9. Januar 2019 Diskussion/Vortrag Die Legende vom «Spartakusaufstand». Die Januar-Unruhen 1919 in Berlin und Stuttgart

Einladung zum Neujahrsempfang

Information

Veranstaltungsort

Rosa-Luxemburg-Stiftung Baden-Württemberg
Ludwigstr. 73a
70176 Stuttgart

Zeit

09.01.2019, 18:30 - 21:30 Uhr

Zugeordnete Dateien

17:00 Uhr - Stadtrundgang «Die Novemberrevolution in Stuttgart und ihre Akteure» (Treffpunkt Pavillon am Schlossplatz)

18:30 Uhr - Stehempfang

19:30 Uhr - Vortrag/Diskussion

Vortrag/Diskussion mit

Ein «vergessener» Bericht des Untersuchungsausschusses der verfassunggebenden Preußischen Landesversammlung und ein Stuttgarter Gerichtsprozess

Im Januar 1919 greifen revolutionäre Arbeiter in Berlin zu den Waffen. Der vom linken Flügel der Berliner USPD getragene Aufstand wurde von Anfang an der gerade gebildeten KPD zugeschrieben. Sie war für derlei Aktionen allerdings viel zu schwach. Die KPD hatte im Januar 1919 in Berlin etwa 300 Anhänger, die USPD 200.000. Gleichwohl hält sich bis heute die Legende vom Spartakusaufstand. Zu ganz anderen Ergebnissen kam der Untersuchungsausschuss der verfassunggebenden Preußischen Landesversammlung über die Januar-Unruhen 1919 in Berlin in seinem Abschlussbericht vom 9. Februar 1921. In der Forschung nicht beachtet, wird der Bericht hier erstmals vollständig der Öffentlichkeit bekannt gemacht und seine Geschichte erzählt. Der Reprint des Untersuchungsberichts umfasst den amtlichen Bericht, den Niederschriften- und Urkundenband und die Anlage zum Urkundenband.

Dr. Jörn Schütrumpf stellt die Ergebnisse seiner Forschungen zur Legende vom «Spartakusaufstand» in dieser Veranstaltung vor.

Weitaus weniger bekannt als der sog. «Spartakusaufstand» in Berlin sind die Ereignisse in Stuttgart vom 09./10. Januar 1919, der sog. Stuttgarter «Spartakusaufstand». Der Versuch, im Auftrag des Stuttgarter Soldatenrates eine eigene Druckschrift mit den Druckmaschinen des «Stuttgarte Neuen Tagblatts» und der «Württembergischen Zeitung» herauszugeben, wurde durch die von der provisorischen Regierung neu aufgestellten «Sicherheitskompanien» mit Waffengewalt niedergeschlagen, wobei es zu Toten und Verletzten unter unbeteiligten Zivilisten kam. In einem späteren Gerichtsprozess, dem sog. «Stuttgarter Spartakistenprozess» wurden sämtliche wegen der Ereignisse des Hoch- und Landesverrats und des Aufruhrs Angeklaten freigesprochen.  

Erhard Korn berichtet über die Ereignisse des sog. Stuttgarter «Spartakusaufstands» und den «Stuttgarter Spartakistenprozess». 


Um 17:00 Uhr startet unserStadtrundgang «Die Novemberrevolution in Stuttgart und ihre Akteure» unter Leitung von Erhard Korn. Treffpunkt: Pavillon am Schlossplatz.

«Der 9. November war ein Tag der Arbeiter und Soldaten. Der Vortrupp der Revolution, die Daimler-Arbeiter, stießen in mächtigem Zug von Untertürkheim hinein in die wartende Stadt. Plakate: ‹Nieder mit dem Krieg!› ‹Hoch die sozialistische Republik!› trugen die Arbeiter. Hochrufe auf den freien Soldaten und die sozialistische Republik weckten stürmisches Echo. Auf dem Schloss wehte die rote Fahne. Eine aufgewühlte Masse zerbrach am Waisenhaus die Schießgewehre einer scheußlichen Militärorganisation und trug die Trümmer als Zeichen der Freiheit im Soldatenzug.» So schildert ein zeitgenössischer Beobachter die Ereignisse in Stuttgart.

Bei einer Stadtführung begibt sich Erhard Korn auf die Spuren der Novemberrevolution in Stuttgart. Der Stadtrundgang endet im RLS-Büro zum anschließenden Neujahrsempfang.

Standort

Kontakt

Rosa-Luxemburg-Stiftung Baden-Württemberg

Telefon: 0711 99797090