6. Oktober 2022 Diskussion/Vortrag Mobilisierung für den Krieg

Information

Veranstaltungsort

Crack Bellmer
Revaler Str. 99 (RAW, Eingang Simon-Dach-Str.)
10245 Berlin

Zeit

06.10.2022, 19:00 - 21:00 Uhr

Themenbereiche

Neonazismus / Rassismus, Migration / Flucht, Krieg / Frieden, Osteuropa

Zugeordnete Dateien

Mobilisierung für den Krieg
Bild: IMAGO / SNA

Die ausgerufene Mobilisierung hat den Krieg in die Breite der russischen Bevölkerung getragen, die diesen bisher zumeist geduldet oder mit gleichgültiger Zustimmung verdrängt hatte. Während bislang überwiegend russländische Bürger der nationalen Minderheiten aus den peripheren Teilen des Landes kämpfen und sterben, hat die Mobilisierung zu vergleichsweise heftigen Protesten auch abseits der Metropolen geführt. Während immer mehr EU-Staaten die Grenzen für Menschen aus Russland de facto schließen, ist eine neue Welle massenhafter Emigration, vor allem nach Georgien und Kasachstan, zu beobachten.

Die russische Führung bemüht weiterhin das Narrativ des «Kampfes gegen das faschistische Regime» in der Ukraine und missbraucht damit den antifaschistischen Widerstand im Zweiten Weltkrieg, um den Krieg zu legitimieren und die Bevölkerung zu mobilisieren. Tatsächlich sind auf beiden Seiten extrem rechte Kämpfer und Verbände involviert. Das Regiment AZOW ist ein Beispiel, ein weiteres ist der bekannte aus Russland stammende Neonazi Denis Kapustin, der auf Seiten der Ukraine kämpft. Zur vermeintlichen «Entnazifizierung» ziehen jedoch auch auf russischer Seite zahlreiche paramilitärische Gruppen wie Rusisch und die «Gruppe Wagner» in den Krieg, die zahlreiche Neonazis in ihren Reihen haben.

Über die aktuellen Ereignisse wollen wir gemeinsam ins Gespräch kommen und die Stimmung und Proteste in Russland sowie die Beteiligung der extremen Rechten auf beiden Seiten in den Blick nehmen.

Darüber sprechen wir mit:

  • Elena Bezrukova, Aktivist*in und Forscher*in. Sie hat acht Jahre für die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Moskau gearbeitet und an zahlreichen Protesten teilgenommen. Sie ist in feministischen Gruppen aktiv und forscht derzeit im Exil zu Protestbewegungen in Russland.
  • Lara Schultz, Journalist*in. Sie reist seit Mitte der 1990er regelmäßig nach Russland und in die Ukraine und schreibt über die extreme Rechte in Mittel- und Osteuropa, z.B. für Jungle World, Der Rechte Rand, AIB und Lotta.
  • Moderation: Philipp Gliesche, Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Standort

Kontakt

Philipp Gliesche

Projektmanager Osteuropa, Rosa-Luxemburg-Stiftung

Telefon: +49 30 44310 433