29. März 2019 Tagung/Konferenz Gender. Class. Crisis.

Frühlingsakademie in Werftpfuhl zu Perspektiven und Fragen feministisch-intersektionaler Klassenpolitik

Information

Veranstaltungsort

Jugendbildungsstätte «Kurt Löwenstein»
Freienwalder Chaussee 8-10
16356 Werftpfuhl

Zeit

29.03.2019, 13:30 - 31.03.2019, 17:00 Uhr

Themenbereiche

Geschlechterverhältnisse, Soziale Bewegungen / Organisierung, Feminismus

Zugeordnete Dateien

Weltweit werden rechtspopulistische und neofaschistische Kräfte stärker. Die Diskussion um linke Alternativen zur autoritären Rechtsentwicklung hängt jedoch oftmals noch im falschen Gegensatz von «Klassenfrage» und «Identitätspolitik» fest. Dabei gerät schnell aus dem Blick, dass starker Widerstand häufig von (queer-)feministischen und antirassistischen Bewegungen ausgeht.

Bewegungen wie die Women’s marches, Frauen*streiks, #MeToo, «Ni Una Menos», Black lives matter richten sich gegen vielfältige Gewaltverhältnisse, sie sind politisch plural und haben eine heterogene soziale Basis.

So vielfältig die Bewegungen sind, so vielfältig scheinen aber auch ihre inhaltlichen Verortungen und politischen Suchprozesse. Sind es Bewegungen, die bestehende Errungenschaften verteidigen oder werden Horizonte für radikale Gesellschaftsveränderung eröffnet? Auf welche gesellschaftlichen Widersprüche reagieren feministische Bewegungen bzw. welche gesellschaftlichen Bedingungen und Entwicklungen verleihen den aktuellen feministischen Bewegungen Aufwind?

Wir wollen die alte Frage der Hegemonie (queer-)feministisch-intersektional aufwerfen und nach den gesellschaftlichen Kräfteverhältnissen fragen. Wo entstehen gegenwärtig Widersprüche in den Geschlechterverhältnissen, Auseinandersetzungen um vergeschlechtlichte Subjektivitäten, Körper, Sexualität und die Organisationsweise der sozialen Reproduktion?

Dafür ist die Frage der Klasse ebenso zentral wie problematisch und umkämpft. Kämpfe von Frauen*, Migrant*innen und POC und queeren Menschen werden häufig nicht als «Klassenkämpfe» wahrgenommen, sondern teilweise sogar in einen politischen Gegensatz dazu gebracht. Es geht daher auch um Suchprozesse feministisch-intersektionaler Perspektiven auf Klassenkämpfe und Klassenzusammensetzung. Eine Erneuerung von Klassentheorie muss (Lohn)Arbeit und Lebensweise, Subjektivität und verkörperte Erfahrungen, Spuren sozialer Kämpfe und Formen der Organisierung im Alltag einbeziehen. Diese sind durch Zusammenhänge von Geschlechterverhältnissen, Rassismus, Hetero- und Cisnormativität, Disability, (post)kolonialen Verhältnissen und damit verbundene Formen struktureller Gewalt geprägt.

Gemeinsam wollen wir Suchprozesse für intersektionale Formen der Politik und Organisierung, Kämpfe um soziale Reproduktion und gegen Rassismus, queer-/trans*-feministische, intersektionale Perspektiven auf Prekarität und Klasse diskutieren. Welche Veränderungen und Allianzen sind notwendig, um gegen einen autoritären Kapitalismus emanzipatorische Veränderungen zu erreichen? Was bedeutet in diesem Zusammenhang Feminisierung der Politik und wie wird mit Machtverhältnissen innerhalb feministischer Bewegungen umgegangen? Wie ist das Verhältnis von Politiken um Sichtbarkeit und solidarischer Organisierung im prekären Alltag?

Die Teilnehmer*innenzahl ist begrenzt.

Anmeldung bei bdwi@bdwi.de oder unter www.bdwi.de

Es wird eine Kinderbetreuung und bei Bedarf Flüsterübersetzung (Deutsch-Englisch) geben.
Die Übernachtung ist in 4-Bett-Zimmern organisiert. Für Geringverdienende und Erwerbslose sind geringere Teilnahmebeiträge möglich.

Eine Veranstaltung des Bundes demokratischer WissenschaftlerInnen (BdWi) in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung.
Inhaltliche Organisation der Frühlingsakademie: Julia Dück und Lia Becker

Standort

Kontakt

Dr. Barbara Fried

Leitende Redakteurin der Zeitschrift «LUXEMBURG», Stellv. Direktorin, Rosa-Luxemburg-Stiftung

Telefon: +49 30 44310404