29. September 2018 Bildungsreise Russland er"fahren".Annäherung an einen entfremdeten Nachbarn.

Aktuell: zwei Plätze frei!!!!

Information

Veranstaltungsort

RF Moskau-Jaroslawl-Nishni Novgorod-Kazan-Samara-Wolgograd-Moskau

Zeit

29.09.2018, 12:00 - 11.10.2018, 16:00 Uhr

Russland er"fahren".Annäherung an einen entfremdeten Nachbarn.
Foto: sputniknews©caters_bear_04-800x498

"Europa" rüstet. Wir lernen ein neues Schlagwort: PESCO. 24 Mitgliedsstaaten der EU vereinbaren im November 2017 das Projekt militär- und rüstungspolitischer Kooperation. Bedeutende nationale Ressourcen sollen in Rüstungsgüter, Infrastrukturanpassung für militärische Zwecke, Kommandozentralen fließen, "um in unsicheren Zeiten Bedrohungen verteidigungsbereit" gegenüberzustehen.
Wer bedroht uns? Wem gegenüber müssen wir uns verteidigen? Gegen wen wird gerüstet?
In offiziellen Verlautbarungen wird der potentielle Feind nicht genannt. An den Ostgrenzen des EU- (und NATO-)Raumes wird Militär stationiert. Eine Großübung löst die nächste ab.
Die Medien verbreiten als Begründung für die Rüstungswelle: - Der Krieg in der Ukraine brachte die Wende von der Schrumpfung zur Aufrüstungswelle; - den Krieg in der Ukraine hat nach Brüsseler Lesart "Moskau" zu verantworten; - Moskau hat die Reconquista der ehemals sowjetischen Territorien gestartet; - "Der Russe" fährt wieder auf seinen alten imperialen Gleisen.
Sind die Bedrohungsvorstellungen in osteuropäischen EU-Staaten nachvollziehbar, so verblüfft nach der Zeit der Entspannung und Annäherung in den 70er Jahren das scheinbar bruchlose Anknüpfen an alte Stereotypen von "dem Russen", dem "schrecklichen Moskowiter",  in der veröffentlichten Meinung und dessen Echo bei einem beträchtlichen Teil der Bevölkerung.
Der Blick in die Geschichte der deutsch-russischen Beziehungen, ob politisch, wirtschaftlich oder kulturell zeigt, wie sich über die Jahrhunderte unser Bild von den "anderen" geformt hat und geformt wurde.  Einerseits Ablehnung und Panik, wenn Russland nicht gelehrig und gehorsam westlichen Vorbildern nacheiferte. Faszination durch das Eigenständige, Andersartige, In-sich-Ruhende bis hin zur enthusiastischen Heilserwartung aus dem Ort der Sehnsucht andererseits.
Und jenseits dieser negativen oder positiven Imaginationen gibt es die realitätsnahen Berichte der vielen Migrant*innen aus Russland und nach Russland. Es sind Reiseberichte, Zeugnisse von Händlern, Handwerkern, Aussiedlern. Schilderungen über das Alltagsleben, über das Zusammenleben zwischen den Menschen in diesem unbekannten Land.
Mit dem historischen und gegenwärtigen „Feindbild“ wird sich die Bildungsreise 2018 nach Russland befassen. Auf dem russischen Fluss, der Wolga, von Moskau bis Wolgograd, wollen wir uns vom 29.09.-11.10.2018 unserem wieder fremd gewordenen Nachbarn Russland annähern.

Reisepreis:
1400.-€ auf dem Hauptdeck, 1450.-€ auf dem Oberdeck der "MS Marc Chagall" (früher "MS Scholochow“), Einzelkabine 1.700€.
incl. Flug ab Frankfurt/Berlin/Hamburg/Wien, Übernachtungen, Verpflegung, Ausflüge und Besichtigungen, Transfer Flughafen-Flusshafen, Zugfahrt Wolgograd-Moskau, Transfer Bahnhof Moskau-Flughafen.

·       Die Unterbringung erfolgt in Zweibett-Kabinen. Einzelkabine (begrenzte Anzahl) mit Zuschlag möglich

Nicht enthalten sind:
·       Visa-Gebühren (Reisepass muss mind. 6 Monate gültig sein)
·       Auslandskrankenversicherung (obligatorisch für die Erteilung eines russischen Visums)
·       Reiserücktrittversicherung
·       Transfer vom Heimatort zum Flughafen

Reiseleitung und Organisation:

Hannelore Philippi, Slavistin, Politikwissenschaftlerin und Russlandkennerin, langjährige Erfahrung als Reisebetreuerin

Gisela Ruge, Regionalmitarbeiterin der Rosa Luxemburg Stiftung Saarland

 

Geplanter Reiseablauf (Planungsstand 29.04.2018, Änderungen vorbehalten)

 

Samstag 29.09.2018
Flug nach Moskau und Transfer zum Hafen
Am Abend Moskau bei Nacht und Metrobesichtigung

