt hier wie auch in vielen anderen Fragen, dass die Politik nicht zwangsläufig der Wissenschaft folgt bzw. folgen kann...
Šik, Ota (1966): Ökonomie Interessen Politik, Berlin 1966
  • Ota Šik gilt als einer der wichtigsten Vertreter der Reformen 1968 in der CSSR. In diesem 1962 erstmals veröffentlichten Buch befasst er sich ausführlich mit der Frage der ökonomischen Interessen – eine Frage, die für alle Wirtschaftsreformen in den sozialistischen Ländern zentral war.

Planung und Planwirtschaft in der Kunst

Planwirtschaft kann nicht verstanden werden, wenn man die Planenden nicht versteht. Selbstzeugnisse sind meist nicht sehr überzeugend. Künstlerische Verarbeitung kann oft helfen, die tatsächlichen Verflechtungen von Moral, Politik, Kultur und Ökonomie besser zu verstehen. Plkanen heißt entscheiden, heißt Prioritäten setzen, heißt Menschen auch sagen zu müssen, dass ihre Bedürfnisse weniger wichtig sind (oder scheinen) als die anderer. Der in Planung manifeste Kompromiss kann für die Einzelnen menschlich verletzend sein. Damit muss jede und jeder Einzelne umgehen können.Darüber müssen sich Planende immer im Klaren sein, darüber muss gesellschaftlich reflektiert werden. Planung und Planwirtschaft sind bei weitem nicht so häufig Gegenstand von Kunst gewesen, wie man vielleicht meinen sollte. In jedem Fall wurden Werke dieser Art meist mit Verachtung rezipiert, ihre Qualität schon ob ihres Gegenstandes in Frage gestellt und mit dem Etikett "Propaganda" versehen. Die folgenden Leseempfehlungen sollen einen Zugang zu der Art bieten, in der derartige Konflikte und Widersprüche einer geplanten Wirtschaft behandelt werden.
  • Noll, Dieter: Kippenberg; Berlin/Weimar 1979