Beschreibung
Sie können die Blumen abschneiden,
aber nicht den Frühling verhindern.
Rosa Luxemburg liebte den Frühling. Zu ihrem Geburtstag laden wir herzlich zu einem Tag politischer Debatte und Austausch ein – mit Kulturprogramm, Musik, Essen, Getränken und Angeboten für Kinder.
Es war ein turbulentes Jahr: der Wahlerfolg der Partei Die Linke bei den Bundestagswahlen sicherte auch den Fortbestand der Rosa-Luxemburg-Stiftung, das aktuelle Jahr wird nicht weniger herausfordernd. Angesichts des Rechtsrucks und antifeministischen Backlashs möchten wir über linke Antworten und Gegenstrategien ins Gespräch kommen.
Einen Tag vor dem 8. März, dem Internationalen Feministischen Kampftag, richten wir den Blick insbesondere auf feministische Fragen und Kämpfe, die immer auch Kämpfe gegen autoritäre und rechte Ideologien sind. Denn es gibt schließlich nur zwei Geschlechter: Faschisten und Antifaschist*innen!
Wir freuen uns auf einen Tag voller Gespräche und Begegnungen.
Programm
13 - 19 Uhr | Seminarraum 1: „Bewegungsbaustelle Berlin“
Auf der regen vielfältige Aufbauten und Materialien zum Bewegen und Probieren an. Die Bauanleitung entsteht im Kopf und ist ein ständig neu beginnender Prozess. Lernen mit Herz, Hand, Kopf und Fuß.
13 - 18 Uhr | Terrasse: Minigolf (auch für Erwachsene;)
15 - 16 Uhr | Seminarraum 2: „Als Ela das All eroberte“
Kinderbuch-Lesung mit Raúl Krauthausen und Adina Hermann
15 - 18 Uhr
15 - 16 Uhr | Seminarraum 2:
„Als Ela das All eroberte“
Kinderbuch-Lesung mit Raúl Krauthausen und Adina Hermann
Elas größter Wunsch ist es, Astronautin zu werden und zu den Sternen zu reisen. Doch nicht alle in ihrem Umfeld sind davon überzeugt, dass sie das auch wirklich schaffen kann. Schließlich sind gerade mal 11 % aller der bisher ins All geflogenen Menschen Frauen und Ela lebt noch dazu mit Rollstuhl. Aber bedeutet das wirklich, dass Ela ihren Traum aufgeben muss?
Mit „Als Ela das All eroberte“ erscheint das erste Vorlesebuch von Inklusions-Aktivist Raúl Krauthausen und Multitalent Adina Hermann bei Carlsen, welches Kinder ermutigt, an die eigenen Träume zu glauben. Denn auch wenn diese vermeintlich unerreichbar scheinen, bedeutet das nicht, dass sie nicht eines Tages wahr werden können – auf die eine oder andere Weise. „Als Ela das All eroberte“ ist ein inspirierendes Plädoyer dafür, der eigenen Begeisterung zu folgen und herauszufinden, wohin sie einen führt.
15:30 - 16:30 Uhr | Bibliothek und Livestream:
Es gibt nur zwei Geschlechter: Faschisten und Antifaschist*innen
Diskussion mit Şeyda Kurt und Andrea Dip
Moderiert von Barbara Fried
Hinter diesem Slogan versammelten sich Anfang 2025 massive queer-feministische Mobilisierungen gegen die Faschisierung in Argentinien unter der Regierung von Javier Milei. Weltweit ist die Hetze gegen Feministinnen und gegen die Errungenschaften queer-feministischer Kämpfe ein Kernelement rechts-autoritärer Bewegungen und Parteien. Die Projekte eines autoritären Staatsumbaus setzen dabei auf eine Dämonisierung von transPersonen und auf die Kriminalisierung von Ausgegrenzten, Armen, Geflüchteten, Queers und BPOC als „innere Feinde“.
Aber weltweit formiert sich auch Widerstand: Wie können wir den Kulturkampf offensiv von links führen? Wie können abolutionistische Perspektiven teil antifaschistischer Strategien sein? Und was können wir von Kämpfen aus anderen Teilen der Welt lernen?
16 - 16:45 Uhr | Saal:
Barbara Morgenstern
Konzert
Barbara Morgenstern gehört seit über 20 Jahren zu den eigenständigsten Musiker*innen dieser Republik. Von der Berliner Wohnzimmer-Szene der 90er Jahre bis zu den preisgekrönten Theater-Produktionen mit Rimini-Protokoll der letzten Jahre, folgt sie stets ihrer inneren Stimme im ungebrochenen Glauben an die Magie der Musik.
