Beschreibung
Westlich der Süderelbe bis nach Stade erstreckt sich wegen des milden Klimas am schon breiten Elbstrom das größte geschlossene Obstanbaugebiet Nordeuropas. Entwässert und entlang der Deiche ab dem 12. Jahrhundert von holländischen Kolonisten besiedelt wuchs die Bedeutung des Ostanbaus mit dem Wachstum der nahen Großstadt Hamburg.
Während das Alte Land als Obstanbaugebiet noch weitgehend erhalten geblieben ist, gerieten die östlich davon gelegenen Dörfer unter den Flächenkonkurrenzdruck des expandierenden Hamburger Hafens und großer Industrieansiedlungen wie des Airbuswerks und der Aluminiumwerke in Finkenwerder.
Der Hafenerweiterung fiel noch in den 70er und 80er Jahren des Zwanzigsten Jahrhunderts das Dort Altenwerder komplett zum Opfer. Die Moorburger kämpfen weiterhin für den Erhalt ihres Ortes. Aber auch große Spülfelder mit ihren Veränderungen des Mikroklimas und der Bau der A26 bedrohen die regionale Obstwirtschaft. Nach der Sturmflut von 1962 wurde zudem die Alte Süderelbe vom Hauptstrom abgetrennt. Hinzu kommt der Anstieg der Durchschnittstemperatur im Alten Land um seit 1975 1,7 Grad infolge der Menschen gemachten Klimaveränderungen. Hier gibt es komplexe Auswirkungen durch die viel frühere Obstblüte bei völlig anderer Sonnenintensität.
Auf unserer Fahrradexkursion werden wir die sichtbaren Folgen dieser massiven Flächenkonkurrenz im Süberelberaum erkunden. Nach der Fährüberfahrt von Neumühlen nach Finkenwerder werden zunächst die Folgen der Ausweitung des Airbuswerkes sichtbar. Hier zeigt sich auch, wie flexibel die städtische Politik agiert, wenn es um wichtige Wirtschaftsinteressen geht. Anschließend (er-)fahren wir die Obstanbaugebiete im Alten Land und stoßen auf die gewaltigen räumlichen Dimensionen von Spülflächen, Industrieansiedlungen, Verkehrs- und Hafenflächen im östlichen Finkenwerder und in Altenwerder. Erkennbar wird, wie sich der Ort Moorburg zwischen all diesen Großprojekten als Dorf zu halten versucht. Auf dem Weg zum Harburger Stadtgebiet rund um den S-Bahnhof Heimfeld stoßen wir dann noch auf den A26-Autobahnbau im Moorgürtel, um den es in Hamburg große Konflikte gibt.
Die Exkursion wird geleitet von Norbert Holtz - Er ist in der Verkehrs- und Umweltschutzpolitik aktiv, zu diesen Themen auch im Vorstand der NaturFreunde Hamburg e.V. engagiert. Von Haus aus Dipl.-Politologe und Dipl.-Kaufmann, seit vielen Jahren in der politischen Erwachsenenbildung tätig.
Wir treffen uns um 10:00 am S-Bahnhof Altona (Ausgang zur Ottensener Hauptstraße). Die Rundfahrt endet um 18:00 am S-Bahnhof Heimfeld.
Eigene Fahrräder sind mitzubringen.
Teilnahmebeitrag: 5€ (wird vor Ort eingesammelt)
Eine Anmeldung ist erforderlich:
Gefördert durch die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg
Kontakt
Rosa-Luxemburg-Stiftung Hamburg
E-Mail: info@rls-hamburg.de
Telefon: 040 28003705