«Ein Diasporist lebt und malt in zwei oder mehr Gesellschaften zugleich. Diasporistische Kunst ist von Grund auf widersprüchlich, sie ist internationalistisch und partikularistisch zugleich. Sie kann zusammenhanglos sein – eine ziemliche Blasphemie gegen die Logik der vorherrschenden Kunstlehre –, weil das Leben in der Diaspora oft zusammenhanglos und voller Spannungen ist; ketzerischer Einspruch ist ihr tägliches Lebenselixier.»
(aus R. B. Kitaj: Erstes Manifest des Diasporismus, Zürich 1988)
In Erinnerung an die Zeichnerin und Grafikerin Lea Grundig (geb. Langer, 1906–1977) und den Maler Hans Grundig (1901–1958) wird an Kunstschaffende alle zwei Jahre die Auszeichnung für herausragende Leistungen in den Sparten Bildende Kunst, Kunstgeschichte sowie Kunstvermittlung vergeben. Schirmherrin des Preises ist seit dem Jahr 2011 die Rosa-Luxemburg-Stiftung, die sich als anerkannte Institution der politischen Bildung in der Bundesrepublik auch der Förderung von Kunst und Wissenschaft verschrieben hat und die Erschließung und Erforschung der teils widersprüchlichen Lebens- und Werkgeschichte des namengebenden antifaschistischen Künstlerpaars aus Dresden fördert. Gestiftet wurde der Preis ursprünglich im Jahr 1972 der Universität Greifswald von Lea Grundig selbst, war dort aber aus politischen Gründen seit 1996 nicht mehr vergeben worden.
Am diesjährigen internationalen Wettbewerb beteiligten sich 97 Kunstschaffende aus dem In- und Ausland. Eine hochkarätig mit Expert*innen aus dem Kunst- und Kulturbetrieb besetzte Jury befand in der Sparte Bildende Kunst die Arbeiten von Cana Bilir-Meier und Ksenia Galiaeva sowie in der Sparte Kunstvermittlung die Einreichung von Henryk Gericke als preiswürdig. Ein kunsthistorisches Projekt von Sarnt Utamachote erhält das Angebot für eine vertiefende Forschungsarbeit im Jahr 2026. Eine lobende Erwähnung wird dem kunstvermittelnden Projekt „ArtISIa“ der Initiative Selbständiger Immigrantinnen (ISI e. V.) zuteil.
Weitere Informationen zum Hans und Lea Grundig-Preis 2025.
Programm:
- ab 17.00 Uhr Einlass
- 18 Uhr Begrüßung
Dr. Dorothea Schöne, Ko-Vorsitzende der Jury, Künstlerische Leiterin Kunsthaus Dahlem - 18.10 Uhr Grußwort
Daniela Trochowski, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Rosa-Luxemburg-Stiftung - 18.20 Uhr Keynote: "Auf der Suche nach einer diasporistischen Kunst"
Dr. Eckhart Gillen, Kunsthistoriker & Kurator, Vorsitzender der Jury a. D. - 18.45 Uhr Feierliche Verleihung des Hans und Lea Grundig-Preises 2025
a. Kunstvermittlung:
Henryk Gericke (Berlin) für das Musikarchiv- und Ausstellungsprojekt "tapetopia"
b. Bildende Kunst:
Cana Bilir-Meier (München) für ihre Skulptur im öffentlichen Raum "Zurückschauen. Stimmen die bleiben"
Ksenia Galiaeva (Antwerpen) für ihr multimediales Werk "Unreal estate" - 19.15 Uhr Schlusswort
Dr. Klaus Lederer, Ko-Vorsitzender der Jury, Senator für Europa und Kultur und Bürgermeister von Berlin a.D. - anschl. Get-together bei Snacks & elektronischer Musik; 21.00 Ende der Veranstaltung
Wir bitte um verbindliche Anmeldung, s.o.
Standort
Kontakt
Henning Heine
Referent Publikationen, Kultur und Medien, Rosa-Luxemburg-Stiftung
E-Mail: henning.heine@rosalux.org
Telefon: +49 30 44310 130