16. August 2019 Diskussion/Vortrag Dialoge des brasilianischen Widerstands

Information

Veranstaltungsort

Rosa-Luxemburg-Stiftung
Münzenbergsaal
Franz-Mehring-Platz 1
10243 Berlin

Zeit

16.08.2019, 18:00 - 22:00 Uhr

Themenbereiche

Soziale Bewegungen / Organisierung, Brasilien / Cono Sur

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Dialoge des brasilianischen Widerstands
Foto: Mídia NINJA, Ana Kehl de Moraes

Die brasilianische Gesellschaft ist geprägt durch das Erbe der Versklavung und Gewalt gegen die Schwarze und indigene Bevölkerung. Unter der Regierung Bolsonaro verschärft sich der Druck auf soziale Akteure und marginalisierte Gruppen. Schwarze, People of Colour, Indigene, LGTBIQ* Personen und Arme werden vermehrt Opfer von Gewaltverbrechen. Die jüngste Flexibilisierung des Waffenrechts in Brasilien wird aller Voraussicht nach diese Situation weiter verschärfen. Bereits im März 2018 wurde mit dem Mord an der Schwarzen Feministin und Politikerin Marielle Franco deutlich, dass Hassdiskurse in letzter Konsequenz das Leben von Menschen kosten. Indigene und Aktivist*innen der Landlosenbewegung zahlen seit dem Antritt der neuen Regierung noch häufiger als zuvor für ihren Einsatz zur Sicherung ihrer Existenzgrundlagen mit ihrem Leben. Die arme Bevölkerung Brasiliens wird zunehmend kriminalisiert. In den marginalisierten Vierteln Rio de Janeiros geht die Polizei massiv gegen vor allem jugendliche Schwarze Männer vor. Die Polizeigewalt und Morde durch die Polizei bleiben auf Grund der neuen Gesetztesinitiative der Regierung Bolsonaro praktisch straffrei. Auch die organisierte Linke wird zunehmend Opfer polizeilicher Verfolgung. So stürmten Polizeieinheiten kürzlich eine Versammlung von Frauen der Partei PSOL im Bundestaat São Paulo. Prominente Figuren der brasilianischen Linken wie die Philosophin Márcia Tiburi (Kandidatin der PT) und der Kongressabgeordnete und Menschenrechtsaktivist Jean Wyllys (PSOL) mussten Brasilien auf Grund von Morddrohungen bereits Ende 2018 bzw. Anfang 2019 verlassen.

Unser Gäste Márcia Tiburi, Breno Altman und Renata Souza diskutieren die Situation in Brasilien und mögliche Strategien des Widerstands innerhalb und - angesichts der neuen Welle von Exilierten - auch außerhalb des Landes.

  • Márica Tiburi – Philosophin und ehemalige Kandidatin der PT in Rio de Janeiro
  • Breno Altman – Journalist
  • Renata Souza – Stadträtin aus Rio de Janeiro (PSOL) und ehemalige Beraterin von Marielle Franco
  • Maria Dantas – brasilianische Abgeordnete in Barcelona
  • Moderation: Bárbara Santos

18:00 Eröffnung und Podiumsdiskussion

Ab 20:00 Empfang und Eröffnung der Ausstellung mit Fotos von Ricardo Stuckert, Articulação de Mulheres Pretas sowie weiterer Kollektive.
Die Veranstaltung findet im Rahmen des 2. Internationalen Kongresses der FIBRA (Brasilianerinnen und Brasilianer für die Demokratie und gegen den Putsch) statt.

In Kooperation mit: FIBRA, Kuringa Berlin, Articulação de Mulheres Pretas

Die Veranstaltung wird simultan Übersetzt.

Standort

Kontakt

Lucie Matting

Projektmanagerin Brasilien, Rosa-Luxemburg-Stiftung

Telefon: +49 (0)30 44310-488