19. Januar 2021 Diskussion/Vortrag Stadt-Land-Verhältnisse: zwischen Agroexport und Ernährungssouveränität

Berliner Brasiliendialog #5

Information

Veranstaltungsort

Online

Zeit

19.01.2021, 18:00 - 20:00 Uhr

Themenbereiche

Brasilien / Cono Sur

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Stadt-Land-Verhältnisse: zwischen Agroexport und Ernährungssouveränität

Parallel zur Zunahme der brasilianischen Agrarexporte und ihrer wirtschaftspolitischen Bedeutung, kämpfen soziale Bewegungen in den Städten und auf dem Land gemeinsam für Ernährungssouveränität. Das brasilianische „Hinterland“ wird immer mehr zu einem Raum, der von alten und neuen sozialen, wirtschaftlichen sowie ökologischen Konflikten geprägt ist. Was sind die gegenwärtigen Entwicklungen? Welche Alternativen und neue Szenarien lassen sich dabei erkennen? Das sind die zentralen Fragen, mit denen sich dies Podium auseinandersetzen wird.

Mit:

  • Sérgio Pereira Leite (Ökonom, UFRRJ, Brasilien)
  • Tainá Marajoara(Köchin, Kulturveranstalterin, Brasilien; angefragt)
  • Kelli Mafort (MST, Brasilien)
  • Patrus Ananias (Parlamentarier, Brasilien)
  • Moderation: Renata C. Motta (FU Berlin, LAI)
    Ko-Moderation: Nicolas Goez (FU Berlin, LAI)


Die Onlinedebatte ist Teil der Veranstaltungsreihe Berliner Brasiliendialog: Brasilien im multiplen Krisenmodus.

Brasilien durchläuft aktuell mehrere, simultane Krisen: Politisch setzt der Zuwachs des Rechtsextremismus die demokratischen Institutionen sowie das demokratische Miteinander immer mehr unter Druck. Wirtschaftlich verfestigt sich die seit 2015 anhaltende Stagnation durch die politische Verharmlosung der Pandemie und die daraus folgende unkontrollierte Verbreitung des Coronavirus. Ökologisch führen bewusste Lockerungen von Umweltauflagen und eine gezielte Schwächung der Umweltschutzinstitutionen zu einer beispiellosen ökologischen Krise. Diese multiplen Krisen bedingen und vertiefen sich wechselseitig, während das Land immer tiefer in eine beinahe dystopische Sackgasse geführt wird.

Mehr denn je ist eine wissenschaftliche Analyse und Aufklärung der internationalen Öffentlichkeit zu den multiplen Krisen Brasiliens eine Notwendigkeit in der Forschung, der wissenschaftlichen und bildungspolitischen Arbeit sowie der deutschen Außen- und Entwicklungspolitik zu Lateinamerika. Der Bedarf an Analyse, Aufklärung und öffentlicher Aufmerksamkeit begründet das Projekt einer Veranstaltungsreihe in Deutschland zu Brasilien, in der sich Wissenschaftler*innen, Publizist*innen, Politiker*innen, Künstler*innen, Student*innen und Aktivist*innen aus Brasilien und Deutschland frei austauschen und voneinander lernen können.

Anmeldung

Die Veranstaltung wird kostenfrei als Zoom-Veranstaltung auf Deutsch-Portugiesisch (Simultanverdolmetschung) durchgeführt. Anmeldung sowie weitere Informationen hier. Zudem wird die Veranstaltung wird im Originalton über YouTube übertragen. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Eine Kooperation der Rosa-Luxemburg-Stiftung mit: Lateinamerika-Institut (LAI) der Freien Universität Berlin (FU Berlin), Friedrich-Ebert-Stiftung (FES), Heinrich-Böll-Stiftung (HBS), Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika/Brasilien Initiative Berlin (FDCL/BIB), katholisches Hilfswerk Misereor (MISEREOR), Lateinamerika-Forum (LAF), Global South Studies Center (GSSC) der Universität zu Köln (UzK), Maria Sibylla Merian Centre Conviviality-Inequality in Latin America (mecila)

Kontakt

Lucie Matting

Projektmanagerin Brasilien und Paraguay, Rosa-Luxemburg-Stiftung