17. Juni 2021 Diskussion/Vortrag Zu den Frauenpotesten in Polen - im Kampf gegen das Abtreibungsverbot

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Veranstaltungsort

Online

Zeit

17.06.2021, 19:00 - 21:00 Uhr

Themenbereiche

Geschlechterverhältnisse, Soziale Bewegungen / Organisierung, Partizipation / Bürgerrechte, Osteuropa, Gesundheit und Pflege, Feminismus

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Zu den Frauenpotesten in Polen - im Kampf gegen das Abtreibungsverbot
Warschau, Oktober 2020 Copyright Holger Politt

Die heftige Protestwelle im letzten Herbst gegen das faktische Abtreibungsverbot in Polen erinnerte stark an den „Schwarzen Protest“ (Czarny Protest) im Herbst 2016. Damals gelang es der feministischen Bewegung, eine weitere Verschärfung des Abtreibungsgesetzes in Polen zu verhindern. 2020 hingegen wurden mit einem bloßen Federstrich vollendete Tatsachen geschaffen. Das durch die nationalkonservative Regierung beherrschte Verfassungstribunal fällte ein Urteil, wonach eine gesetzliche Regelung zum Schwangerschaftsabbruch aus dem Jahre 1993 dem Gebot des Schutzes auf Leben in der geltenden Verfassung von 1997 widerspreche. Gegen das damit verhängte Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen formierte sich in Polen und mitten in der Pandemie heftiger Widerstand – getragen von der jüngeren Generation, vor allem von jungen Frauen. Es entstand eine der größten Protestwellen in Polen seit 1989/90 – mit Sicherheit war sie die kreativste. Auf den Straßen und Plätzen im ganzen Land wurden Frauenrechte und die Trennung von Staat und Kirche gefordert. Und ein Ruf war plötzlich unüberhörbar: Nieder mit der nationalkonservativen Regierung! 

Offiziell wurden in Polen in den zurückliegenden Jahren ohnehin lediglich knapp über 1.000 legale Schwangerschaftsabbrüche vorgenommen. Frauenrechtsorganisationen gehen aber davon aus, dass die jährliche Zahl von Eingriffen zum Schwangerschaftsabbruch bei polnischen Frauen bei über 100.000 liegen dürfte. Nach vergeblichen Versuchen, solche Eingriffe auch im Ausland unter Strafe zu stellen, wurde nun der Riegel anders heruntergelassen: Polen ist ab jetzt ein Land, in dem Schwangerschaftsabbrüche legal nur noch in ganz wenigen und streng bestimmten Ausnahmefällen vorgenommen werden dürfen.

Zur Lage  in Polen sprechen wir mit Katarzyna Remin (Gründungsmitglied der Kampagne gegen Homophobie (KPH), langjähriges Vorstandsmitglied der KPH, leitet heute die Projektarbeit der Akademie für die engagierten Eltern (von LGBTIQ+-Kindern)) und Holger Politt (Leiter des Büros Warschau der Rosa-Luxemburg-Stiftung)

In Kooperation mit dem Büro Warschau der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Gefördert durch die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg


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