7. November 2019 Diskussion/Vortrag Iran im Fadenkreuz

Information

Veranstaltungsort

Kunsthaus
Schlossstr. 2
17235 Neustrelitz

Zeit

07.11.2019, 18:00 - 20:00 Uhr

Themenbereiche

Krieg / Frieden, Naher Osten

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Ohne die Iranische Revolution von 1979 kann man den heutigen Nahen Osten nicht begreifen. Die iranische Monarchie war ein vertrauter Freund des Westens, der Israelis sowie der Araber und als solcher ein Stabilisator in der Region. Khomeinis Revolution stellte all dies auf den Kopf. Der sich bis in die Gegenwart fortsetzende „Export der Revolution“ gepaart mit dem schiitisch-ideologischen Dogma khomeinischer Prägung, beeinflussen die Geschehnisse im Nahen Osten bis heute in erheblichem Maße. Die Sepah Al-Quds (Auslandsarm der iranischen Revolutionswächter) ist fast überall im Nahen Osten omnipräsent. Zur Ironie gehört, dass die USA den regionalen Höhenflug der Ayatollahs mitverursacht haben. Ohne die Afghanistan- und Irakkriege wäre der regionale Einfluss des Iran durch die Hisbollah auf den Libanon beschränkt geblieben.

Nach innen gleicht die iranische Gesellschaft einem Pulverfass.  Zwei große Massenproteste hat das Regime bisher überlebt. Eine hohe Inflationsrate (über 40 Prozent), die Arbeits- und Perspektivlosigkeit, von der die junge Bevölkerung besonders betroffen ist, die wachsende Armut und grassierende Korruption und die tägliche Schikane der Bevölkerung durch Sicherheits- und Justizbehörden sowie Sittenwächter rufen ein Potential für soziale Unruhen hervor. Etwa 43 Prozent der Arbeitslosen sind Akademiker mit Abschluss. Frauen und Minderheiten sind besonders von Diskriminierungen betroffen. Die gegenwärtige Situation im Iran ähnelt der des Vorabends des Arabischen Frühlings. Es gibt kein zweites Land auf der Welt, das von Geistlichen regiert wird und in dem Ideologie und Religion eine derart vitale Rolle in der Politik spielen. Dies macht die Islamische Republik Iran zu einem weltweit einzigartigen Regime.

Der Vortrag wird die inneriranischen Verhältnisse diskutieren. Irans außenpolitisches Verhalten wird am Beispiel des Konflikts mit den Vereinigten Staaten dargestellt.

Dr. Behrouz Khosrozadeh, Lehrbeauftragter am Göttinger Institut für Demokratieforschung an der Georg-August-Universität Göttingen

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