SONNTAG 30.09.2018
Moskau
Besuch und Gespräch im Büro der RLS Moskau. Vorstellung der Arbeit des Büros. Gesprächsrunde zur Außenpolitik der RF. 
Mittagessen im „Spezbufet“
Stadtrundfahrt durch die russische Hauptstadt mit ihren majestätischen Plätzen, begrünten Boulevards, den Parks und Gärten. Sie ist eine der faszinierendsten Städte weltweit. Markante Punkte sind u.a. die Aussichtsplattform auf den Sperlingsbergen, das Bolschoi-Theater der Rote Platz, begrenzt von der Basilius-Kathedrale mit ihren bunten Zwiebeltürmen, vom Kaufhaus GUM im russischen Barockarchitekturstil, dem Historischen Museum und dem Kreml.
Rückfahrt zum Hafen
Das Schiff legt um 17:30 nach Uglitsch ab.
Am Abend Informationen zum Organisations- und Reiseverlauf, Kennenlernen der Reiseteilnehmer*innen, Vorstellung der Referent*innen.

MONTAG 01.10.2018
Uglitsch 16:30 – 18:30
Die Stadt am Goldenen Ring wurde 1148 gegründet. Von der Wolga aus hat man den Blick auf eine der schönsten Stadtsilhouetten während der Reise.  Bereits von weitem ist die Johanneskirche und die Erlöserkathedrale zu erkennen.  Ein Rundgang stellt den Kreml', eines der ältesten Gebäude der Stadt vor. Hier lebte im 16. Jahrhundert Maria Fedorovič Nagaja, die siebte Frau von Ivan IV, mit ihrem unter ungeklärten Umständen früh ums Leben gekommenen Sohn Dmitrij im Exil.
Runder Tisch: „Die russische Föderation in Schaubildern, Statistiken und Strukturen. Das russländische Deutschlandbild seit 2000.“

DIENSTAG 02.10.2018
Jaroslawl  8:00 – 22:00
Die Stadt Jaroslawl, nach ihrem Begründer Fürst Jaroslav dem Weisen benannt, dehnt sich entlang beider Ufer der Wolga über dreißig Kilometer aus. Der Fürst lebte hier im 11. Jahrhundert. Ein unumstrittener Glanzpunkt von Jaroslawl ist das im 13. Jahrhundert errichtete Erlöser-Verklärungs-Kloster mit seinen Kathedralen, einer Rotunde und einem ehemaligen Handelshaus, sowie die Prophet-Elias-Kirche mit ihren einmaligen Fresken. 
Streckeninformation: „Der Moskwa-Wolga-Kanal als Beispiel für die Großbaustelle der heroischen Ära der UdSSR."

MITTWOCH 03.10.2018
Kostroma 08:00 – 22:00
Kostroma liegt an der Mündung der Kostroma in die Wolga. Besichtigt wird das Ipatjew-Kloster aus dem späten 18. Jahrhundert, im Freilichtmuseum können zahlreiche Holzbauten wie Windmühlen, Badehäuser, Kirchen und Wassermühlen besichtigt werden. Sie wurden aus der umliegenden Gegend hierher gebracht.
Runder Tisch: „Die Russlanddarstellung in den deutschen Medien.“

DONNERSTAG 04.10.2018
Nischnij Nowgorod 15:00 – 19:00
Die Stadt liegt an der Mündung der Oka in die Wolga, eine logistisch hervorragende Lage, wovon die Stadt als europaweit bekannte Messe- und Handelsstadt jahrhundertelang profitierte.  Die Stadtbesichtigung beinhaltet den Kreml', ein Spaziergang über die Fußgängerpromenade gibt Gelegenheit, einen Eindruck vom pulsierenden Leben im heutigen Nischnij zu gewinnen.
Runder Tisch: „Wirtschaft und Handel. Ein historischer Abriss; aktuelle Tendenzen und Auswirkungen der EU‐Sanktionspolitik."
Am Abend: Film „Andrej Rublov“ von Andrej Tarkovsky (1966)

FREITAG 05.10.2018
Kazan 15:30 – 20:00
Kasan ist eine geschichtsträchtige Stadt. Von den Mongolen gegründet,  wurde Kazan Hauptstadt des Khanats Kasan. Im 16. Jahrhundert eroberte Ivan IV das Gebiet. Die facettenreiche Vergangenheit hat das heutige Stadtbild geprägt. Das halb russisch und halb tatarische Kasan ist ein Schmelztiegel muslimischer und christlicher Bewohner mit einer einzigartigen kulturellen Mischung, ein Markenzeichen der Stadt. Sagen wie aus „1000 und einer Nacht“ sind mit einigen Gebäuden auf dem Gelände des imposanten Kreml verknüpft.
Streckeninformation: „Die Bedeutung der Wasserwege.“
Runder Tisch: „Die RF: Ein multinationaler und multikultureller Staat.“

