8. Dezember 2017 Tagung/Konferenz Soziale Ungleichheit und neuer Nationalismus?

Welche Spaltungslinien und Klassenbildungsprozesse werden hinter den neuen politischen Kräfteverhältnissen sichtbar?

Information

Veranstaltungsort

Rosa-Luxemburg-Stiftung
Seminarraum 1
Franz-Mehring-Platz 1
10243 Berlin

Zeit

08.12.2017, 11:00 - 17:00 Uhr

Themenbereiche

Ungleichheit / Soziale Kämpfe, Staat / Demokratie

Zugeordnete Dateien

Soziale Ungleichheit und neuer Nationalismus?
Foto: scusi/123RF

Mit den jüngsten Wahlen haben sich auch in Deutschland die bundespolitischen Kräfteverhältnisse nach rechts verschoben. Die «Alternative für Deutschland» erzielte überdurchschnittliche Wahlerfolge in kleinstädtischen und deindustrialisierten Regionen, unter Arbeitern und Arbeitslosen, bei Männern mittleren Alters mit einem mittleren Bildungsabschluss. Sie erhielt Stimmen von Bürgern und Bürgerinnen, die mit dem national- völkischen Politikangebot übereinstimmten und von solchen, die die rechte Partei für eine «Proteststimme» nutzten. In den Anhängerschaften rechter Parteien in Europa kommen unterschiedliche Strömungen zusammen: völkisch-nationale, sozial-nationale, wertkonservative. Allen gemeinsam ist das Pochen auf den Vorrang nationaler Zugehörigkeit, auf die Fremdenabwehr und auf die Rückkehr zu den alten wertkonservativen Lebensmodellen. Diese gesellschaftspolitischen Auseinandersetzungen werden oftmals als Verschiebung von der sozialen Frage zu kulturellen Fragen und als neuer Konflikt zwischen «Modernisierungsbefürwortern» und «Modernisierungsskeptikern » gedeutet.

Unsere Tagung wird sich vor diesem Hintergrund mit der Frage beschäftigen, welche neuen gesellschaftlichen Spaltungslinien und Klassenbildungsprozesse hinter den neuen politischen Kräfteverhältnissen sichtbar werden. Eingeladen wird zur Diskussion auf der Basis von drei Vorträgen:

  • Lea Elsässer (Max-Planck-Institut für Gesellschaftsanalyse, Köln) zur Frage, wie sich soziale und politische Ungleichheit wechselseitig verstärken;
  • Tim Spier (Universität Siegen, Prof. für Politikwissenschaft) zur Frage, warum und in welchem Umfang Arbeiter in Europa in den letzten Jahren »rechts« wählten;
  • Michael Vester (Prof. em. Leibniz Universität Hannover) zur Frage, welche Potentiale des «Rechtspopulismus» langfristig in den sozialen und ideologischen Milieus in Deutschland «schlummer(te)n».

Veranstaltet von den Gesprächskreisen «Klassen und Sozialstruktur» und «Parteien und soziale Bewegungen» der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Anmeldung erwünscht: Horst Kahrs, Telefon 030 44310-436, horst.kahrs@rosalux.org

Standort

Kontakt

Horst Kahrs

Referent Das Öffentliche/ Klassen- und Sozialstrukturanalyse, Rosa-Luxemburg-Stiftung

Telefon: +49 30 44310 436