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10. Juni 2026: Diskussion/Vortrag : Jüdinnen und Juden in der internationalen Linken – eine vergessene Allianz?

Vortrag mit Dr. Florian Weis

Wichtige Fakten

Veranstaltungsort

Regionalbüro der Rosa-Luxemburg-Stiftung Baden-Württemberg
Ludwigstraße 73a
70176 Stuttgart

Zeit
10.06.2026, 19:00 - 21:30 Uhr
Themenbereiche
Deutsche / Europäische Geschichte, Parteien- / Bewegungsgeschichte
Zugeordnete Dateien

Beschreibung

Florian Weis ist Historiker mit Schwerpunkten zur neueren und neuesten britischen und deutschen Geschichte (Promotion 1998 zu „,And now – win the Peace‘. Nachkriegsplanungen der Labour Party"). Er arbeitet seit 1999 in verschiedenen Funktionen in der Rosa-Luxemburg-Stiftung und ist dort gegenwärtig Co-Leiter der Gesprächskreise „Antisemitismus/jüdisch-linke Geschichte und Gegenwart" sowie „Klassen und Sozialstruktur".

Angesichts der polarisierten Debatten um Israel und den Nahen Osten mag es schwerfallen sich dies vorzustellen: Doch seit dem 19. Jahrhundert bis weit in das zwanzigste Jahrhundert hinein bestand eine Allianz zwischen beträchtlichen Teilen der jüdischen Emanzipationsbewegungen und der sozialistischen und Arbeiter*innenbewegung. Dies galt für das Russische Reich und die frühe Sowjetunion ebenso wie für Polen, für Großbritannien sowie für die USA und ebenso für Südafrika, wo Jüdinnen und Juden weit überproportional auf Seiten der im Apartheid-System unterdrückten Schwarzen standen. Auch die kommunistischen, gewerkschaftlichen und antikolonialen Bewegungen in Tunesien und Marokko hatten zahlreiche jüdische Repräsentant*innen. Jüdinnen und Juden waren stark in sozialdemokratischen, kommunistischen und anderen linken Parteien und Organisationen vertreten. Die Arbeiter*innenbewegung stand mehrheitlich auf der Seite von Jüdinnen und Juden im Kampf gegen den Antisemitismus. Doch konnte auch sie die Shoah nicht verhindern. Ebenso wenig waren Bewegungen und Staaten, die sich auf den Sozialismus und Kommunismus beriefen, frei von Antisemitismus, wie sich etwa in der frühen Arbeiter*innenbewegung, in der Sowjetunion unter Stalin und in der CSSR in den „Slansky-Prozessen" 1952 und anderswo deutlich zeigte.

Die Reihe „Jüdinnen und Juden in der internationalen Linken" erscheint seit 2021. Fast 50 Autor*innen und sowie Gregor Gysi, Bodo Ramelow und Isabel Frey als Gesprächspartner*innen haben insgesamt über 70 Beiträge für fünf Bände beigesteuert; ein sechster Teil wird Ende 2026 erscheinen. Co-Herausgeber Florian Weis stellt Thesen zur Reihe und exemplarisch Strömungen und Persönlichkeiten vor, darunter etwa der aus Hechingen stammenden Paul Levi, wie Theo Bergmann und Max Diamant, der zeitweilig in Mannheim lebte und wirkte.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Reihe "Roter Mittwoch" der Rosa Luxemburg Stiftung Baden-Württemberg statt. Die Veranstaltung findet in Präsenz im Stiftungsbüro statt. Ebenso ist eine Teilnahme online über Zoom möglich.

Online teilnehmen

Standort

Kontakt

Rosa-Luxemburg-Stiftung Baden-Württemberg

Telefon: +49 711 99797090

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