2. Juli 2022 Tagung/Konferenz Spurwechsel

Gerechte Mobilitätswende, Sicherung von Arbeitsplätzen & alternative Produktion in Baden-Württemberg

Information

Veranstaltungsort

Gewerkschaftshaus / Willi-Bleicher-Haus
Willi-Bleicher-Str. 20
70174 Stuttgart

Zeit

02.07.2022, 10:00 - 18:00 Uhr

Themenbereiche

Sozialökologischer Umbau, Spurwechsel

Zugeordnete Dateien

Spurwechsel

Tagung/Konferenz u.a. mit Prof. Klaus Dörre (Uni Jena), Mario Candeias (RLS), Nisha Tossaint-Teachout (FFF Stuttgart), Bernd Riexinger (MdB, Die Linke), Bernhard Knierim (Bahn für alle) u.v.m.

Wir wollen auf unserer Tagung möglichst vieleInteressierte von Gewerkschaften, Klimabewegung, Umwelt- und Sozialverbänden Kommunalpolitiker*innen, Vertreter*innen von sozialen Gruppen und Initiativen, Stadtplaner*innen oder anderweitig interessierte und engagierte Menschen zur Diskussion einladen. Damit wir besser planen können, freuen wir uns über frühzeitige Anmeldungen.

Anmeldung?
Voranmeldung unter bawue@rosalux.org wird erbeten.

Verpflegung?
Für das leibliche Wohl ist mit einem Catering in der Mittagspause und in den Kaffeepausen gesorgt.


Worum geht‘s?
Abwehrkämpfe erfolgreich führen
Die industrielle Basis von Baden-Württemberg ist durch die Automobil- und Zuliefererindustrie geprägt. Auch Teile des Maschinenbaus, der Chemieindustrie, der IT und weiterer Bereiche sind damit eng verbunden. Hunderttausende von Arbeitsplätzen sind davon abhängig. Wir stehen vor einer gewaltigen Transformation dieser Industriebereiche. Die Stichworte sind Elektromotorisierung und Digitalisierung. In den letzten Jahren wurden schon zahlreiche Standorte geschlossen und/oder in osteuropäische Länder verlagert. Tausende industrieller Arbeitsplätze wurden vernichtet. Es wird geschätzt, dass durch die Elektromotorisierung mehrere hunderttausend Arbeitsplätze verloren gehen werden. Viele Beschäftigte, ihre Betriebsräte und ihre Gewerkschaft stehen vor heftigen Abwehrkämpfen und wir wollen diskutieren, wie sie erfolgreich geführt werden können.


Mobilitätswende als Chance...
Gleichzeitig droht eine gefährliche Klimakatastrophe, die die Lebensbedingungen besonders der jungen Generation gefährdet. Vorboten, wie Stürme, Überschwemmungen, zu heiße und trockene Sommer sind schon längst zu spüren. Der Auto- und LKW-Verkehr ist der einzige Bereich, indem seit den 90er Jahren die Emissionen nicht gesunken sind und der zu den größten Emissionsverursachern zählt. Aus klimapolitischen und ökologischen Gründen ist eine nachhaltige Mobilitätswende dringend geboten, die mehr umfasst als den Wechsel der Antriebsform.

...für neue Industriearbeit
Stichworte sind fuß- und fahrradfreundliche Städte, großzügig ausgebauter ÖPNV mit niedrigen Ticketpreisen, Verlagerung von Personen- und Güterverkehr auf die Schiene. Eine Studie der RLS ergab, dass bis zu 400 000 Industriearbeitsplätze geschaffen werden können, wenn der ÖPNV um das 2,5fache ausgebaut würde. Das bietet Perspektiven für den Umbau der Industrie, der Klima und Arbeitsplätze schützt. Kann durch betriebliche und regionale Konversion die industrielle Basis des Landes auf neue Füße gestellt werden? Damit wollen wir uns auf der Konferenz ebenfalls auseinandersetzen.

Erweiterte Mitbestimmung...
Ein weiterer Schwerpunkt soll auf der Debatte zur dringend notwendigen Erweiterung der betrieblichen Mitbestimmung und zu Schritten auf dem Weg zur Wirtschaftsdemokratie gelegt werden. Ohne erweiterte Mitbestimmung und ohne die Demokratisierung der
Wirtschaft wäre ein sozialökologischer Umbau im Interesse der Mehrheit der Bevölkerung nur schwer vorstellbar.

...und Transformationsräte
Können betriebliche und regionale Transformationsräte ein erster Schritt in Richtung Wirtschaftsdemokratie sein? Können hierzu Bündnisse zwischen Gewerkschaften, Klimabewegung, sozialen Gruppen und Initiativen, Wissenschaftler*innen, Kommunalvertreter*innen, u.a. wirtschaftsdemokratische Initiativen befördern?

Programm

  • 10:00 Uhr - Klimakrise, Mobilitätswende & Wirtschaftsdemokratie
    Vortrag mit Klaus Dörre (Uni Jena)
  • 10:50 Uhr - Beschäftigungspotenziale alternativer Produktion als Basis der Mobilitätswende
    Vortrag mit Mario Candeias (RLS)
  • 11:30 Uhr - Nachfragen & Diskussion

12:30 Uhr - Mittagessen

  • 13:00 Uhr - (Arbeitsplatz-)Entwicklung in Mobilitätsindustrien in Baden-Württemberg
    Vortrag. Refernt*in N.N.
  • 13:30 Uhr - 15:15 Uhr: 2 parallele Panele

    Panel 1: «Umbau der Mobilitätsindustrien – wie geht das?»
    • Kampf um Standorte und Beschäftigung und perspektiven industrieller Demokratie
    Rolf Klotz (BR Audi Neckarsulm) & Ljiljana Culjak (BR Mahle-Behr) 
     • (Öffentliche) Industrieproduktion für den Nahverkehr?
    Bernhard Knierim (Bahn für alle)
    • Klimabewegung & Gewerkschaften – Machtressourcen bündeln
    Nisha Toussaint-Teachout (Fridays for Future Stuttgart)

    Panel 2: «Umbau wohin?» Mobilität und Nahverkehr
    • Wege zu nachhaltiger Mobilität für Baden-Württemberg?
    Manuela Weber (Öko-Institut) (angefragt)
    • Infrastrukturinvestitionen, mehr Personal und gute Arbeit im Nahverkehr
    Jan Bleckert (ver.di) (angefragt)
    • Das Bündnis «ÖPNV braucht Zukunft» - Eine Perspektive für Baden-Württemberg?
    Sabine Leidig
    • Kommunalpolitische Perspektiven für eine mobilitätsgerechte Stadt

15:15 Uhr - Kaffeepause -

  • 15:30 Uhr -  «Umbau mit wem?»
    Regionale Transformationsräte als Projekt für die Region - wie starten wir eine Initiative?
    Impuls von Bernd Riexinger (MdB, DIE LINKE) & Klaus Dörre (Uni Jena) und Gastbeiträge von Vertreter*innen des DGB, der EVG und VCD, BUND u.a.

17:45 Uhr - Abschluss -

 

Standort

Kontakt

Rosa-Luxemburg-Stiftung Baden-Württemberg

Telefon: +49 711 99797090