27. November 2019 Film Ayka

Umbrüche / Aufbrüche - Neues Kino aus Zentralasien

Information

Veranstaltungsort

Kino Krokodil
Greifenhagener Str. 32
10437 Berlin

Zeit

27.11.2019, 19:00 - 21:30 Uhr

Themenbereiche

Kunst / Performance, Zentralasien

Zugeordnete Dateien

Ayka
Filmstil aus «Ayka»

Ayka
Russland / Kasachstan 2018, 100 Min., OmdU

Ayka, eine junge Kirgisin, arbeitet in Moskau. Ayka lebt ein Leben im Abgrund, stets verfolgt von der Notwendigkeit, sich das Überleben zu sichern. Weil sie ihr gerade geborenes Kind nicht ernähren kann, lässt sie ihren Sohn im Krankenhaus zurück und flieht – zurück in eine rohe Welt, in der sie niemals mehr als die Gejagte ihrer bloßen Existenz sein kann. Unter dem gnadenlosen Druck, Geld aufzutreiben, um ihre Schulden zu begleichen, will Ayka auch noch die letzte Grenze überschreiten. Sie muss sich einer existentiellen Entscheidung stellen. «Ayka» ist ein kraftvolles Stück Kino voller Ehrlichkeit und das faszinierende Porträt einer unglaublich starken Frauenfigur.

Regie: Sergey Dvortsevoy (*1962) ist ein kasachischer Filmemacher mit russischen Wurzeln. Bevor er zum Film kam, arbeitete er als Luftfahrtingenieur. Bereits seine ersten Filme sorgten für Aufsehen, mit «Tulpan» war er 2008 der offizielle Oscar-Beitrag Kasachstans. «Ayka» ist sein sechster Film.

Gast: Ali Feruz (Usbekischer Journalist und Aktivist, Berlin)

Umbrüche / Aufbrüche - Neues Kino aus Zentralasien

Es war eine unfreiwillige Unabhängigkeit, in die die ehemaligen Sowjetrepubliken Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan mit dem Ende der UdSSR hineinschlidderten. Anders als in Osteuropa gab es in den zentralasiatischen Republiken keine Unabhängigkeitsbewegungen, die eine Emanzipation von Moskau gefordert hätten. Und so ist der Weg der zentralasiatischen Staaten – bei aller individueller Unterschiedlichkeit – heute noch immer ein unentschiedener, schwankend zwischen der Fokussierung auf die alten Verbindungen nach Russland und dem Erkunden neuer politischer Pfade, allein oder mit neuen Partnern. Und auch die Gesellschaften befinden sich in einer Phase der Auseinandersetzung über die Bewahrung, Modernisierung oder Zerschlagung von Werten und Normen, die die Region lange Zeit geprägt haben.

Diese Gesellschaften im Umbruch, an der Schwelle zu Aufbrüchen mit unklaren Zielen, zeigen auch die Filme, die die Rosa-Luxemburg-Stiftung in der Reihe Umbrüche / Aufbrüche – Neues Kino aus Zentralasien präsentiert. Egal ob in den Bergen zwischen Tadschikistan und Usbekistan, in der Metropole Almaty oder in den Weiten der kirgisischen Steppe: Überall gibt es Veränderungen– nur unterscheidet sich der Umgang der Protagonist*innen mit diesen.

Im Anschluss an jede Filmvorführung findet ein Gespräch mit Filmemacher*innen, Aktivist*innen oder Wissenschaftler*innen über den Film und die Situation vor Ort statt.
Der Eintritt ist frei.

Zu den anderen Filmen der Reihe

Standort

Kontakt

Dr. Leonie Schiffauer

Referentin Ost-, Süd- und Zentralasien, Rosa-Luxemburg-Stiftung

Telefon: +49 30 44310 155