Beschreibung
Das Ruhrgebiet war über zwei Jahrhunderte hinweg das industrielle Herz Deutschlands, erlebte jedoch ab den 1970er Jahren einen tiefgreifenden Strukturwandel. Während dieser Wandel in der Öffentlichkeit, in den Gewerkschaften und in der Wissenschaft intensiv diskutiert wurde, blieb der Blick auf die Konsequenzen für das Arbeits- und Sozialleben der Menschen häufig unterbelichtet.
Bis heute bleibt das Leben im Ruhrgebiet vielerorts geprägt von Armut, schlechten Wohnbedingungen, maroder Infrastruktur, Unterfinanzierung der Kommunen und eingeschränkten Bildungs- und Aufstiegschancen. Rechte Parteien instrumentalisieren die soziale Unsicherheit, in dem sie strukturelle und soziale Probleme als Folge von Migration darstellen und die gesellschaftliche Spaltung vorantreiben.
Vor diesem Hintergrund sollen auf der von der Föderation Demokratischer Arbeitervereine (DIDF), dem Institut für Soziale Bewegungen (ISB), der Rosa-Luxemburg-Stiftung sowie dem Interdisziplinären Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (InZentIM) organisierten Konferenz die Auswirkungen des Strukturwandels im Ruhrgebiet aus historischer und gegenwartsbezogener Perspektive beleuchtet werden.
Programm
12.30 Uhr Eröffnung der Tagung
Prof. Stefan Berger (Institut für Soziale Bewegungen / Haus der Geschichte des Ruhrgebietes)
12.35 Uhr Begrüßung
Jörg Lukat, Oberbürgermeister der Stadt Bochum
Sefariye Ekşi, DIDF-Vorsitzende und Dr. Salvador Oberhaus, Rosa-Luxemburg-Stiftung, Regionalbüro NRW
12.50 – 13.35 Uhr Impulsvortrag und Diskussion
Prof. Dr. Lutz Raphael (Universität Trier):
Industriewandel und Migration vom Anwerbestopp (1973) bis heute: Eine Zwischenbilanz für das Ruhrgebiet
13.35 – 14.15 Uhr Impulsvortrag und Diskussion
Dr. Victoria Huszka (Universität Bonn):
Die symbolische Arbeit am Strukturwandel in der postmigrantischen Gesellschaft: Visionen, Leerstellen und Konfliktzonen auf Social Media
14.15 – 14.45 Uhr Pause
14.45 – 15.30 Uhr Impulsvortrag und Diskussion
Prof. Dr. Jutta Schmitz-Kiessler (Hochschule Bielefeld):
Soziale Krise als politisches Narrativ: Wie Rechtspopulisten den Strukturwandel im Ruhrgebiet nutzen
15.30 – 15.35 Uhr Pause
15.35 – 17.00 Uhr Podiumsdiskussion:
Sozialer Wandel, Rechtsruck und zivilgesellschaftliche Antworten
Dr. Esma Çakır-Ceylan, MigrantinnenVerein Düsseldorf e.V. & Bundesverband der Migrantinnen in Deutschland e.V.
Prof. Emra Ilgün-Birhimeoğlu, Fachhochschule Dortmund
Ali Can, Sozialaktivist und Diversity Trainer, Forum Gemeinsam für Integration e.V., Wattenscheid
Dr. Moritz Müller, IG Metall Bildungszentrum
Oktay Eksi, DIDF-Vorstand
Moderation:
Prof. Helen Baykara-Krumme (Universität Duisburg-Essen) & Dr. Caner Tekin (Ruhr-Universität Bochum)
Standort
Kontakt
Rosa-Luxemburg-Stiftung Nordrhein-Westfalen
E-Mail: post@rls-nrw.de
Telefon: 0203 3177392