12. Juni 2018 Diskussion/Vortrag Die aktuelle Brisanz des Marxschen Kapitals

Marx200

Information

Veranstaltungsort

Schleswig-Holstein-Haus
Puschkinstr. 12
19055 Schwerin

Zeit

12.06.2018, 19:00 - 21:00 Uhr

Themenbereiche

Kapitalismusanalyse, Revolutionen100, Marx 200

Zugeordnete Dateien

Vor 200 Jahren wurde Karl Marx geboren, vor 150 Jahren, 1867, erschien in Hamburg „Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie“. Neben einer Unzahl von historischen, politischen und soziologischen Untersuchungen, neben der Grundlegung einer materialistischen Theorie der Geschichte ist „Das Kapital“ das ökonomische Hauptwerk von Karl Marx. Kaum ein sozialwissenschaftliches Buch hat in den letzten einhundertundfünfzig Jahren eine so starke politische Wirkung gehabt wie das „Kapital“: die europäische Arbeiterbewegung, die bolschewistischen Revolutionäre, die Befreiungsbewegungen der Dritten Welt – sie alle beriefen sich auf das „Kommunistische Manifest“, das ein Ende des Kapitalismus prophezeite, und auf das „Kapital“, das die Feinmechanik des dieser Produktionsweise untersucht.

 

Kaum ein wissenschaftliches Werk hat die intellektuellen Debatten des 20. Jahrhunderts so befeuert wie die Marxsche Theorie. Aber keine Theorie  wurde vom akademischen mainstream der Wirtschaftswissenschaften im kapitalistischen Westen so hartnäckig ignoriert. Heute aber, nach dem Ende der Systemkonkurrenz und unter dem Eindruck der gegenwärtigen Krise des globalisierten Kapitalismus denken nicht nur Marxisten über das mögliche Ende der kapitalistischen Produktionsweise nach. Marx wird wieder gelesen.

 

Globalisierung, Finanzcrash, Klimakrise, Armutsmigration, Wachstumsschwäche - die westlichen Gesellschaften stecken in einer multiplen Krise. Ist der Kapitalismus am Ende? Die Frage wird inzwischen nicht nur von übriggebliebenen Marxisten, sondern unter den Eliten der Weltwirtschaftsgipfel diskutiert. Grund genug, das „Kapital“ noch einmal zu lesen, ein Buch, das nicht nur die Keimformen der Welt von heute beschreibt, sondern auch die weltverändernde Dynamik dieser Produktionsweise, die Mechanik seiner Krisen und seine Endlichkeit und die Kräfte zu seiner Überwindung.

 

Mathias Greffrath, Jahrgang 1945, hat in den Sechziger Jahren in Berlin Soziologie und Philosophie studiert. Er war Redakteur beim Sender Freies Berlin,  der ZEIT, drei Jahre lang Chefredakteur der Ost-West-Wochenzeitung „Wochenpost“. Seit 15 Jahren schreibt er als freier Autor u.a. für die ZEIT, Monde Diplomatique, die taz und ARD-Hörfunkanstalten.

In den letzten Jahren hat er sich neben innenpolitischen Fragen vorwiegend mit den sozialen und kulturellen Auswirkungen der Globalisierung beschäftigt, mit dem Menschenbild der Gehirnforschung beschäftigt, und mit der Geschichte der Aufklärung. Er lebt in Berlin.

 

Veröffentlichungen:

Montaigne - über das Leben in Zwischenzeiten

RE:Das Kapital. Politische Ökonomie im 21. Jahrhundert

Standort