8. April 2019 Diskussion/Vortrag Griechenland, die Krisenpolitik und die Linken

Die griechische Tragödie: Rebellion, Kapitulation, Ausverkauf

Information

Veranstaltungsort

Bürgerwache am Siegfriedplatz
Rolandstraße 16
33615 Bielefeld

Zeit

08.04.2019, 20:00 - 22:00 Uhr

Themenbereiche

Europa / EU, Europa der Vielen

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Die griechische Schuldenlast gegenüber den internationalen, vor allem europäischen Banken war enorm und ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr zu bedienen. Griechenland wurde als ökonomisch schwächstes EU-Land an die Wand gedrückt; die Gläubiger hatten das Sagen. Nach fünf Jahren Leiden unter den Memoranden der Gläubiger sagten im Sommer 2015 62 Prozent der griechischen Bevölkerung “Oxi-Nein” zur Erpressung durch EU, EZB und IWF. Als Anfang 2015 eine linksgeführte Koalition in Athen die Regierung übernahm, rollte eine Welle von Hoffnung und Solidarität durch Europa. Mit SYRIZA verband sich die Hoffnung auf einen Politikwechsel, auf ein Gegenmodell zum Europa der Austerität. Ministerpräsident Alexis Tsipras und sein Wirtschaftsminister Yanis Varoufakis prangerten medienwirksam die zerstörerische Politik der Troika an. Doch nach wenigen Monaten knickten sie ein - trotz des "Nein" der Bevölkerung zur Erpressung.

Die griechische Tragödie ist aber noch lange nicht beendet. Die Troika herrscht weiterhin. Das Programm wird fortgesetzt: Kürzungen im öffentlichen Bereich, Rentenkürzungen, Mehrwertsteuererhöhungen, Ausverkauf der öffentlichen Güter. Besonders betroffen war das Gesundheitswesen. Der Widerstand der Bevölkerung war enorm, Demonstrationen legen das Land zeitweise lahm. Doch: Was ist davon geblieben? Wie ist die Lage der Bevölkerung in Griechenland heute? Gibt es noch Widerstand gegen die Politik der Troika ? Gibt es politische Alternativen? Was heißt Solidarität mit der griechischen Bevölkerung heute ? Wo liegen die aktuellen Herausforderungen in Griechenland und in Europa?

Winfried Wolf stellt die aktuelle griechische Tragödie, die mit der Durchsetzung des EU- und IWF-diktierten Austeritätsprogramms noch lange nicht beendet ist, in einen historischen Kontext. Er spürt den deutsch-griechischen Beziehungen bis ins Jahr 1941 nach, als die Wehrmacht das Land besetzte. Griechischen Forderungen nach Reparationszahlungen und Wiedergutmachung wichen Bonn und Berlin allerdings beharrlich aus

Winfried Wolf, geboren 1949, war von  1994 bis 2002 Mitglied des deutschen Bundestags. Er ist Chefredakteur von „Lunapark21 – Zeitschrift zur Kritik der globalen Ökonomie“. Mitherausgeber der Zeitschrift „FaktenCheck: Hellas/Europa“


in Kooperation mit dem Rosa-Luxemburg-Club Bielefeld

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