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30. Januar 2026: Diskussion/Vortrag : Musikalische Gewalt in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern

Vortrag mit Musik mit Paul Schuberth und Elisa Lapan

Wichtige Fakten

Veranstaltungsort

Bootshaus der Naturfreunde in Thalkirchen
Zentralländstraße 16,
81379 München

Zeit
30.01.2026, 18:00 - 20:00 Uhr
Themenbereiche
Erinnerungspolitik / Antifaschismus
Zugeordnete Dateien

Beschreibung

Dieser Vortrag (mit Musik) widmet sich einer nach wie vor wenig beleuchteten Facette der NS-Geschichte. Zwar ist vielen die Funktion des Kulturlebens im Lager Theresienstadt oder die Geschichte des Liedes „Die Moorsoldaten“ bekannt. Anders verhält es sich jedoch mit solchen Aspekten dieses Themas, die nicht unmittelbar mit beeindruckenden künstlerischen Leistungen oder Widerstand seitens der Häftlinge in Zusammenhang stehen. Diese Kehrseite ist angesprochen, wenn von „musikalischer Gewalt“ (ein Begriff der Historikerin Juliane Brauer) oder „musikalischem Sadismus“ (Alexander Kulisiewicz, „Lagersänger“ und Historiker) die Rede ist. Diese Begriffe sind keine effektvolle Übertreibung: In den Händen der „kreativen“ SS-Mannschaften geriet Musik zum Folterinstrument. <?xml:namespace prefix = "o" ns = "urn:schemas-microsoft-com:office:office" /><o:p></o:p>

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Sei es in Form des gefürchteten Zwangssingens, der Beschallung des Lagergeländes mit „nationalen Flötentönen“ oder der musikalischen Untermalung von Exekutionen. Wie Musik als Mittel des Terrors herhalten musste; wie sie in den Prozess der Vernichtung durch Arbeit eingespannt wurde, ja ihn sogar reibungsloser funktionieren ließ; darüber will dieser Vortrag Auskunft geben.<o:p></o:p>

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Ausgehend vom scheinbar paradoxen Satz „In Auschwitz betrieben die Machthaber in gewisser Hinsicht eine Kulturförderung“ (Historikerin Gabriele Knapp) schließt der Vortrag mit Überlegungen darüber, inwieweit gängige Vorstellungen von Kunst und Kultur angesichts des „musikalischen Sadismus“ an mögliche Grenzen stoßen. Zu einem Vortrag solchen Inhalts Musik zu spielen, ist eine Gratwanderung. Sie darf nicht als Balsam für die Seele nach den furchtbaren historischen Tatsachen gebraucht werden. So spielen Elisa Lapan und Paul Schuberth, manchmal als Kontrast, manchmal aber zur Verdeutlichung, Stücke von u.a. Józef Koffler, Jean Wiener, Hanns Eisler, Paul Abraham …<o:p></o:p>

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Paul Schuberth ist Akkordeonist und tritt bei Projekten wie „trio akk:zent“, „Belofour“ oder „Duo Vakkordeonioline“ auf. Nebenbei veröffentlicht er als Verfasser von Beiträgen zu kulturpolitischen und gesellschaftlichen Themen in Zeitschriften wie Augustin, Versorgerin, konkret, Volksstimme, Jungle World.<o:p></o:p>

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Elisa Lapan ist eine österreichische Saxofonistin, Dirigentin und Musikpädagogin.

Ein Kooperationsveranstaltung mit den Naturfreunden Bezirk München.

 

Standort

Kontakt

Rosa-Luxemburg-Stiftung Bayern / Kurt-Eisner-Verein

Telefon: 089 51996353

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