20. September 2022 Diskussion/Vortrag Wohnraum für alle - feministisch vergesellschaften!

Die Sorgende Stadt als Ort gemeinsamer Kämpfe

Information

Veranstaltungsort

Rosa-Luxemburg-Stiftung
Straße der Pariser Kommune 8A
10243 Berlin

Zeit

20.09.2022, 19:00 - 21:00 Uhr

Themenbereiche

Geschlechterverhältnisse, Soziale Bewegungen / Organisierung, Cono Sur, Stadt / Kommune / Region

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Wohnraum für alle - feministisch vergesellschaften!
Eine Frau protestiert gegen zu hohe Mieten in Santiago de Chile. Überall auf der Welt gefährden steigende Mieten vor allem auch Frauen und Flinta, die aufgrund von Altersarmut und ungleich verteilter und unbezahlter Sorgearbeit bereits überproportional belastet sind. imago/Marcelo Hernandez Aton Chile

Die Krisen überschlagen sich schneller, als wir ihnen Namen geben können. In der Wohnungskrise sind die Folgen von Ökonomisierung und Privatisierungspolitiken für viele besonders spürbar und besonders existenziell. In vielen Ländern Lateinamerikas muss sich die Mehrheit der Haushalte verschulden, um das Leben erhalten zu können. Ein Treiber ist der finanzialisierte Immobilienmarkt, die Mieten fressen immer größere Teile des Haushaltseinkommens. Diese neue Form der Ausbeutung und Enteignung, die ihre Spuren auch in den Körpern von Frauen hinterlässt, haben die feministischen Bewegungen in Argentinien seit 2017 zum Politikum gemacht und damit Massen mobilisiert.
Im Kampf gegen eine Finanzialisierung des Lebens treffen sich feministische und stadtpolitische Kämpfe.
Mit «Feministisch Enteignen» treten auch hier feministische Stimmen in der Debatte um eine Vergesellschaftung von Wohnraum nach vorne und mit ihnen die Frage, wie wir eigentlich Politik machen wollen. Viele Anliegen verbinden sich in der munizipalistischen Idee «Sorgender Städte», in denen für eine Vergesellschaftung des Lebens und der Bedingungen sozialer Reproduktion gekämpft wird.
Was wir aus Argentinien lernen und wie sich Mietenbewegung und Feminismus gegenseitig stärken können, wollen wir gemeinsam diskutieren.

Verónica Gago ist Professorin und Aktivistin aus Buenos Aires. Sie berichtet über die feministische Organisierung gegen einen spekulativen Ausverkauf der Städte und des Lebens, wie sich die Finanzialisierung mit geschlechtspezifischer Gewalt verschränkt und warum genau das den Feminismus in Argentinien zu einer Massenbewegung gemacht hat.

Katalin Gennburg sitzt für die LINKE im Berliner Abgeordnetenhaus und ist eine der profiliertesten Kämpferinnen gegen einen Ausverkauf Berlins, für eine «strategische Raum-Rückgewinnung» gegen Spekulation und für eine «Sorgende Stadt» als munizipalistisch-sozialistisches Transformationsprojekt.

Isabella Rogner und Carolin Blauth sind aktiv in der FLINTA-Vernetzung der Kampagne «Deutsche Wohnen und Co enteignen». Mit ihrer Forderung «Feministisch Enteignen» rücken sie die geschlechtspezifischen Folgen der Wohnungskrise in Berlin in den Blick. Diese sind zahlreich – von einer Vergesellschaftung würden dementsprechend Frauen und FLINTA in besonderer Weise profitieren. Zeit für feministische Bewegungen, sich hier einzubringen.

Moderation: Barbara Fried, Rosa-Luxemburg-Stiftung

Die Veranstaltung findet auf Deutsch und Spanisch mit Simultanverdolmetschung statt

Standort

Kontakt

Dr. Barbara Fried

Leitende Redakteurin der Zeitschrift «LUXEMBURG», Stellv. Direktorin, Rosa-Luxemburg-Stiftung

Telefon: +49 30 44310404