Beschreibung
Doppelführung
14 Uhr: Treffpunkt: Kreuzung Bernauer Str/Brunnenstraße (Ausgang U-Bahnhof Bernauer Str)
Mauerspringer, Tunnelgräber und Fluchthelfer an der Bernauer Straße
Am 13. August 1961 schließt die DDR-Führung die Berliner Sektorengrenzen und mauert West-Berlin ein. Die die DDR in ihrer Existenz bedrohende Massenmigration nach Westdeutschland soll unterbunden werden. Aber diese Grenze, wie andere auch, werden von Menschen mit hoher Fluchtmotivation nur als zu überwindende Hindernisse betrachtet. Am Beispiel der Bernauer Straße wollen wir uns anschauen, wie die Berliner Mauer aufgebaut war, wie sie sich im Laufe der Zeit verändert hat und wie sie den Alltag der Menschen in Ost und West geprägt hat. Und wir wollen uns Geschichten anschauen, wie Flüchtlinge sie untertunnelt oder übersprungen haben, wie sie aus Fenstern herabgelassen haben oder einen Friedhof genutzt haben, um auf die andere Seite zu gelangen.
Dauer: 90 min
Guide: Stefan Kalmring
Im Anschluss um 15:30Uhr:
Unterirdisch in die Freiheit (mit Berliner Unterwelten e.V.)
Die Fluchttunnel unter der Berliner Mauer
Mit dem Bau der Berliner Mauer im August 1961 wurde die Bevölkerung Ost-Berlins über Nacht plötzlich und unvorbereitet von ihren Familien, (Ehe-)Partnern, Freunden, Arbeitsstellen, Studien- oder Schulplätzen in West-Berlin getrennt. Zahlreiche Menschen versuchten daher, durch selbstgegrabene Tunnel die tödlichen Sperranlagen zu unterqueren und so in die Freiheit zu gelangen.
In unmittelbarer Nähe zum Tunnelbau-Brennpunkt Bernauer Straße erzählen wir die spannende Geschichte der Berliner Fluchttunnel und bieten als Highlight – neun Meter unter der Oberfläche – einen Blick in den einzigen originalen Fluchttunnel von 1970/71. Dieser ist durch einen vom Berliner Unterwelten e.V. gebauten rund 30 Meter langen Besuchertunnel erschlossen.
Der erste Fluchttunnel wurde im Oktober 1961 gegraben, der letzte scheiterte 1982. Insgesamt sind mehr als 75 Fluchttunnel bekannt, von denen jedoch nur 19 erfolgreich waren. Durch sie gelangten bis zu 450 DDR-Bürger von Ost- nach West-Berlin in die Freiheit. In der Führung berichten wir von spektakulären Erfolgen, Verrat und bitterem Scheitern, denn schnell entwickelte sich ein „Katz-und-Maus-Spiel“ zwischen Tunnelbauern und DDR-Organen, zunehmend unter erschwerten Bedingungen für Fluchthelfer und Fluchtwillige.
1962 befand sich der Schwerpunkt im Fluchttunnelbau an der Heidelberger Straße zwischen Neukölln und Treptow, verlagerte sich aber bald aufgrund von Gegenmaßnahmen der Grenztruppen der DDR an die Bernauer Straße und Umgebung. Auf einer Länge von nur 350 Metern wurden die Grenzanlagen an dieser Stelle siebenmal untertunnelt. Die Bernauer Straße wurde zu einem Brennpunkt des Tunnelbaus, lag doch die Straße einschließlich beider Bürgersteige in West-Berlin, die südlich angrenzenden Häuser aber gehörten zu Ost-Berlin. Hier, in der kreuzenden Brunnenstraße, begeben wir uns in den historischen Gewölben der ehemaligen Oswald-Berliner-Brauerei anhand von Tunnelnachbauten im Originalmaßstab auf die Spuren der Tunnelbauer und erzählen unter anderem von den beiden erfolgreichsten Projekten „Tunnel 29“ und „Tunnel 57“.
Festes, geschlossenes Schuhwerk wird zur Teilnahme vorausgesetzt.
Wir empfehlen die Mitnahme warmer Kleidung, da die Innentemperatur auf einem Teil der Tour ganzjährig nur ca. 10°C beträgt.
Anmeldung erforderlich (s.o.) | Teilnahmegebühr: 7 €
Standort
Kontakt
Michaela Klingberg
Kulturforum, Rosa-Luxemburg-Stiftung
E-Mail: michaela.klingberg@rosalux.org
Telefon: +49 30 44310 160