Mehr als fünf Jahre nach „Unschuld & Verwüstung“ kehrte Barbara Morgenstern 2024 mit einem neuen Album zurück: „In anderem Licht“. Aufgenommen wurde es von Guy Sternberg in den legendären Hansa-Studios in Berlin. Das kammermusikalische Doppel-Album erzählt von der drohenden Klima-Katastrophe, der Hoffnung auf notwendige, gesellschaftliche Transformations-Prozesse und einer möglichen Befreiung aus dem Zustand der allgemeinen Paralyse.
UPDATE: Christiane Rösinger kann aufgrund der aktuellen Sperrung des Luftraums über dem Nahen Osten leider nicht rechtzeitig nach Berlin zurückkehren.
17 - 17:45 Uhr | Saal:
Jean-Philippe Kindler
Stand-Up
„Mensch ärgere dich“ hieß das erste Soloprogramm, der Aufruf ist das Credo des polyvalenten Text-Arbeiters Jean-Philippe Kindler. Er wurde als Gewinner von Poetry Slams bekannt, ist Podcaster, Social-Media-Berater und Buchautor, zuletzt mit „Scheiß auf Selflove, gib mir Klassenkampf“ und bald mit seinem Debütroman. Mit Tempo, Wut auf den Alltag der Klassengesellschaft und viel Humor nimmt er sich Machtverhältnisse, Medien und den ganz normalen Irrsinn des Systems vor.
17 - 18 Uhr | Bibliothek und Livestream:
„Tax the rich“ statt Abrissbirne für den Sozialstaat
Mit Elif Eralp, MdA Die Linke und Ulrich Schneider, Soziallobbyist
Moderiert von Eva Völpel
Arbeitsrechte schleifen und mit der Abrissbirne gegen den Sozialstaat, so will die Union unter Bundeskanzler Merz den Standort Deutschland wettbewerbsfähig machen. Während auf Bundesebene nach dem Motto „flood the zone with shit“ die Bürger*innen fast jede Woche mit neuen Vorschlägen noch rhetorisch darauf eingestimmt werden, wie und wo sie künftig sparen und mehr leisten sollen, ist diese Kürzungspolitik in vielen Bundesländern und Kommunen bereits bittere Realität. Gelder für Bildung, Soziales, Teilhabe, Kultur und den klimagerechten Umbau von Städten und Landkreisen fallen dem Rotstift zum Opfer. Auch in Berlin setzt der schwarz-rote Senat eine Haushaltspolitik durch, die die soziale Spaltung in der Stadt verschärft und drängende Probleme wie den Mietennotstand nicht angeht. Zugleich wachsen die Vermögen der superreichen Multimillionär*innen und Milliardär*innen ungebremst immer weiter.
Mit Elif Eralp und Ulrich Schneider sprechen wir über die aktuellen marktradikalen Angriffe und Alternativen im Bund und in Berlin, etwa über gezielten Druck für die Reaktivierung einer Vermögensteuer, die laut einer neuen Studie im Auftrag u. a. der Rosa-Luxemburg-Stiftung allein für die Hauptstadt jährlich bis zu 5,6 Milliarden Euro an Mehreinnahmen einbringen könnte.
18 - 21 Uhr
18 - 19 Uhr | Saal:
Bei den Linken
Theaterstück von und mit Riadh Ben Ammar
Über Empowerment und Missverständnisse - ein humorvoller Blick auf eine gemeinsame Bewegung: In seinem neuen Theaterstück „Bei den Linken“ blickt Riadh Ben Ammar zurück auf 20 Jahre politischen Aktivismus in Deutschland. Das Stück beschäftigt sich mit Begegnungen von Migrant*innen und linker Szene. Die Bewohner*innen eines Flüchtlingslagers fragen sich: Wer sind die und warum unterstützen die uns? Und was macht dieser Austausch mit uns?
„Bei den Linken“ ist Teil des Projekts Theater für Bewegungsfreiheit, in dessen Rahmen Riadh bereits seit 2012 mit unterschiedlichen Stücken durch Europa tourt. Er lebt zwischen Tunesien und Deutschland, und ist Mitgründer des transnationalen Netzwerks Afrique-Europe-Interact. Er kritisiert die geschlossene EU-Außengrenze und kämpft für das Recht auf Bewegungsfreiheit.
