17. März 2017 Diskussion/Vortrag Die Farce des Frankfurter Auschwitz-Prozesses von 1963 bis 1965

Information

Veranstaltungsort

P20
Plauesche Straße 20
99310 Arnstadt

Zeit

17.03.2017, 19:00 - 21:00 Uhr

Themenbereiche

Geschichte

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Vom Dezember 1963 bis August 1965 wurde in Frankfurt in 183 Verhandlungstagen der erste Auschwitz-Prozess verhandelt – bis dahin der größte Strafprozess in der Geschichte des postfaschistischen Deutschlands. Im Vortrag wird zum einen am Auschwitz-Prozess exemplarisch die (Un-)Möglichkeit einer adäquaten Strafverfolgung überhaupt dargestellt. In den frühen 1960er Jahren war allein der Straftatbestand des Mordes noch nicht verjährt, und das Strafgesetzbuch sah und sieht keinen vom Staat verordneten Mord ganzer Bevölkerungsgruppen vor. Zum anderen zieht der Vortrag anhand des Auftretens der Angeklagten, denen Hannah Arendt „die Eigenschaft sich im Nu ‚gleichzuschalten‘„ attestierte und die den Zeugen und dem Gericht mit „lachende[r] und grinsende[r] Unverschämtheit“ begegneten, Rückschlüsse auf die Kontinuitäten im Bewusstsein der Deutschen und der damals vorherrschenden öffentlichen Meinung.

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