SAMSTAG 06.10.2018 
Uljanowsk 9:00 – 14:00
Uljanowsk (1648-1780 - Sinbirsk, 1780 - 1924 - Simbirsk) ist eine Stadt im europäischen Teil Russlands, der Hauptstadt des Uljanowsker Gebiets, auf dem Priwolzhsky-Hügel, am Ufer der Wolga und des Sviyaga-Flusses. Informeller Name der Stadt: Luftfahrthauptstadt Russlands. Uljanowsk kann mit Recht eine Stadt der Museen genannt werden. Zahlreiche Museen bieten Ausstellungen über die Geschichte, Kultur und Architektur der Stadt. Die Geschichte einiger Museen hat ihren Ursprung in der fernen Vergangenheit, als die Gelehrten und Kaufleute aus Simbirsk sammelten und ihrer Heimatstadt ein großes kulturelles und wissenschaftliches Erbe präsentierten. Besuch des Geburtshauses von Lenin.
Runder Tisch“: „Wie viel Sowjetunion steckt in der Russischen Föderation? Zielt die Politik Putins gegenüber dem „nahen Ausland“ auf die Restauration der UdSSR?"
Am Abend Film: "Djamila“ von Dschingis Aitmatov

SONNTAG 07.10.2018
Samara 8:00 – 13:00
Bis zum Ende der Sowjetära war das im 14. Jahrhundert gegründete Samara eine „geschlossene“ Stadt und für westliche Ausländer nicht zugänglich, nicht nur wegen der bedeutenden Rüstungsindustrie. Heute ist Samara eine weltoffene Handelsmetropole. Während des Zweiten Weltkriegs wurde Samara kurzzeitig in Kuibyschew umbenannt und war als alternative Hauptstadt für den Fall einer Invasion Moskaus durch die deutschen Truppen vorgesehen. Besichtigung des Stalin-Bunkers.
Runder Tisch: „Das Wolgagebiet: Migranten aus dem deutschsprachigen Raum. Geschichte, Zusammenleben über drei Jahrhunderte. Blick auf die Gegenwart“

MONTAG 08.10.2019
Saratov 10:30 - 13:30
Saratow, eine weitere einst geschlossene Stadt (Produktion von Militärflugzeugen), verbindet die Architektur einer alten Handelsstadt mit einer modernen Stadt. Zur gleichen Zeit ist es eine Stadt der Universitäten, Theater und Museen. Das historische Zentrum von Saratow besteht aus einer Reihe von Gebäuden aus dem späten 19. - 20. Jahrhundert. Auf dem berühmten Kosmonauten-Deich (Juri Gagarin, prominenter Sohn der Stadt) kann man die Schönheit der Wolga genießen, die Chernyshevskogo Straße ist die längste Straße, sie verläuft über 7 km entlang der Wolga. Das älteste Gebäude der Stadt ist die Dreifaltigkeitskathedrale. Die Stadt galt früher als autonome Republik, viele Wolgadeutsche ließen sich hier nieder, bis sie im 2. Weltkrieg nach Sibirien und Kasachstan umgesiedelt wurden.
Runder Tisch: „Die RF: Zentralstaat und Republiken, autonome Gebiete und ihre Strukturen."

DIENSTAG 09.10.2018
Ankunft in Wolgograd 9 Uhr
Wolgograd, ehemals  Zarizyn, dann Stalingrad, genießt den Status einer Heldenstadt aufgrund seiner Schlüsselrolle im zweiten Weltkrieg. Hitler ließ die Stadt im Zuge der Erweiterung der Ostfront monatelang bombardieren. Als eine einzige Ruine hinterlassen, hat sich die Stadt innerhalb weniger Jahrzehnte zu einer Weltmetropole entwickelt.
Die Stadtrundfahrt führt zum Mamajew-Hügel mit der Kolossalstatue „Mutter Heimat ruft“, Besichtigung des Panoramamuseums.
Transfer zum Hotel „Radisson Park Inn“.

MITTWOCh 10.10.2018
Wolgograd
Gespräch an der Universität: „75 Jahre nach Stalingrad: Trauma‐Mythos‐Historisierung. Russländische Erinnerungskultur und ‐politik.“
Transfer zum Bahnhof und Abfahrt nach Moskau ca. 15:23
Während der Zugfahrt nach Moskau: Gesprächsrunde und Feedback zur Bildungsreise.

Donnerstag 11.10.2018
Ankunft in Moskau ca. 9:30
Bustransfer zum Moskauer Flughafen, Rückfluge nach Frankfurt, Berlin, Hamburg und Wien

 

Information, Anmeldung und Kontakt:

RLS Saarland Gisela Ruge
Email: gisela.ruge@rosalux.org
Tel.: 0681-595 3892
Mobil: 0160-2801 270

 

Bitte bei der Anmeldung Adresse, Telefonnummer, Geburtsdatum, den gewünschten Abflughafen sowie Doppelkabine/Einzelkabine angeben.

 

Die Bildungsreise findet in Kooperation mit dem Moskauer Büro der Rosa Luxemburg Stiftung statt.