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17. September 2026: Diskussion/Vortrag : Eine vergessene Allianz?

Jüdinnen und Juden in der internationalen Linken

Wichtige Fakten

Veranstaltungsort

Hansa48
Hansastraße 48
24118 Kiel

Zeit
17.09.2026, 19:00 - 21:00 Uhr
Themenbereiche
Deutsche / Europäische Geschichte
Zugeordnete Dateien

Beschreibung

Angesichts der polarisierten Debatten um Israel und Palästina, Zionismus und Antisemitismus mag es schwerfallen sich dies vorzustellen: Doch seit dem 19. Jahrhundert bis weit in das zwanzigste Jahrhundert hinein bestand eine Allianz zwischen beträchtlichen Teilen der jüdischen Emanzipationsbewegungen und der sozialistischen und Arbeiter*innenbewegung. Dies galt für das Russische Reich und die frühe Sowjetunion ebenso wie für Polen, für Großbritannien wie für die USA und ebenso für Südafrika. Auch die kommunistischen, gewerkschaftlichen und antikolonialen Bewegungen in Tunesien und Marokko hatten zahlreiche jüdische Repräsentant*innen..
Die Arbeiter*innenbewegung stand mehrheitlich auf der Seite von Jüdinnen und Juden im Kampf gegen den Antisemitismus. Doch konnte auch sie die Shoah nicht verhindern. Ebenso wenig waren Bewegungen und Staaten, die sich auf den Sozialismus und Kommunismus beriefen, frei von Antisemitismus, wie sich etwa in der frühen Arbeiter*innenbewegung, in der Sowjetunion unter Stalin und in der CSSR in den «Slansky-Prozessen» 1952 und anderswo deutlich zeigte.
Die Erinnerung an die lange und tiefe Allianz von jüdischer Emanzipationsbewegung und Arbeiter*innenbewegung ist wichtig, weil sie zum einen eine respektvolle, wo nötig auch kritische Erinnerungsarbeit leistet und weil aus ihr zum anderen Lehren für das Zusammenwirken partikularer und universalistischer Perspektiven für eine heutige Linke in heterogenen Gesellschaften gezogen werden können. Nicht zuletzt verweisen Geschichte und Geschichten, wie sie in den bisher fünf Bänden der Reihe „Jüdinnen und Juden in der internationalen Linken" dargestellt werden, darauf, dass das, was einmal mühsam erkämpft und politisch verbunden wurde, in veränderter Form auch wieder möglich werden kann.

Es diskutieren:

Nadia el Querghemmi, RLS, Tunis, zur jüdischen und jüdisch-linken Geschichte in Tunesien
Dr. Florian Wilde, Regionalbüro Schleswig-Holstein der RLS, zu „Einsame Propheten? Juden im Trotzkismus"
Dr. Florian Weis, RLS, Berlin, Moderation und Vorstellung der Reihe

Eine Veranstaltung der Rosa Luxemburg Stiftung Schleswig-Holstein in Kooperation mit der Hansa48 und der Buchhandlung Zapata

 

 

Standort

Kontakt

RLS SH

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