9. Januar 2018 Ausstellung/Kultur Meine jüdischen Eltern, meine polnischen Eltern

Information

Veranstaltungsort

Landtag Brandenburg
Alter Markt 1
14467 Potsdam

Zeit

09.01.2018, 18:00 - 20:00 Uhr

Themenbereiche

Geschichte

Zugeordnete Dateien

Meine jüdischen Eltern, meine polnischen Eltern

Während der deutschen Okkupation Polens im 2. Weltkrieg konnten etwa 5.000 jüdische Kinder gerettet werden. Jahrzehnte später erzählen 15 von ihnen die gleichermaßen erschütternde Geschichte ihres Lebens. Unter dem Titel «Meine jüdischen Eltern, meine polnischen Eltern» entstand hieraus eine außerordentlich ergreifende, sensibel umgesetzte Ausstellung.

Alle Porträtierten sind Mitglieder des Verbandes «Kinder des Holocaust», einer weltweiten Organisation, in der sich die vor der NS-Verfolgung geretteten Kinder zusammenfanden. Fast alle erfuhren erst als Erwachsene von ihrer wahren Herkunft. Die Spurensuche nach der eigenen verlorenen Identität brachte fast immer auch die traurige Gewissheit, der nationalsozialistischen Hölle als einziges Familienmitglied lebend entkommen zu sein. Die Rettung war zuerst den jüdischen Eltern zu verdanken, die sich von ihren Kindern trennten. Vertraut waren ihnen nur die polnischen Eltern. Sie hatten in den Zeiten des Holocaust, als Bestialität straflos war, den Mut aufgebracht, sich der jüdischen Kinder anzunehmen. Alle polnischen Eltern wussten, woher die Kinder kamen. Was auf den Ausstellungstafeln zu lesen steht, ist aber auch eine kleine Geschichte Nachkriegspolens, eingebunden in fast alles, was seither in diesem Teil Europas geschehen ist.

Im Frühjahr 2015 wurde die Ausstellung erstmalig im Museum zur Geschichte der polnischen Juden in Warschau gezeigt. Weit über 10.000 Menschen aller Altersgruppen und aus verschiedenen Ländern zählten dort zu den Besuchern. Im Sommer 2015 setzte das Österreichische Kulturzentrum in Warschau die Präsentation mit weiterhin großem Zuspruch fort. Im Januar und Februar 2016 war die Ausstellung in der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Berlin zu sehen.

Grußworte:

  • Dr. Dagmar Enkelmann, Vorsitzende des Vorstandes der Rosa-Luxemburg-Stiftung
  • Joanna Sobolewska-Pyz, Vorsitzende der Assoziation «Kinder des Holocaust», Polen (Übersetzung: Anna Farin, Warschau)

Musikalische Begleitung: Gruppe «manifest Potsdam»

Die Ausstellung im Foyer des Landtages Brandenburg ist vom 10. Januar bis 5. April 2018 von 8:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. An gesetzlichen Feiertagen bleibt sie geschlossen.

Standort

Kontakt

Dr. Effi Böhlke

Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Rosa-Luxemburg-Stiftung

Telefon: (030) 44310-473