Beschreibung
In der 200jährigen Geschichte des Sozialismus und der Arbeiterbewegung hatten unzählige Zeitungen, Magazine, Zeitschriften immer eine wichtige, gar essenzielle Funktion. Teilweise direkt mit sozialistischen Organisationen verbunden, teilweise unabhängig spielten diese Publikation stets eine wichtige Rolle in den theoretischen Debatten über Form und Wesen des Sozialismus und strategischen Fragen, stellten herrschaftskritische Analysen und alternative Weltwahrnehmungen bereit und waren notwendig bei der Mobilisierung und sozialistischen Identitätsbildung.
Doch welche Rolle können sozialistische Zeitschriften in der heutigen fragmentierten und schnelllebigen Medienlandschaft spielen, in einer Zeit, in der Wahrnehmungs- und Zeitlogiken der Medien und der Politik zu verschmelzen und in Gesellschaften, in der sich Interessenkonstellation immer weiter auszudifferenzieren scheinen?
Und was bedeutet die Herausgabe einer sozialistischen Zeitschrift in China, das sich formal selbst als sozialistisch versteht, in den letzten Jahren einen enormen gesellschaftlichen Wandlungsprozess erlebt hat und in dem das revolutionäre Erbe immer mehr von den Widersprüchen und Herausforderungen der Gegenwart überdeckt wird? Was hingegen bedeutet eine sozialistische Zeitschrift in Deutschland, in dem vierzig Jahre Neoliberalismus die traditionellen Organisationen der Arbeiterbewegung geschwächt, die soziale Spaltung vertieft und sozialistische Debatten und Visionen ausgedünnt aus? Was sind die jeweiligen Ansprüche und Herausforderungen, Debatten und Positionen, Traditionen und Modernisierungen?
Diese Fragen diskutieren Yang Ping, Chefredakteur der «Beijing Cultural Review» und Loren Balhorn, leitender Redakteur von rosalux.org, der englischsprachigen Webseite der Rosa-Luxemburg-Stiftung, und Chefredakteur der deutschen Ausgabe von «Jacobin». Beide Zeitschriften sind in ihren Medienkontexten relativ jung und haben sich zu wichtigen sozialistischen Debattenforen etabliert. Zusammen mit euch möchten wir sprechen über die Aufgaben linker Publizistik in unterschiedlichen Kontexten und Perspektiven für eingreifende sozialistische Medien heute.
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Canan Kus
Zweitentsendung des Büros Peking in China, Rosa-Luxemburg-Stftung Beijing
E-Mail: canan.kus@rosalux.org