1. Oktober 2020 Diskussion/Vortrag «Aufrechter Gang auf bewohnbarer Erde» (Bloch)

Das Konzert der Großmächte, damals und heute: 1870/71 – 1990 – 2020

Information

Veranstaltungsort

Rosa-Luxemburg-Stiftung
Münzenbergsaal
Franz-Mehring-Platz 1
10243 Berlin

Zeit

01.10.2020, 19:30 - 21:00 Uhr

Themenbereiche

Deutsche / Europäische Geschichte

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«Aufrechter Gang auf bewohnbarer Erde» (Bloch)
Aus: Benedikt Goebel und Lutz Mauersberger: «Mitte auf Augenhöhe. Straßen und Plätze des Berliner Stadtkerns gestern und heute,» Berlin: Lukas Verlag, 2020.

Auftakt zur Veranstaltungsreihe

Auf fünf Veranstaltungen von Oktober 2020 bis Februar 2021 wollen wir uns der «doppelten Einheit» widmen und dabei 150 Jahre erste und 30 Jahre zweite deutsche Einheit zur Gegenwart in Beziehung setzen. Im Mittelpunkt stehen frappierende historische Verbindungen und gravierende Unterschiede – von der longue durée bis zum politischen und kulturellen Tagesgeschäft.

Etliche politische Fragen, die Deutschland nach der Reichsgründung 1870/71 bewegten, sind mit überraschender Verve auf die politische Tagesordnung der Gegenwart zurückgekehrt. Da ist die Frage der Entwicklung und Krisen der kapitalistischen Wirtschaftsordnung, die vom «Gründerkrach» bis zur Pleite von Lehman Brothers reicht, vom Schuldturm, in dem Staaten stecken (oder in den sie gesteckt werden), bis zu einem neuen Konzert der Großmächte; die wachsende soziale Ungleichheit und die Rückkehr von Klassengesellschaften; die Protestbewegung auf dem Feld der Wohn- und Mietfrage, die damals wie heute mit Macht die Bühne der gesellschaftlichen Auseinandersetzungen betritt; aber auch das anhaltende Erbe des Kolonialismus, von der Berliner Kongokonferenz, bei der imperiale Mächte Verfahrensweisen zur Aufteilung Afrikas vereinbarten, bis zur gegenwärtigen Neuordnung Afrikas; die Wandlung Deutschlands vom Auswanderungs- zum Einwanderungsland; sowie die Wucht, mit der technologische Veränderungen in Medien und Kultur etablierte Formen gesellschaftlicher Repräsentation umkrempeln.

In dieser Veranstaltungsreihe sollen Wissenschaftler/innen, Journalisten und Künstlerinnen zu Wort, Bild und Ton kommen. Trotz der Tragik der Geschichte ist unser Vorhaben getragen von der Zuversicht des im Kaiserreich geborenen späteren Flüchtlings Ernst Bloch, der das Prinzip Hoffnung propagierte und wusste: Wer nicht kämpft, hat verloren, wer verloren hat, kämpfe!

Mit:

  • Hans-Eckardt Wenzel (Liedermacher und Autor)
  • Kathrin Röggla (Schriftstellerin, Vizepräsidentin der Berliner Akademie der Künste)
  • Albrecht von Lucke (Publizist und «Blätter für deutsche und internationale Politik»-Redakteur)
  • Achim Engelberg (Publizist und Historiker)
  • Sandra Buschow (Fotografin und Kulturmanagerin)
  • Moderation: Albert Scharenberg (Historisches Zentrum, Rosa-Luxemburg-Stiftung)

Die Veranstaltung finden mit beschränkter Teilnehmer*innenzahl statt. Anmeldungen bitte an albert.scharenberg@rosalux.org.

Alle Veranstaltungen werden aufgezeichnet und können hinterher auf in unserem Youtube-Kanal oder auf www.rosalux.de/veranstaltungen/dokumentationen angeschaut werden.

Medienpartner: Blätter für deutsche und internationale Politik

 

 Die weiteren Veranstaltungen der Reihe:

«Ach! Die soziale Frage! Die macht alle Regierungen schaudern» (Bismarck)
Die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich und Proteste dagegen
12. November 2020
Mit Michael Brie, Naika Foroutan, Jana Simon und Annett Gröschner

«Der Mensch wird abgerichtet, oder er wird hingerichtet» (Wedekind)
Kolonialismus, Stellvertreterkriege, Neuordnungen
10. Dezember 2020
Mit Bénédicte Savoy, Herfried Münkler, Madina Saadan und Anna Sophie Schindler.

«Nicht die Flüchtlinge machen das Problem, sie machen es bewusst» (Volker Braun)
Flucht, Migration, Auswanderung am Beispiel der Familie Ruge
14. Januar 2021
Mit Eugen Ruge, Achim Engelberg und Anna Sophie Schindler.

«Die Widersprüche sind unsere Hoffnung» (Brecht)
Kunst und Medien: Brüche und Kontinuitäten
18. Februar 2021
Mit Klaus Lederer, Susan Neiman u.a.

Standort

Kontakt

Dr. Albert Scharenberg

Leiter Historisches Zentrum Demokratischer Sozialismus / Referatsleiter Geschichte, Rosa-Luxemburg-Stiftung

Telefon: +49 30 44310143