15. Januar 2018 Diskussion/Vortrag „Rechts rum und dann rechts geradeaus!“ – Zum Traditionsverständnis in der Bundeswehr

mit Dr. Lothar Schröter (Militärhistoriker, Borkwalde)

Information

Veranstaltungsort

Bernauer Str. 71
Bernauer Straße 71
16515 Oranienburg

Zeit

15.01.2018, 14:00 - 16:00 Uhr

Themenbereiche

Geschichte

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In den „Richtlinien zum Traditionsverständnis und zur Traditionspflege in der Bundeswehr“ von 1982 heißt es: „… Die Geschichte deutscher Streitkräfte hat sich nicht ohne tiefe Einbrüche entwickelt. In den Nationalsozialismus waren Streitkräfte teils schuldhaft verstrickt, teils wurden sie schuldlos missbraucht. Ein Unrechtsregime, wie das Dritte Reich, kann Tradition nicht begründen.
… In der Traditionspflege der Bundeswehr sollen solche Zeugnisse, Haltungen und Erfahrungen aus der Geschichte bewahrt werden, die als ethische und rechtsstaatliche, freiheitliche und demokratische Traditionen auch für unsere Zeit beispielhaft und erinnerungswürdig sind.
… Kasernen und andere Einrichtungen der Bundeswehr können mit Zustimmung des Bundesministers der Verteidigung nach Persönlichkeiten benannt werden, die sich durch ihr gesamtes Wirken oder eine herausragende Tat um Freiheit und Recht verdient gemacht haben …“

Wenn auch der Traditionserlass der Bundeswehr von 1982 kaum unkritisch zur Kenntnis genommen werden kann, so ergeben sich gegenwärtig Fragen, ob nicht selbst dieses verbindliche und noch gültige Dokument in der Praxis der Traditionspflege überhaupt jemals in allen Punkten ernst genommen wurde. Der Referent will diese und andere Fragen diskutieren.

Dr. sc. Lothar Schröter, geboren 1952, ist Autor des zweibändigen Werkes „Die NATO im Kalten Krieg“ (Berlin 2009, insgesamt 1196 Seiten). Er war Major in der Nationalen Volksarmee und lehrte von 1974 bis 1990 am Militärhistorischen Institut der DDR in Potsdam. Nach 1990 bis zum Renteneintritt war er bei der Bundeswehr angestellt. In der Rosa-Luxemburg-Stiftung Brandenburg engagiert er sich vor allem für die Themen Friedens- und Sicherheitspolitik.

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