Beschreibung
Als Mitte November Diplomat*innen, Aktivist*innen und Lobbyist*innen in den Amazonas reisten, um über die globale Antwort auf die Klimakrise zu verhandeln, stand es schlecht um den Zustand des Multilateralismus. Bewaffnete Konflikte und zunehmende geopolitische Rivalitäten haben die internationalen Beziehungen in den letzten Jahren immer stärker geprägt und das multilaterale System erheblich unter Druck gesetzt. Dieser Vertrauensverlust zwischen den Staaten stellt eine ernsthafte Bedrohung für die UN-Klimaverhandlungen dar, die grundlegend auf wirksamer internationaler Zusammenarbeit und politischem Willen zu kollektivem Handeln beruhen.
Jenseits der Verhandlungsräume markierte die diesjährige COP einen entscheidenden Moment. Nach drei aufeinanderfolgenden Konferenzen in politisch restriktiven Umgebungen konnte die Zivilgesellschaft endlich wieder mobilisieren, alternative Visionen einbringen, politische Verantwortung einfordern und protestieren. Die brasilianische Zivilgesellschaft nutzte dieses Zeitfenster mit großer Kraft und erzeugte ein Maß an Energie und Beteiligung, das bei früheren COPs nur selten zu beobachten war. Insbesondere indigene Bewegungen waren mit unerschütterlicher Entschlossenheit präsent und forderten einen wirklichen Zugang zu Verhandlungen, die ihre Territorien, Rechte und Zukunft maßgeblich beeinflussen werden.
Ein zentraler Faktor für eine wirksame Antwort auf den Klimawandel ist die Klimafinanzierung. Nach internationalem Recht sind die Länder des Globalen Nordens verpflichtet, finanzielle Unterstützung für den Globalen Süden bereitzustellen, als Anerkennung ihrer deutlich größeren historischen Verantwortung für das Verursachen und Vorantreiben der Klimakrise. Doch die Staaten des Globalen Nordens verweigern sich dieser historischen Verantwortung weiterhin, obwohl Lösungen in Form von Schuldenerlassen und progressiven Steuerinstrumenten längst auf dem Tisch liegen. Dies entwickelte sich zu einer zentralen Debatte auf der COP30, begleitet von einer Reihe weiterer kontroverser Themen, die die strukturelle Ungleichheiten zwischen dem Globalen Norden und dem Globalen Süden weiter verfestigen.
Gemeinsam möchten wir mit Ihnen die Ergebnisse der 30. Klimakonferenz zusammentragen, auswerten und diskutieren, was das für linke globale Klimapolitik und unser Engagement Zuhause bedeutetet.
Berichten werden:
- Violetta Bock und Charlotte Neuhäuser (beide MdB, Die Linke, waren als Teil der deutschen Delegation in Belém
- Katja Voigt, Referentin für internationale Klimapolitik der Rosa-Luxemburg-Stiftung
- David Williams, Leiter des Programms für Internationale Klimagerechtigkeit der Rosa-Luxemburg-Stiftung
Weitere Information finden Sie in unserem Dossier Klimagerechtigkeit.
Kontakt
Katja Voigt
Referentin Internationale Klimapolitik, Rosa-Luxemburg-Stiftung
E-Mail: katja.voigt@rosalux.org
Telefon: +49 30 44310 489