23. November 2017 Film «Der nackte Mann auf dem Sportplatz»

Tragikomödie des Regisseurs Konrad Wolf aus dem Jahr 1974 zur gesellschaftlichen Akzeptanz von Künstlern

Information

Veranstaltungsort

Naturfreundehaus Steinbergle
Stresemannstraße 6-8
70191 Stuttgart

Zeit

23.11.2017, 19:00 - 21:00 Uhr

Themenbereiche

Kultur / Medien

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Der Film schildert ein paar Wochen aus dem Leben des (fiktiven) Bildhauers Kemmel. Er macht es sich und seiner Umwelt nicht immer einfach. Zudem werden viele seiner Werke von seiner Umgebung nicht angenommen. So landet ein von ihm geschaffenes und seinem Dorf geschenktes Relief in einem Abstellraum. Bei seiner neuen Arbeit möchte er eine Skulptur schaffen, hat aber Schwierigkeiten das richtige Modell zu finden. Als er es endlich in dem Arbeiter Hannes findet, möchte dieser nicht Modell stehen. Er kann mit dem Künstler nichts anfangen, ist ein bodenständiger Typ. Nach einiger Überzeugungsarbeit kann Kemmel Hannes doch überzeugen. Während der Arbeit kommen die beiden Männer sich näher. Doch auch diese Arbeit hilft ihm nicht aus der Krise, zudem misslingt die Arbeit.
Ein Besuch in seinem Heimatdorf beschert ihm einen neuen Auftrag. Er soll eine Skulptur zum Jubi-läum des örtlichen Sportklubs erschaffen. Kemmel nimmt an. Doch bei der Enthüllung des Werkes erntet er erst einmal Ablehnung. Die Honoratioren des Klubs hatten sich einen bekleideten Fußballer vorgestellt – bekommen haben sie jedoch einen nackten Läufer. Erst nach und nach können sie sich mit dem Werk anfreunden.

Eine Veranstaltung der NaturFreunde Stuttgart mit Unterstützung der «Friedrich-Wolf-Gesellschaft e.V.» und der Rosa-Luxemburg-Stiftung Baden-Württemberg.

Konrad Wolf (* 20. Oktober 1925 in Hechingen-Hohenzollern; † 7. März 1982 in Ost-Berlin). Sein Vater ist der Arzt und Schriftsteller Friedrich Wolf, seine Mutter Else  Dreibholz. 1927 zieht die Familie nach Stuttgart. Konrad Wolf wird zusammen mit deinem Bruder Markus in die Reformschule von Friedrich Schieker an der Doggenburg eingeschult, wird Jung-Pionier in Stuttgart-Botnang.
Friedrich Wolf schreibt für die DVA in der Neckarstraße den Bestseller «Die Natur als Arzt und Helfer», Theaterstücke wie «Cyankali», tritt der KPD bei und kandidiert für den Stuttgarter Gemeinderat. Mit der Ärztin Else Kienle engagiert er sich gegen den § 218 und für eine soziale, an der Naturheilkunde orientierte Medizin.
Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Januar 1933 verlässt Friedrich Wolf Stuttgart und geht über Österreich und die Schweiz ins französische Exil. Im Sommer 1933 folgt der Rest der Familie dem Vater, im Frühling 1934 siedelt sie gemeinsam nach Moskau. 19-jährig kehrt Konrad Wolf in der Uniform der Roten Armee zurück nach Deutschland.

Konrad Wolf ist einer der wichtigsten Regisseure der DEFA. Mit Filmen wie STERNE (1959), DER GETEILTE HIMMEL (1964), ICH WAR NEUNZEHN (1968) und SOLO SUNNY (1980), die die jüngste deutsche Vergangenheit und Gegenwart auf die Leinwand bringen, wird er nicht nur national, sondern auch international ein anerkannter Künstler. Seine filmische Sicht auf Deutschland ist geprägt durch seine Geschichte. Als späterer Regisseur und Kulturfunktionär (Präsident der Akademie der Künste der DDR) weicht er zwar nicht ab von seinen kommunistischen Idealen, blickt aber immer fragend auf die Welt, versteckt sich nicht hinter Dogmen und Prinzipien.

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