Zum Hauptinhalt springen

27. August 2025: Exkursion : Stätten der Industriekultur

Doppelführung in der Königlichen Porzellan-Manufaktur

Wichtige Fakten

Veranstaltungsort

KPM Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin
Wegelystraße 1
10623 Berlin

Zeit
27.08.2025, 15:00 - 17:30 Uhr
Themenbereiche
Deutsche / Europäische Geschichte

Beschreibung

Die Geschichte der KPM ist eine wechselhafte. Die erste Gründung einer Porzellanmanufaktur in Berlin geht auf den Berliner Kaufmann und Wollfabrikanten Wilhelm Caspar Wegely zurück. 1763 erwarb Friedrich II. das Unternehmen. Der König übernahm das gesamte Personal und gab der Manufaktur ihren Namen und ihr Markenzeichen: das königliche Zepter aus dem kurfürstlich-brandenburgischen Wappen.

Von nun an trug sie den Namen Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin und wurde zu einer Art Musterbetrieb: Die Mitarbeiter*innen hatten feste, geregelte Arbeitszeiten, erhielten ein überdurchschnittliches Einkommen, waren durch die eigene Betriebskrankenkasse abgesichert und erwarben einen gesicherten Rentenanspruch. Unter Friedrichs Nachfolger, seinem Neffen Friedrich Wilhelm II., wurde die Manufaktur zu einem technologisch führenden Unternehmen in Preußen. Berühmte Künstler der Zeit wie Karl Friedrich Schinkel, Johann Gottfried Schadow und sein Schüler Christian Daniel Rauch entwarfen für die KPM Vasen und Skulpturen, unter denen die Prinzessinnengruppe nach einem Entwurf von Johann Gottfried Schadow eine der berühmtesten ist.

Mit dem Ende der Monarchie im Jahr 1918 wurde die KPM zur Staatlichen Porzellan-Manufaktur Berlin. Das Signet KPM und die Zeptermarke blieben allerdings erhalten. Unter ihrem neuen Direktor Günther von Pechmann beeinflussten die Ideen des Deutschen Werkbunds und des Bauhauses ab 1929 die künstlerische Arbeit der Berliner Manufaktur. Ziel war die zeitgemäße, sachliche Gestaltung des Gebrauchsporzellans. Die Machtübernahme durch die Nationalsozialisten hatte in den 1930er Jahren für viele Künstler der KPM gravierende Folgen: Marguerite Friedlaender wurde aufgrund ihrer jüdischen Herkunft zur Emigration gezwungen. Ludwig Gies und Gerhard Marcks wurden wegen ihrer Loyalität zu jüdischen Kollegen aus ihren Lehrämtern entlassen und erhielten Ausstellungsverbot.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Manufaktur in der Nacht vom 22. zum 23. November 1943 durch alliierte Luftangriffe so schwer beschädigt, dass die Produktion eingestellt werden musste. Noch im Dezember 1943 wurde die Arbeit in der Massemühle und im Januar 1944 ein Notbetrieb in der Manufaktur wiederaufgenommen. Nach dem Zweiten Weltkrieg bezog die KPM ein Ausweichquartier in Selb. Von Franken aus belieferte sie den Markt weiterhin mit Zier- und Gebrauchsporzellan. 1957 zog die Produktion wieder zurück auf das historische Gelände der KPM in Berlin-Tiergarten, nachdem die Gebäude dort wieder aufgebaut worden waren. Durch Senatsbeschluss wurde die KPM 1988 zur Gesellschaft mit beschränkter Haftung und firmierte fortan als KPM Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin GmbH. In den 1990er Jahren besann man sich bei der KPM wieder stärker auf die kulturellen und kunsthandwerklichen Traditionen der Manufaktur.

Programm:

15 – 15:45 Uhr: Führung zum Wandfliesenbild «Germania – Beschützerin von Kunst und Wissenschaft»

15:45 – 16 Uhr: Pause

16 – 17:30 Uhr: klassische Führung durch die historische Ausstellung

Anmeldung erforderlich, nur mit erfolgter Bestätigung möglich.

Teilnahmegebühr: 10 €

Standort

Kontakt

Michaela Klingberg

Kulturforum, Rosa-Luxemburg-Stiftung

Telefon: +49 30 44310 160

Ähnliche Veranstaltungen

Chatyngedenken und Tschernobyl-Aufarbeitung im Werk von Ales Adamowitsch, 21 April 2026

: Diskussion/Vortrag

Berlin19:00 Uhr

Reihe: Philosophische Gespräche

Mainz Postkolonial, 26 April 2026

: Exkursion

Mainz16:30 Uhr

Rundgänge für und durch die Mainzer Neustadt

Linkes Bündnis gegen alte Eliten, 18 Juni 2026

: Diskussion/Vortrag

Hamburg18:30 Uhr

100 Jahre Volksentscheid zur Fürstenenteignung