29. November 2018 Diskussion/Vortrag ENTFÄLLT: Die unsägliche Waffenbrüderschaft

Zur Türkeipolitik deutscher Regierungen

Information

Veranstaltungsort

Haus Unter den Linden
Unter den Linden 12
32052 Herford

Zeit

29.11.2018, 19:00 - 21:30 Uhr

Themenbereiche

Deutsche / Europäische Geschichte, Arabischer Naher Osten / Türkei, Türkei

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Es war kein geringerer als Kaiser Wilhelm, der dem Sultan die Brüderschaft zwischen dem Osmanischen Reich und dem Deutschen Reich vorschlug. Seither sind mehr als 150 Jahre vergangen und diese "deutsch-türkische Waffenbrüderschaft" hat an seiner Bedeutung nichts verloren. Gerade während des Ersten Weltkriegs galt, "die Türkei bis zum Ende des Kriegs auf unserer Seite zu halten, unabhängig davon, ob die Armenier daran zugrunde gehen" (O-Ton Reichskanzler Bethmann Hollweg). Während das Nazi-Deutschland gute Beziehungen zum jungen türkischen Republik aufbaute, aber sie nicht auf ihre Seite ziehen konnte, war die junge Bundesrepublik Deutschland die eigentliche Mentorin der Türkei bei ihrem NATO-Eintritt. Seit dem gestalten sich die "deutsch-türkischen Beziehungen" partnerschaftlich, produktiv und "konstruktiv".

Auch heute gilt, die Türkei, die inzwischen diktatorisch regiert wird, an der Seite des Westens zu halten. "Es widerspricht unseren strategischen, politischen und wirtschaftlichen Interessen, wenn die Türkei sich vom Westen abwendet" so die heutige Bundeskanzlerin Merkel. Es sollte nicht irritieren, wenn einerseits Erdogan auf Deutschland schimpft und andererseits die deutschen Politiker*innen der Türkei den EU-Beitritt verwehren wollen - Rüstungszusammenarbeit und Wirtschaftskooperationen gedeihen weiterhin prächtig.

Was bedeutet aber das für die Entwicklung in Europa und dem Nahen Osten? Was sind die Auswirkungen der aktuellen Türkeipolitik auf die türkeistämmigen und kurdischen Migrant*innen, die seit Jahrzehnten hier leben? Warum hält Deutschland an der strategischen Partnerschaft mit einem Regime, dessen diktatorische Züge selbst den konservativen Politikern missfallen? Welche Interessen spielen auf beiden Seiten eine Rolle?

Diese und weitere Fragen wollen wir mit dem Geschäftsführer der RLS-Hessen Murat Çakır, der vor kurzem gemeinsam mit dem Historiker Nikolaus Brauns das Buch "Partisanen einer neuen Welt - Eine Geschichte der Linken und Arbeiterbewegung der Türkei" herausgebracht hat, diskutieren. Sie sind dazu herzlich eingeladen.


In Kooperation mit dem Rosa-Luxemburg-Club Herford

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