Beschreibung
«Emanzipatorisch relevant wäre psychologische Forschung, soweit sie zur Selbstaufklärung des Menschen über seine gesellschaftlichen und sozialen Abhängigkeiten beiträgt und so die Voraussetzungen dafür schaffen hilft, dass der Mensch durch Lösung von diesen Abhängigkeiten seine Lage verbessern kann.» In diesem Satz formulierte Klaus Holzkamp 1972 den Anspruch einer marxistisch informierten Kritischen Psychologie, die heute auf mehr als 50 Jahre der Entwicklung zurückblicken kann. Das Leben in Gesellschaften, so ihre zentrale Annahme, widerspricht nicht der menschlichen Natur, es ist vielmehr deren auffälligster Ausdruck. Eine Quelle psychischen Leidens ist demnach der Ausschluss von gesellschaftlicher Teilhabe.
Nachdem die Kritische Psychologie über drei Jahrzehnte an der FU Berlin etabliert war, ist sie heute vor allem an Hochschulen für angewandte Wissenschaften vertreten, insbesondere in Studiengängen der Sozialen Arbeit und der Pädagogik. In der universitären Psychologie dominiert der quantitativ orientierte Mainstream, der allerdings durch die Einführung der Psychotherapie-Studiengänge vor neuen institutionellen Herausforderungen steht. International ist Critical Psychology an verschiedenen Standorten vertreten, u.a. in Großbritannien, Kanada, USA, Dänemark, Griechenland und der Türkei.
Was lässt sich heute tun mit der Kritischen Psychologie und wie lässt sich diese weiterentwickeln? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt unserer Tagung. Wir wünschen uns einen Ort des Austauschs für Menschen, die sich für Problemstellungen einer materialistischen und gesellschaftskritischen Psychologie interessieren.
Das Programm findet hier:https://www.kritische-psychologie.de/2025/was-tun-mit-der-kritischen-psychologie-programmuebersicht
Anmeldung unter: https://docs.google.com/forms/d/1VLW2PxKKIiVAN1fVa0zeVg6iP8Ck5or8EdK1-gbe-o4/viewform?edit_requested=true
Kontakt: Leonie Knebel, leonie_knebel@yahoo.com oder Eileen Wengemuth, eileen.wengemuth@posteo.de
Standort
Kontakt
Dr. Mario Candeias
Referent für sozialistische Transformationsforschung, linke Strategien und Parteien, Rosa-Luxemburg-Stiftung
E-Mail: mario.candeias@rosalux.org
Telefon: +49 30 44310179