Zum Hauptinhalt springen

30. Juli 2026: online: Diskussion/Vortrag : Benachteiligte Wohngebiete klimagerecht und sozial erneuern

Die soziale Klimasanierung als Inhalt von Wohnungs- und Städtebauförderung

Wichtige Fakten

Veranstaltungsort

Online

Zeit
30.07.2026, 18:00 - 20:00 Uhr
Themenbereiche
Stadt / Kommune / Region, Wirtschafts- / Sozialpolitik, Online-Veranstaltung

Beschreibung

Benachteiligte Wohngebiete klimagerecht und sozial erneuern
Foto: Stefan Thimmel

Rekordtemperaturen, Dürresommer und Starkregen zeigen die dramatischen Folgen der Erderhitzung auch in NRW. Eine konsequente Wärmewende ist für das Erreichen der Klimaziele unverzichtbar. Der Verbrauch fossiler Brennstoffe für Heizung und Warmwasser muss radikal reduziert werden.

Doch es besteht ein Dilemma: Ohne energetische Sanierung der Gebäude und der Wärmeversorgung bleiben die Heizkosten hoch und steigen weiter. Nach einer energetischen Sanierung aber werden die Mieten oft so stark erhöht, dass es zu erheblichen Einkommensverlusten und Verdrängung kommt. Da die Menschen in benachteiligten Quartieren für hohe Sanierungskosten nicht aufkommen können und weil die Eigentümer nicht auf Kostenersatz und Gewinne verzichten wollen, besteht die Gefahr, dass sich in diesen Gebieten Energiearmut und Vernachlässigung noch weiter ausbreiten.

Die zentrale Frage ist daher: Wie kann die Wärmewende zugleich schnell vorangetrieben und sozial gerecht gestaltet werden?

Die Antwort lautet: Es muss ein umfassendes Umbauprogramm für soziale Klimagerechtigkeit in benachteiligten Wohnquartieren geben. Dabei müssen die lokalen Potenziale dekarbonisierter Wärmenetze ebenso berücksichtigt werden wie Rückstände in der Gebäudesanierung, die konkreten Eigentumsverhältnisse und die soziale Struktur der Bewohner*innen. Klimaschutz darf nicht als Bedrohung erscheinen, sondern muss Motor für mehr soziale Sicherheit und eine Verbesserung der lokalen Lebensverhältnisse sein. Dazu gehört neben der energetischen Sanierung die Erneuerung maroder Leitungen und Aufzüge, der Abbau von Barrieren, die Planung kühler Orte sowie die Umsetzung der Schwammstadt und der Stadt der kurzen Wege.

Das heißt: Es ist eine umfassende öffentliche Planung erforderlich. Den Rahmen dafür bietet schon jetzt das Baugesetzbuch. Durch Ausweitung von Klimasanierungsgebieten können alle Aspekte berücksichtigt werden, es ist eine echte Bürger*innenbeteiligung vorgeschrieben, und es sind – bei Garantie eines sozialen Ausgleichs – im Zweifel auch die nötigen Eingriffe in die Eigentümerstrukturen umsetzbar. Aber eine solche umfassende Planung kostet Geld, und sie benötigt für einen schnellen Erfolg eine gestärkte kommunale Stadtplanung, soziale Sanierungsträger, öffentliche Versorger und Grundstückseigentümer.

Was Sozaile Klimasanierung konkret heißen kann, zeigen wir an Beispielen aus Köln, insbesondere dem Stadtteil Köln-Bocklemünd. Wir diskutieren, wie das Konzept der sozialen Klimasanierungssatzung in den kommenden landes- und bundespolitischen Auseinandersetzungen stark gemacht werden kann.

Es referieren und diskutieren:

  • Charlotte, „Soziale Wärmewende jetzt“. Sie wird die Forderungen der Initiative und ein Organizing-Projekt in Köln-Bocklemünd vorstellen.
  • Dr. Hans Günter Bell ist Stadtplaner, Sozialwissenschaftler und Geschäftsführer der Fraktion Die Linke im Rat der Stadt Köln. Er sagt: „Wir wollen benachteiligte Quartiere zu klimagerechten Vorbildquartieren machen.“ Hans Günter wird den Vorschlag, Klima-Sanierungsgebiete auszuweisen, vorstellen
  • Einführung und Fragestellung: Knut Unger (MieterInnenverein Witten & Plattform kritischer Immobilienaktionärinnen).

Um Anmeldung wird gebeten, s.o.

Zoom: https://eu01web.zoom.us/j/63574814213?pwd=IIEUHsvBkwDYJiKWr5ytQg29Bto3JX.1

Rosa-Luxemburg-Stiftung und MieterInnenverein Witten & Plattform kritischer ImmobilienAKTIONär*innen präsentieren die Online-Vortragsreihe:

Soziale Wohnraumversorgung öffentlich regeln!
Über die Möglichkeiten transformativer Wohnungspolitik in Flächenländern

Die Reihe soll dazu beitragen, weit verbreitete Wissensdefizite bezüglich der realen grundsätzlichen Veränderbarkeit wesentlicher wohnungspolitischer Rahmenbedingungen abzubauen. Ziel ist es, ernsthaft und fundiert über die Anwendung radikaler Ansätze aus Stadtstaaten (v. a. Berlin) auf Flächenländer (wie NRW auch im Hinblick auf die Landtagswahl 2027) nachzudenken.

Bisherige Veranstaltung der Reihe:

Diskussion/Vortrag : Faire Vermietung braucht Regeln
Von der Wohnungsaufsicht zur gesetzlich regulierten Wohnungsbewirtschaftung
27.04.2026, 18:00 - 20:00 Uhr

Kommende Veranstaltung der Reihe:

Diskussion/Vortrag : Vonovia, LEG & Co vergesellschaften
Perspektiven für eine neue Wohnungsgemeinwirtschaft: Von Berlin in den Rest der Republik
06.08.2026, 18:00 - 20:00 Uhr (verschoben)

    Kontakt

    Stefan Thimmel

    Referent für Mieten-, Wohnungs- und Stadtpolitik, Rosa-Luxemburg-Stiftung

    Telefon: +49 30 44310434

    Ähnliche Veranstaltungen

    Großindustrie, Hafen und Landwirtschaft , 29 August 2026

    : Exkursion

    10:00 Uhr

    Konflikte im Hamburger Süderelberaum - Eine Fahrradexkursion

    MARX FÜR ALLE! (Teil 1 von 3), 02 September 2026

    : Seminar online

    Online18:00 Uhr

    Online-Reihe zur Einführung in Marx’ Analyse und Kritik des Kapitalismus

    MARX FÜR ALLE! (Teil 1 von 3), 02 September 2026

    : Seminar online

    Online18:00 Uhr

    Online-Reihe zur Einführung in Marx’ Analyse und Kritik des Kapitalismus