3. Mai 2018 Diskussion/Vortrag Zehn Jahre Finanzkrise: (K)ein Ende in Sicht?

Reihe: Der große Crash und seine Folgen

Information

Veranstaltungsort

Uni Hamburg, Raum S07
Von-Melle-Park 9
20146 Hamburg

Zeit

03.05.2018, 19:00 - 21:00 Uhr

Themenbereiche

Ungleichheit / Soziale Kämpfe, Staat / Demokratie

Zugeordnete Dateien

Zehn Jahre Finanzkrise: (K)ein Ende in Sicht?
CC BY 1.0, Aleks van Sputto

Mit Dr. Joachim Bischoff / Publizist und Mitglied der Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik Memorandum

Vor zehn Jahren schlitterten die kapitalistischen Hauptländer in die größte Finanz- und Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit. Mit dem Kollaps des US-Subprime-Hypothekenmarktes standen viele internationale Großbanken am Rande der Pleite. Die zentralen Notenbanken stellten in großem Stil Liquidität bereit, um eine Systemkrise abzuwenden. Staatliche Rettungsschirme und schärfere Regeln im Bankensektor sollten für nachhaltige Stabilität sorgen. Dennoch stellt sich die Frage: Kann es wieder zu einer ähnlichen Krise kommen?  Durchaus, so meint Joachim Bischoff, denn viele Bedingungen sind heute ähnlich. Die Geldpolitik ist exzessiv locker. Bewertungen am Kapitalmarkt sind verzerrt. Das Gesamtsystem ist fragil, da das Verschuldungsniveau von Staaten und Unternehmen heute deutlich höher ist. Eine Zinswende würde erneut die Gefahr einer Systemkrise provozieren.

In Kooperation mit dem AK Plurale Ökonomik Hamburg


Reihe: Der große Crash und seine Folgen

Vor gut zehn Jahren, im Sommer 2007, löste das Platzen der US-Immobilienblase eine Kettenreaktion aus, die für viele Länder in eine schwerwiegende Krisensituation führte. Nicht nur Griechenland leidet bis heute unter dem „großen Crash“ und seinen finanziellen, sozialen und politischen Folgen. In vielen EU-Staaten ist die Arbeitslosigkeit nach wie vor hoch, Grundsicherungssysteme wurden aufgeweicht und Renten massiv gekürzt.
Rechte Bewegungen haben es vielerorts verstanden, diese Unsicherheiten für sich zu nutzen.
Aus der Finanz- und Wirtschaftskrise ist damit auch eine soziale und politische Krise geworden. Im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe sollen unterschiedliche Aspekte dieser multiplen Krisenprozesse beleuchtet und diskutiert werden: Was passierte eigentlich 2007 und wie stabil ist das Finanz- und Wirtschaftssystem heute? Warum ist die deutsche Wirtschaft verhältnismäßig stabil und erfolgreich? Was hat es mit dem „deutschen Jobwunder“ auf sich? Welche Auswirkungen haben die Krisenprozesse auf die globalisierte Staatengemeinschaft und den internationalen Handel? Sind wir auf dem Weg in eine Ära des Protektionismus? Und welche Effekte hat die Krise auf die gegenwärtigen Geschlechterverhältnisse?

Weitere Veranstaltungen der Reihe:

Mittwoch, den 09. Mai, 19:00 Uhr, Uni Hamburg
Das deutsche Jobwunder: Arbeitsmarkt und Gewerkschaften in der Krise?
Mit Camille Logeay / Professorin für Volkswirtschaftslehre an der Hochschule für Technik und Wirtschaft, Berlin

Donnerstag, den 17. Mai, 19:00 Uhr, Uni Hamburg
Trumps Welt: Stärkung des Finanzkapitals - Waghalsige Handelspolitik
Mit Christoph Scherrer / Professor an der Universität Kassel, Leiter des Fachbereichs „Globalisierung und Politik“

Donnerstag, 24. Mai, 19:00 Uhr, Uni Hamburg
Geschlechterverhältnisse in der Krise. Ein feministischer Blick auf die Krise und ihre staatliche Bearbeitung. Mit Alexandra Scheele, Professorin für Arbeits- und Wirtschaftssoziologie an der Universität Bielefeld

Gefördert durch die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg

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