18:30 - 19:30 Uhr | Bibliothek und Livestream:
Politischer Gender Gap
Diskussion mit Emilia Roig, Ole Liebl und Caspar Weimann
Moderiert von Amina Aziz
Zwischen den Geschlechtern wächst eine Kluft: Während junge Frauen tendenziell linker werden, driften junge Männer nach rechts – und das weltweit. Auch in Deutschland zeigte sich dieser Trend bei der letzten Bundestagswahl in alarmierender Deutlichkeit: Unter den 18- bis 24-jährigen Männern wurde die AfD stärkste Kraft, unter den gleichaltrigen Frauen war es Die Linke.
Wie konnte sich der „Politische Gender Gap“ in den letzten 10-15 Jahren derart zuspitzen? Welche Rolle spielen antifeministische Narrative, die Männer als „Opfer“ gesellschaftlicher Veränderungen inszenieren und zugleich aggressive Feindbilder gegen Frauen, queere und migrantische Communities produzieren – wie sie etwa in der Manosphere und von maskulinistischen Influencern verbreitet werden? Inwiefern lässt sich Antifeminismus als Einfallstor für rechtes, autoritäres Gedankengut deuten? Und was braucht es, um junge Männer zu erreichen – und sie für linke, progressive und feministische Ideen zu begeistern?
18:30 – 19:30 Uhr | Seminarraum 2:
Rosa denken – heute
Relaunch der Website zu Rosa Luxemburg – jetzt in 11 Sprachen
Zum 155. Geburtstag präsentieren wir die überarbeitete, mehrsprachige Website www.rosaluxemburg.org: ein digitaler Ort für Leben, Denken und Aktualität Rosa Luxemburgs. Neben Deutsch, Englisch, Französisch, Griechisch, Spanisch und Polnisch stehen die Inhalte nun auch auf Arabisch, Chinesisch, Hebräisch, Russisch und Türkisch bereit.
Was bietet die Website?
- Neue politische Schwerpunkte: Wie sah Rosa Luxemburg Kriege? War sie eine Leninistin?
- Politische Positionen zu Kapitalismus, Freiheit und Gesellschaft
- Biografie im Kontext: Prägende Stationen ihres Lebens
- Schriften, Videos, Podcasts und Bildungsmaterialien
- Ein Quiz zu Werk und Wirken
Rosa Luxemburg für die Gegenwart – offen, zugänglich und international. Eine Einladung zum Stöbern, Weiterdenken und Diskutieren.
20 - 21 Uhr | Saal:
Über Klasse schreiben
Diskussion mit Miriam Davoudvandi und Mesut Bayraktar
Moderiert von Lena Krebs
Autobiografische Erzählungen über das Aufwachsen in einer Klassengesellschaft erleben derzeit große Aufmerksamkeit. Sie brechen mit dem Mythos des autonomen Ichs, indem sie ein Selbst entwerfen, das erst in Beziehung zur Gesellschaft entsteht. Welche Herausforderungen sind mit dem autobiografischen Schreiben über Klasse und Armut verbunden? Wie gehen Autor*innen damit um, wenn ihr Leben zur Projektionsfläche wird? Und was lässt sich politisch gewinnen, wenn Erfahrungen sozialer Verletzbarkeit lesbar werden?
20 - 21 Uhr | Bibliothek und Livestream:
Imperiale Unordnung
Geopolitische Brüche, Völkerrecht und Aufgaben der internationalen Linken
Diskussion mit Alexandra Sitenko, Merle Groneweg und Belén Díaz
Moderiert von Pauline Jäckels
Die aktuellen geopolitischen Entwicklungen verweisen auf eine tiefgreifende Neuordnung des internationalen Systems. Der US-Angriff auf Venezuela steht exemplarisch für eine veränderte imperiale Praxis: Gewalt wird zunehmend offen eingesetzt, ohne menschenrechtliche Legitimation. Bestehende Machtverhältnisse treten damit unverhüllt zutage. Das Panel nimmt diesen Angriff zum Anlass, grundlegende Fragen zur Transformation der Weltordnung zu diskutieren: Welche Bedeutung haben Völkerrecht und multilaterale Institutionen unter Bedingungen offener Machtpolitik noch? Entsteht eine neue multipolare Ordnung – oder verschärfen sich lediglich bestehende imperiale Strukturen? Welche Spielräume bleiben Staaten des Globalen Südens?
Im Mittelpunkt stehen zudem linke Perspektiven: Welche Aufgaben, Strategien und Formen transnationaler Solidarität sind in Zeiten imperialer Konkurrenz und kriegerischer Eskalation möglich? Die Veranstaltung soll Orientierung in einer Phase globaler Umbrüche geben.
Standort
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Kontakt
de:lux Frühlingsfest
E-Mail: delux@rosalux.org