25. Januar 2018 Diskussion/Vortrag Der Weg zum Friedensnobelpreis

Wie ICAN den Atomwaffenverbotsvertrag realisierte! Jahresauftaktveranstaltung des Kasseler Friedensforums und Rosa-Luxemburg-Club Kassel

Information

Veranstaltungsort

Café Buch-Oase
Germaniastr. 14
34119 Kassel

Zeit

25.01.2018, 19:00 - 21:30 Uhr

Themenbereiche

International / Transnational

Zugeordnete Dateien

Mit: Xanthe Hall (ICAN-Vorstandsmitglied, IPPNW-Geschäftsführung) und Birte Vogel (ICAN-Vorstandsmitglied, IPPNW, Medizinstudierende)

15.000 Atomwaffen, von denen sich 1800 in ständiger Alarmbereitschaft befinden, bedrohen die gesamte Menschheit und alles Leben auf der Erde. In Zeiten zunehmender Konfrontationen und kriegerischer Auseinandersetzungen gibt das Anlass zu größter Sorge. »Es besteht die sehr reale Gefahr, dass wir in einen Nuklearkrieg hineinstolpern«, sagte kürzlich der ehemalige US-Verteidigungsminister William J. Perry.
Die Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN) setzte sich zehn Jahre lang für ein vertragliches Verbot von Atomwaffen ein. ICAN ist ein Bündnis nichtstaatlicher Organisationen aus etwa 100 verschiedenen Ländern. Im Bemühen um ein Verbot von Nuklearwaffen, ist das Bündnis die führende Kraft in der Zivilgesellschaft.

Am 7. Juli 2017 konnte ein erster großer Erfolg verzeichnet werden. In den Vereinten Nationen wurde ein Abkommen zum Verbot von Atomwaffen von 122 Staaten angenommen. Der Vertrag verbietet Atomwaffen zu testen, zu entwickeln, zu produzieren und zu besitzen. Außerdem sind auch die Weitergabe, die Lagerung und die Androhung eines Nuklearschlags verboten.

Am 20. September haben mehr als 50 Staaten begonnen den Vertrag zu unterzeichnen.

Am 6. Oktober 2017 erhielt ICAN in Oslo den Friedensnobelpreis!!!

Würde die Bundesregierung den Verbotsvertrag unterzeichnen, müssten alle US-Atomwaffen aus Büchel an der Eifel abgezogen werden. Leider ist das nicht der Fall. Deutschland gehört neben den Atomwaffenstaaten und anderen Nato-Staaten zu den Ländern, die den Atomwaffenverbotsvertrag nicht unterstützen. Das muss sich ändern, denn Konfliktlösungen und Sicherheit werden nicht durch Aufrüstung und Atomwaffen erreicht, sondern durch Dialog, Abrüstung und soziale Gerechtigkeit.

Xanthe Hall arbeitet im Vorstand von ICAN Deutschland und ist Mitbegründerin der Organisation. Hauptberuflich ist sie Geschäftsführerin und internationale Campaignerin der Internationalen Ärzte gegen Atomkrieg (IPPNW). Geboren 1959 in Schottland, arbeitete sie in den 1980er Jahren für die britische Campaign for Nuclear Disarmament, bevor sie 1985 nach Berlin auswanderte. Seit 1992 ist sie hauptamtlich für die IPPNW in der Geschäftsstelle in Berlin beschäftigt.

Birte Vogel studiert Humanmedizin in Hannover, ist seit 2015 Mitglied der IPPNW (International Physicians for the Prevention of Nuclear War) und seit 2016 bei ICAN aktiv. Sie hat im Jahr 2017 die Nukipedia Spring Academy koordiniert und hat als Schwerpunkte dementsprechend sowohl politische Bildungs- als auch Kampagnenarbeit. Thematisch beschäftigen sie neben den humanitären Folgen von Atomwaffen insbesondere auch das Thema »Atomwaffen und Gender« als mögliches Analysefeld von nuklearer Auf- und Abrüstung.

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