Beschreibung
»Als am 9. November 1989 die Berliner Mauer fiel, war das der offizielle Anfang vom Ende ostdeutscher Kulturgeschichte«, schreibt die 1985 in Leipzig geborene Autorin und Journalistin Carolin Würfel im Nachwort ihres 2024 im Insel Verlag erscheinenden Buches »Drei Frauen träumten vom Sozialismus«.
Entgegen der wenig differenzierten Entwertung sozialistischer Entwürfe aus einer im Westen dominanten politischen und kulturellen Perspektive macht Würfel am Beispiel ihrer Protagonistinnen, Maxie Wander, Brigitte Reimann und Christa Wolf erfahrbar, dass die DDR mehr sein wollte, als eine Diktatur.
Der Autorin gelingt es, durch die sehr nahe und ehrliche Beschreibung der drei Lebenswege, anschaulich zu machen, was in größerer Perspektive Menschen bis heute antreibt, sich für einen radikal humanistischen Menschheitstraum einzusetzen, ohne zu verschweigen, dass auch im Humanismus die Gefahr der erneuten Tyrannei enthalten ist.
»Den Sozialismus schaffen wir Menschlein nicht, dazu sind wir leider einfach nicht fähig«, habe die Großmutter väterlicherseits nach der Wende einmal pointiert formuliert, schreibt die Autorin. Angesichts eines weltweit zunehmenden Kults der Menschenfeindlichkeit bleibt uns aber vielleicht keine Alternative, als, against the odds, trotzdem weiter über postkapitalistische Gesellschaftsentwürfe nachzudenken.
Die Autorin stellt im Kulturhaus Schlowe ihre liebsten Lesestellen vor und zur Diskussion mit dem Publikum. Heike Lorenz und Jens Mühe unterstützen sie auf dem Podium und streuen eigene Überlegungen und Fragen mit ein.
Die Buchhandlung »Reingelesen«, Blutstraße 33, Parchim, macht einen Büchertisch.
Als Eintritt wird eine kleine Spende erbeten.
Standort
Kontakt
Katharina Schlaack
Regionalbüroleiterin Mecklenburg-Vorpommern, Rosa-Luxemburg-Stiftung Mecklenburg-Vorpommern
E-Mail: katharina.schlaack@rosalux.org
Telefon: +49 381 4900450